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Wird nicht komplett umgebaut: das Warmfreibad Miesbach.

Gespräch mit Bürgermeisterkandidaten

„Sanierung light“: Förderverein unterstützt kleine Lösung fürs Warmfreibad

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Reparatur statt Generalsanierung: Aus Kostengründen hat sich der Miesbacher Stadtrat vom Umbau des Warmfreibads verabschiedet. Der Förderverein sieht‘s positiv.

Miesbach – Eine Wahlempfehlung wird der Förderverein Warmfreibad Miesbach nicht abgeben. „Wir sind politisch neutral, weil wir mit allen gut zusammenarbeiten wollen“, sagt Vorsitzender Bernhard Heidl. Nach der jüngsten Hauptversammlung würde sich Heidl selbst auch ganz persönlich schwer tun, seinen Favoriten auf das Amt des Bürgermeisters in Miesbach zu benennen. Denn sowohl Gerhard Braunmiller (CSU) wie auch Florian Hupfauer (FDP) hätten bei dem Treffen im Stüberl glaubhaft versichert, voll hinter dem Warmfreibad zu stehen. Und damit auch die kürzlich vom amtierenden Stadtrat beschlossene Sanierung im Bestand mitzutragen.

Wie berichtet, hatte sich das Gremium in seiner jüngsten Sitzung einstimmig dazu entschieden, aus Kostengründen von der rund 3,5 Millionen Euro teuren Modernisierung des Bads abzurücken und sich stattdessen auf punktuelle Reparaturen zu beschränken. Im Gespräch sind etwa eine neue Folie fürs Becken sowie ein Austausch der teils veralteten Technik. Ausgerechnet Miesbach also, von wo aus die Petition für das mittlerweile aufgelegte Förderprogramm für kommunale Schwimmbäder in Bayern ausgegangen ist, macht erst mal einen Rückzieher und kann zwecks erforderlicher Planungen wohl erst 2020 in den Topf greifen.

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Schulterschluss fürs Warmfreibad: (v.l.) CSU-Bürgermeisterkandidat Gerhard Braunmiller, Badreferent Erhard Pohl (CSU), Bürgermeisterin Ingrid Pongratz (CSU), Fördervereinsvorsitzender Bernhard Heidl, Vize-Bürgermeister Paul Fertl (SPD) und FDP-Bürgermeisterkandidat Florian Hupfauer.

Alles auf Anfang also? Nein, macht Heidl auf Nachfrage deutlich. Keine der erfolgten Vorarbeiten sei umsonst gewesen. Auch für eine Sanierung im Bestand brauche man ein Fachbüro, um die Maßnahmen ausschreiben zu können. Von den für die große Lösung bereits ermittelten Daten könne man vieles weiterverwenden. „Wir starten nicht mehr bei Null, sondern schon bei 25 Prozent“, sagt Heidl. Bedenken, dass es Probleme mit Zuschüssen geben könnte, hat der Fördervereinsvorsitzende nicht. „Es steht nirgends, dass nur ein neues Becken förderfähig wäre“, sagt er.

„Sanierung light“: Förderverein unterstützt kleine Lösung fürs Warmfreibad

Traurig, dass es jetzt „nur“ auf Reparaturen im Bad hinaus läuft, sei im Verein niemand, betont Heidl. In einer Umfrage hätten sich die meisten Mitglieder für einen Erhalt in der jetzigen Form ausgesprochen. Genau dies wäre bei einem groß angelegten Umbau inklusive Austausch des Beckens gefährdet gewesen. „Das wäre eine riesige Baugrube geworden“, meint Heidl. Die Außenanlagen inklusive Bäume hätten unter den Baggern schwer gelitten, eine Schließung des Warmfreibads für eine, wenn nicht zwei Saisons, hätte sich kaum vermeiden lassen.

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All das brauchen die Wasserratten jetzt nicht mehr fürchten. Geht es nach Heidl, wird die Sanierung nach Ende der Badezeit 2020 begonnen und noch vor dem Start 2021 abgeschlossen. „Damit verlieren wir nichts und sparen einen Haufen Geld.“ So geht der Fördervereinsvorsitzende davon aus, dass sich die Kosten auf maximal eine Million Euro beschränken dürften.

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Neben der Erneuerung der Beckenfolie sowie der Gasheizung aus dem Jahr 1988 plädiert Heidl auch für die Einführung eines neuen Kassensystems. Bislang nämlich gibt es zwar einen Automaten, aber keine Schranke. Das soll sich im sanierten Bad ändern, so Heidl. „Wir wollen endlich kontrollieren, wer wann im Bad ist.“ Das Stüberl soll einen eigenen Eingang erhalten, der auch ohne Eintrittspreis zugänglich ist. Das sei zwar auch jetzt schon so geregelt, aber kaum jemand wisse davon, sagt Heidl. Schade, findet er. Brotzeitmachen könne man schließlich auch ohne Badehose.

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