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Bayerns neuer Corona-Hotspot knackt traurigen Rekord: Bundeswehr soll helfen - Landratsamt ändert Strategie

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Von: Daniel Krehl, Stephen Hank

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Immer weiter klettert die Inzidenz im Landkreis Miesbach in die Höhe. An eine Nachverfolgung der Infizierten ist längst nicht mehr zu denken.

Miesbach - Trauriger Rekord für den Landkreis Miesbach: Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) weist er am Mittwoch, 3. November, mit 683 den höchsten Inzidenz-Wert in ganz Deutschland auf. Am Dienstag lag der Wert noch bei 621.

Trauriger Corona-Rekord in Miesbach: Höchste Inzidenz in ganz Deutschland

An eine Nachverfolgung von Kontakten bei Corona-Infizierten ist längst nicht mehr zu denken, dass Landratsamt beschränkt sich bei seiner Tätigkeit daher auf das sogenannte „Containment“. Heißt: Das Contact Tracing Team fokussiert sich auf die Ermittlung von Haushaltsangehörigen und vulnerablen Personengruppen, etwa in Pflege- oder Betreuungseinrichtungen.

Damit ist immer noch genug zu tun. Deshalb hat das Landratsamt nicht nur weiteres Personal aus anderen – somit geschwächten – Bereichen der Behörde zur Kontaktermittlung abgestellt, sondern erneut um die Hilfe der Bundeswehr gebeten. Fünf Soldaten sollen helfen. Der Antrag wurde am Wochenende gestellt, eine Antwort steht aus.

Landratsamt kommt mit Kontaktnachverfolgung von Corona-Infizierten nicht mehr hinterher

Um zu verdeutlichen, was die Nachverfolgung bedeutet, nennt das Landratsamt ein Beispiel: In der Woche vor den Ferien wurden 143 Kinder und Jugendliche positiv getestet. Bei einer durchschnittlichen Klassenstärke von 30 Schülern hätte das Contact Tracing Team 4290 Kontaktpersonen informieren müssen.

Nicht zu bewerkstelligen. Die Behörde bittet Infizierte deshalb, ihre Kontakte selbst zu informieren und nicht auf einen Anruf des Gesundheitsamts zu warten. Haushaltsmitglieder zum Beispiel müssen sofort in Quarantäne, so sie nicht geimpft oder genesen sind. Ein Freitesten ist inzwischen erst nach dem siebten Tag möglich.

Wieder etwas angezogen hat derweil dem Anschein nach die Impfbereitschaft. Mit 767 verabreichten Dosen war die Nachfrage beim Impfzentrum so hoch wie zuletzt Anfang September, wie es im Dienstags-Update des Landratsamts heißt.

Auch die Corona-Kontrollen im Landkreis Miesbach werden nun intensiviert – mithilfe der Polizei. Personalnot erschwert das allerdings. Im Krankenhaus Agatharied ist die Station inzwischen am Limit. Die Klinik muss sogar Kinder mit dem RS-Virus wegschicken.

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