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Blumensamen-Tütchen für die Kunden befüllen (v.l.) Simone Mischka, Harald und Luis Rudorf und Anna Majdic.

Schneller als das Volksbegehren

Miesbach: Blühsamen für die Bienen - das steckt hinter der Idee

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In den Filialen von Optik Bucher in Miesbach und Rottach-Egern werden kleine Tüten mit Samenmischungen verschenkt, um bienenfreundliche Wiesen sprießen zu lassen. Das steckt dahinter.

Miesbach – Das Volksbegehren zur Artenvielfalt war erfolgreich, die Vorbereitungen für den Volksentscheid laufen. Aber für diesen Sommer wird eine mögliche Änderung der Rechtslage nichts mehr bringen. Anders als die Werbe-Aktion von Optik Bucher. In den Filialen in Miesbach und Rottach-Egern werden dieser Tage kleine Tüten mit Samenmischungen verschenkt, um bienenfreundliche Wiesen sprießen zu lassen. Wir fragten Inhaber Harald Rudorf, wie es zu dieser Aktion kam.

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Miesbach: Blühsamen für die Bienen - das steckt hinter der Idee

Herr Rudorf, wie gut kommt Ihre Werbe-Idee mit der bienenfreundlichen Samenmischung an?

Sehr gut, das wird echt angenommen. Es kommen Leute zu uns und fragen, ob sie eine Tüte bekommen können.

Wie sind Sie denn auf diese Idee gekommen?

Naja, es wurde viel demonstriert und geredet. Und ich habe mir überlegt, was man tun kann. Natürlich kann ich viele Blumensamen kaufen, aber ich habe gar nicht die Flächen, um das aussäen zu können. Aber wenn wir die Samen verteilen und die Leute sie ausbringen, dann geht’s. Kleinvieh macht ja auch Mist.

Wie sind Sie an die Mischung gekommen?

Ich habe mich im Internet umgesehen und dabei eine Zusammenstellung gefunden, die „Bienenmischung“ heißt. Davon haben wir Samen für 4000 Quadratmeter geordert. Auch der Zeitpunkt passt ganz gut, denn aussäen soll man die Samen jetzt im April und Mai. Und wenn es gut läuft, bin ich auch gerne bereit, noch mal für 4000 Quadratmeter zu bestellen.

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Wie viel hat Sie denn dieser Werbe-Gag gekostet?

Die Samen kommen auf etwa 200 Euro, dazu noch die Tüten – alles in allem an die 500 Euro. Aber wenn die Leute mitmachen, war es die Sache wert.

Wer packt die Samen in die kleinen Tütchen, in denen sie verteilt werden?

Das machen meine Mitarbeiter – mit dem Esslöffel rein in die Tüte. Aber ich darf sagen, dass meine Kollegen hinter dieser Aktion stehen. Wenn ich so eine Aktion machen will, rede ich natürlich erst mit ihnen. Und die fanden sie klasse.

Wie viele Quadratmeter haben Sie denn schon verschenkt?

Es dürften bislang so an die 1000 Quadratmeter sein. Jeder, der in unseren Laden in Miesbach oder Rottach-Egern kommt, bekommt etwas – ganz egal, ob er etwas kauft oder nicht. Uns geht es ja darum, dass gepflanzt und etwas getan wird.

Das Gespräch führte

Dieter Dorby.

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