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Ungewohntes Bild: Wie ein Campingplatz sieht die Waitzinger Wiese in Miesbach am Montagmorgen aus.

Kuriose Szenen auf der Waitzinger Wiese in Miesbach

Wohnwagen blockieren Dauerparkplatz: Nach einer Nacht waren sie wieder weg

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Wohnwagen-Wahnsinn auf der Waitzinger Wiese: Rund 20 Gespanne aus Frankreich haben den Dauerparkplatz in Miesbach am Montag blockiert. Jetzt sind sie schon wieder weg. 

Update 18.45 Uhr: Noch am Montagnachmittag hat sich der Spontan-Campingplatz auf der Waitzinger Wiese in Miesbach wieder aufgelöst. Das teilt Karin Priller vom Ordnungsamt der Stadt auf Nachfrage mit. Man habe die Leute darauf hingewiesen, dass man die Waitzinger Wiese als Parkplatz benötige und sie um Verständnis gebeten. Dies hat offenbar gefruchtet. Noch am Nachmittag hätten sich die Wohnwagen-Besitzer an die Abreise gemacht, berichtet Priller. Anstandslos und ohne Widerstand.

Erstmeldung am Montagmorgen: Französische Wohnwagen blockieren Dauerparkplatz

Miesbach - Wo kommen die denn her? Was machen sie hier? Und dürfen sie da überhaupt stehen? Diese Fragen haben sich etliche Autofahrer am Montagmorgen in Miesbach gefragt. Die sonst auf der weitläufigen Waitzinger Wiese eigentlich unkomplizierte Suche nach einem Dauerparkplatz gestaltete sich nämlich ungewohnt schwierig. Kreuz und quer parkten Wohnwagen mit französischem Kennzeichen. Geschätzt mindestens 20 Stück. Die Besitzer waren nicht weit. Manche hängten gerade ihre Wäsche auf, andere tranken ihren Morgenkaffee. Dem Symbol auf den Nummernschildern zufolge stammen sie aus der Region „Grand Est“, die die Gebiete Elsass, Lothringen und Champagne-Ardenne umfasst. 

Für Aufklärung kann die Polizei Miesbach sorgen. Einer Streife sei aufgefallen, wie die ersten Wohnwagen-Gespanne am Sonntag gegen 17 Uhr die Waitzinger Wiese ansteuerten, teilt die Polizei auf Nachfrage mit. Die Beamten hätten die Fahrer gefragt, was sie denn hier vor hätten. Die Franzosen hätten erklärt, sie seien als Großfamilie gemeinsam unterwegs. Weil aber ein Auto durch einen technischen Defekt liegen geblieben sei, müssten sie hier einen Zwischenhalt einlegen. „Sie wollen anscheinend gesammelt heimfahren“, berichtet der Polizist. Circa ein bis zwei Tage werde die Reparatur nach Angaben der Wohnwagen-Gruppe dauern. Wo die Reisenden herkommen, ist der Polizei nicht bekannt. Ein Einschreiten sei aber aus polizeilicher Sicht nicht notwendig, teilt der Beamte mit. Der Parkplatz gehöre der Stadt, und die müsse über dessen Verwendung entscheiden.

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Im Rathaus sind zwei Stellen mit diesem Thema konfrontiert: der Bereich Straßenverkehr und das Ordnungsamt. Verkehrsrechtlich spreche aktuell nichts gegen die parkenden Wohnwagen, teilt Sachbearbeiterin Nicki Meyer mit. 

Auch richtig lange Gespanne waren dabei.

Eine Beschilderung, die eine solche Nutzung der Waitzinger Wiese unterbindet, gebe es bislang nicht. „In dieser Größenordnung hatten wir das aber auch noch nicht“, sagt Meyer. Klar sei, dass man aus dem Volksfestplatz keinen Wohnwagen-Abstellplatz machen wolle. „Wir prüfen bereits, was wir dagegen tun können.“

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Ein Blick in die Straßenverkehrsordnung zeigt zweierlei: Für zugelassene Wohnmobile mit bis zu 7,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht gibt es keine besonderen Beschränkungen. Für sie gelten auf öffentlichen Parkplätzen die gleichen Regeln wie für jedes Auto, heißt es beim ADAC. Auch angekoppelte Wohnwagen dürfen parken - solange kein Verbot von Pkw mit Anhänger ausgewiesen ist und Markierungen nicht überschritten werden. Beides ist auf der Waitzinger Wiese derzeit nicht der Fall. Sogar im abgekoppelten Zustand dürfen die Wagen bis zu zwei Wochen an einem Ort abgestellt werden. Erst dann greift das Verbot des „Überwinterns“ und ein Bußgeld wird fällig.

Anders sieht es aus, wenn die Wagen bewohnt werden. Dies ist laut ADAC auf öffentlichen Verkehrsflächen nur für eine „einmalige Zwischenübernachtung zur Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit“ erlaubt. Die Campingausstattung darf dabei nur im Fahrzeug genutzt werden. Ferner ist es verboten, Abwasser in die öffentliche Kanalisation zu entsorgen. 

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