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Endlich eingetroffen: Miesbachs Postagentur-Betreiberin Marion Bernschneider zeigt die neuen Wertzeichen.

Improvisation gefragt

Post erhöht Porto, doch die Briefmarken fehlen

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Die Deutsche Post hat das Briefporto erhöht. 80 Cent kostet der Standardbrief nun statt bislang 70 Cent. Doch der Start war holprig, weil die neuen Briefmarken nicht rechtzeitig ausgeliefert werden konnten.

Die Post hat zum 1. Juli das Briefporto erhöht. Der Standardbrief verteuert sich damit von 70 auf 80 Cent. Klar, dass sich alle, die Briefe verschicken, nun mit neuen Marken eindecken wollen. Doch das war nur bedingt möglich. Der Grund: Die Post hatte Schwierigkeiten, die neuen Wertzeichen flächendeckend auszuliefern.

Vorlauf war zu kurz

In den Postagenturen von Marion Bernschneider in Miesbach und Hausham sind die Briefmarken erst gestern Mittag eingetroffen – mit mehrtägiger Verspätung. Eigentlich sollten die neuen Postwertzeichen am Samstag eintreffen, doch die Lieferung blieb aus. „Wir haben natürlich nachgefragt, woran es liegt“, berichtet Bernschneider. Seitens der Post erfuhr sie: Die Vorlaufzeit sei für die Druckerei zu kurz gewesen. Andererseits war beispielsweise in Holzkirchen die 80er-Marke erhältlich.

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Wie berichtet, hatte die Bundesnetzagentur erst am 19. Juni der Deutschen Post grünes Licht für die Erhöhung gegeben. Zuvor hatte es Streit gegeben, denn die Erhöhung ist umstritten. Ursprünglich sollte das Porto nicht so stark steigen, doch die Post erreichte es mithilfe des Bundeswirtschaftsministeriums, dass die Netzagentur den Spielraum für die Erhöhungen ausweiten musste.

Ein Kraftakt in kürzester Zeit

Doch die Zeit wurde knapp. „Es war ein logistischer Kraftakt für die Deutsche Post, innerhalb kurzer Zeit 940 Millionen Briefmarken drucken zu lassen und an 26 000 Filialen und sonstige Ausgabestellen deutschlandweit auszuliefern“, erklärt Post-Sprecher Erwin Nier. „Trotz der – im Vergleich zu früheren Umstellungen – viel kürzeren Zeitspanne zwischen Preisgenehmigung und Inkrafttreten der neuen Porti hat die Deutsche Post es bewerkstelligt, dass die neuen Postwertzeichen pünktlich für die Kunden in den Filialen und Ausgabestellen der Deutschen Post vorrätig sind. Eine noch frühere Belieferung war allerdings nicht möglich.“

„Wir haben in Hausham und Miesbach nichts bekommen“, berichtet dagegen Bernschneider. Insgesamt, so habe sie erfahren, seien 15 000 Filialen in ganz Deutschland leer ausgegangen – und zwar die größeren. „Die kleinen sind offenbar beliefert worden.“ Wohl weil sie nur kleinere Kontingente brauchen. Auf der Homepage der Deutschen Post warnte das Unternehmen gestern noch: „Wegen hoher Nachfrage kommt es aktuell zu Lieferverzögerungen.“

Mittags die gute Nachricht

Also musste Bernschneider improvisieren. Statt 80er-Marken verkaufte sie 70er und Zehner – ergibt ja zusammen auch 80. Beim Verkauf von Zehner-Zehnerbögen trat sie aber auf die Bremse, denn sie benötigte für den Betrieb in der Agentur ja ebenfalls Marken. Dann gestern Mittag die Nachricht: Die 80-Cent-Marken sind eingetroffen.

Erleichterung damit auch bei der Agentur-Betreiberin, die den Unmut ihrer Kunden verstehen kann. „Vor dem Stichtag durften wir die neue 80er nicht verkaufen, und dann konnten wir es nicht“, sagt Bernschneider. „Dabei müssen sich ja gerade Firmen, Praxen und Unternehmer damit eindecken.“ Dies sei naturgemäß in der ersten Woche besonders stark ausgeprägt.

ddy

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