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Für Kinder, Senioren und Heimaturlauber: Schwimmbäder sind für Bernhard Heidl (h., Vorsitzender Förderverein Warmbad Miesbach) „Teil unserer Kultur“. Deswegen kämpfte er für bayernweite Fördergelder – und gewann.

„Das ist der Knaller“

Miesbach: Förderverein Warmbad Miesbach ist fast am Ziel

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Der Freistaat investiert 120 Millionen Euro in die Freibäder. Die Idee dazu kommt vom Förderverein Warmbad Miesbach. Am Ziel ist der aber noch nicht.

Miesbach – Von seinem großen Erfolg erfuhr Bernhard Heidl aus der Zeitung. Zwei Jahre hatte der Vorsitzende des Fördervereins Warmbad Miesbach für eine Förderung der Sanierung von Freibädern durch den Freistaat gekämpft. Er hatte eine Online-Petition gestartet, Diskussionsrunden mit hochrangigen Politiker geführt und immer wieder geworben, argumentiert und nachgefragt. Doch das Ergebnis überraschte selbst ihn. „Das ist der Knaller“, sagt Heidl. „Wir haben unser Ziel überreicht.“

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Miesbach: Diese Fördergelder gibt es dank des Fördervereins Warmbad Miesbach

120 Millionen Euro sind es, die der Freistaat über sechs Jahre für Freibäder bereitstellt. Damit übernimmt er bis zu 55 Prozent der Sanierungskosten pro Bad. Gerade einmal 20 oder 30 Millionen Euro seien anfangs im Gespräch gewesen, sagt Heidl. Und Kostenübernahmen von 15 bis 30 Prozent. „Da haben wir ein großes Fass aufgemacht. Das war sogar größer als gedacht.“

Die Folge: Schon bald können 600 bis 800 Freibäder in Bayern saniert werden, schätzt Heidl. Vielleicht reiche das Geld sogar für alle. Zwar ermittelte eine Studie einen Sanierungsbedarf von insgesamt 480 Millionen Euro – deutlich mehr, als mit dem Förderprogramm möglich wäre. Doch Heidl ist vorsichtig. Die Studie sei durch Umfragen bei den Gemeinden entstanden, sagt er. Die rechneten bei solchen Erhebungen sicherheitshalber mit einem vollständigen Neubau. „Wenn wir sanieren, was man sanieren kann, kommen wir mit dem Topf dicke hin.“ Das sei ein Erfolg für den gesamten Freistaat.

Wie berichtet, beginnt die Geschichte dieses Erfolgs in Miesbach. Um Geld für die Sanierung des eigenen maroden Freibads zu bekommen, hatte der Förderverein auf seiner Hauptversammlung nach Förderprogrammen gesucht – aber nichts gefunden. „Es kann ja nicht sein, dass es für den gesündesten Sport überhaupt keine Förderung gibt“, sagt Heidl. Also machten er und der Verein sich ans Werk, für mehr Gelder zu werben.

Die Bevölkerung habe sie dabei von Anfang an breit unterstützt, sagt der Fördervereins-Chef. „Nie hat jemand gesagt: ,Mensch, ist das ein Blödsinn.‘“ Auch Landtagspräsidentin und CSU-Stimmkreisabgeordnete Ilse Aigner habe das Anliegen beharrlich vorangetrieben. „Ohne sie wäre es nicht gegangen.“

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Miesbach: Das hat der Förderverein Warmbad Miesbach jetzt vor

Trotzdem: Den Lohn seines Einsatzes hat Heidl noch nicht sicher. Auch wenn die Idee für die Fördergelder hier entstand, das Miesbacher Freibad muss nun den gleichen Weg gehen, wie alle anderen Bäder im Freistaat. Der Betreiber, also die Stadt Miesbach, muss ein Konzept erstellen und bei der Regierung von Oberbayern die Gelder beantragen. Läuft dabei etwas schief, könnte das Freibad im schlimmsten Fall sogar leer ausgehen.

So weit wird es nicht kommen, da ist sich Heindl sicher. „Die Verwaltung tütet das schon richtig ein“, sagt er. Der Förderverein werde beratend zur Seite stehen und sich finanziell an der Sanierung beteiligen. Demnächst sollen erste Gespräche mit Bürgermeisterin Ingrid Pongratz und der Verwaltung anstehen, um den Zeitplan auszuloten. „Momentan funktioniert alles“, sagt Heidl. „Aber es braucht ein paar Maßnahmen.“

Völlig am Ziel sind Heidl und der Förderverein also noch nicht. Dennoch findet er bereits jetzt: „Unser verbissener Einsatz hat sich ausgezahlt.“

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