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Kampf gegen das Wasser: Um Bergham an der Staatsstraße 2010 zu schützen, ist eine Kombination aus Staumauern und Geländemodellierung geplant. Für den Fellerbach am Siedlungsrand ist ein Notfall-Bachbett vorgesehen.

Gute Nachricht für die Anwohner

Berghams Hochwasserschutz kommt

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Der Miesbacher Stadtrat gibt grünes Licht für den Einstieg ins Planfeststellungsverfahren zum Hochwasserschutz. 600 000 Euro will die Stadt investieren.

Die Planung steht. „Bergham wartet, dass wir einen Beschluss fassen und ins Verfahren gehen“, stellte Bürgermeisterin Ingrid Pongratz (CSU) eingangs im Stadtrat fest. Gewissermaßen eine Mahnung, die gefundene Lösung nicht wieder aufzubohren. Immerhin war es ein weiter Weg, diesen Kompromiss zu erarbeiten. Wie berichtet, lässt sich die Ideallösung – ein komplett bezuschusster Schutz für ein Hochwasser mit 100-jähriger Wahrscheinlichkeit (HQ100) – mangels der erforderlichen Grundstücke nicht umsetzen. Immerhin reicht es aber für die halbe Wassermenge, und die passiert – statistisch gesehen – alle 20 Jahre.

Planer Frank Kleist vom Münchner Büro SKI, mit dem die Stadt seit Jahren zusammenarbeitet, hat die Planung nun verfahrensreif gemacht und stellte dem Gremium nun die Projekte zusammen. Vorgesehen ist eine Kombination aus verschiedenen Maßnahmen wie Rückhalt und Umleiten.

Hochwasserschutzmauern und Geländemodellierungen

Im Siedlungsbereich sollen auf etwa 153 Metern Länge bis zu 60 Zentimeter hohe Hochwasserschutzmauern und Geländemodellierungen Überschwemmungen verhindern, und auf freier landwirtschaftlicher Fläche südlich von Bergham soll angehobenes Gelände vor Hinterströmungen schützen. Südlich der Staatsstraße 2010 sind zudem Stellwände geplant. Die Sockel sollen in Kombination mit mobilen Schutzelementen für den nötigen Rückstau bei kleinen Hochwasserereignissen sorgen. Aufgebaut werden die 50 Zentimeter hohen Elemente im Ernstfall durch die Stadt, sprich die Feuerwehr. Die rund 176 Meter langen und bis zu 85 Zentimeter hohen Betonsockel erlauben dabei die ausreichende Vorlaufzeit. Insgesamt kommt so eine Schutzhöhe von 1,35 Meter zusammen.

Lesen Sie dazu auch: Widerstand in Kleinthal gegen den Hochwasserschutz

Die Kosten belaufen sich auf rund 586 000 Euro – allerdings ohne den erforderlichen Grunderwerb über 1539 Quadratmeter sowie etwaige Entschädigungsleistungen. Die Dienstbarkeiten betreffen eine Fläche von 2083 Quadratmetern. Bei größeren Hochwasserereignissen wird die überstaute Fläche je nach entstandenem Schaden entschädigt. Zudem muss der Schutz so maßvoll sein, dass sich die Lage für die Unterlieger nicht verschlimmert.

Die Schwachstelle Am Geiger hat die Stadt bereits behoben. Der Bypass wurde bereits fertig gestellt. Er gewährleistet künftig, dass das Niederschlagswasser sowie das Wasser des Aubachs aus den östlichen Bereichen nicht unkontrolliert über die Straße in die Siedlung laufen kann.

Spannend ist dagegen die Lage am Fellerbach. Der fließt durch ein privates Wohngrundstück am Westrand der Siedlung – im Normalfall eine idyllische Angelegenheit, im Ernstfall eine große Gefahr. Hier soll nun mittels zweier Schleusen der Bach bei Hochwasser am Durchfließen des Privatgrundstücks gehindert und umgeleitet werden. Damit wird auch vermieden, dass das Wasser über den Garten in den Ort fließt. Die Kosten dafür muss ebenfalls die Stadt tragen, die zum Schutz verpflichtet ist.

Gespräche mit betroffenen Eigentümern sollen folgen

Insgesamt präsentierte sich das Konzept als schlüssige Lösung, jedoch stehen noch Gespräche mit betroffenen Eigentümern aus. Zwar wurde im Vorfeld mit diesen geredet, die auf dieser Grundlage gefertigte Planung aber noch nicht vorgestellt. Dies soll nun erfolgen.

Der Stadtrat stimmte dem Start ins Verfahren einhellig zu. Der nächste Schritt wird sein, die Planung zusammen mit Anträgen bei der Planfeststellungsbehörde, dem Landratsamt, einzureichen. Vorher erfolgen noch die Gespräche mit den betroffenen Eigentümern. Für die Verfahrensdauer wird seitens der Verwaltung erfahrungsgemäß mindestens ein Jahr zugrunde gelegt. Am Ende steht der Planfeststellungsbeschluss, der zudem für den Fall der Fälle eine enteignungsrechtliche Vorwirkung hat. Baubeginn könnte so im Sommer 2021 sein.

ddy

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