Gut vorbereitet: Laut Schulleiter Markus Rewitzer (r.) haben die Schüler in Hausham bereits zu Präsenzzeiten den digitalen Unterricht geübt. Foto: al
+
Gut vorbereitet: Laut Schulleiter Markus Rewitzer (r.) haben die Schüler in Hausham bereits zu Präsenzzeiten den digitalen Unterricht geübt.

Vorbereitungen tragen Früchte

Miesbach und Hausham: Gelungener Start in den Distanzunterricht

  • Dieter Dorby
    vonDieter Dorby
    schließen

Zurück aus den Ferien und sofort rein in den Distanzunterricht – dieser Wechsel hat gestern offenbar gut funktioniert. Nach den jüngsten Erfahrungen mit dem nicht stabilen Schulsystem Mebis war das nicht zu erwarten. Aber Mebis hat Unterstützung bekommen – durch MS Teams.

Miesbach – Es war gewissermaßen der Sprung ins Ungewisse. War vor den verlängerten Weihnachtsferien noch Präsenzunterricht möglich, mussten die Schüler nun in den Distanzunterricht einsteigen. Ein vielleicht absehbarer, aber dennoch ungeplanter Schritt, denn die definitive Entscheidung, die Kinder und Jugendlichen coronabedingt zu Hause zu lassen, fiel ja erst zum Ende der Ferien. Dafür fällt das Fazit gut aus: Der Distanzunterricht hat größtenteils funktioniert – sowohl bei den Lehrern im Homeoffice sowie bei denen, die im Schulgebäude arbeiten wollten.

Entsprechend aufwendig war es für die Schulen, alles vorzubereiten. Am Gymnasium Miesbach wurden die Eltern über das weitere Vorgehen über das Elektronische Schulinformationssystem (Esis) in Kenntnis gesetzt. Alle waren aufgerufen, Testläufe zu starten, und der Elternbeirat richtete eine Hotline ein, um Eltern bei Problemen zu helfen. „Mit Ferien war da nicht so viel drin“, stellt Schulleiter Rainer Dlugosch fest.

Gymnasium bereitete alles in den Ferien vor

Aber das Ergebnis sei den Aufwand wert gewesen. „Bei uns hat’s funktioniert. Ich bin sehr zufrieden.“ Dennoch soll das System weiter im Blick behalten werden. „Wir schauen gemeinsam mit dem Elternbeirat, wo es hakt und was man verbessern kann“, sagt Dlugosch. Dazu gehören auch Fortbildungen im weiteren Verlauf der Woche.

Frühes Üben an Grund- und Mittelschule

Wie andere Schulen auch, hat das Gymnasium auf eine duale Lösung gesetzt: Die Aufgabenstellung erfolgt über Mebis, die Kommunikation per Videoschaltung über MS Teams. Eine Kombination, die funktioniert hat, wie auch Markus Rewitzer, Leiter der Grund- und Mittelschule in Hausham, sagt: „Wir haben bereits im Herbst begonnen, das System mit unseren Schülern und Lehrern zu trainieren.“ Holpriger war es dagegen in der Grundschule, die – bedingt durch den Entwicklungsstand – nicht mit MS Teams und Mebis arbeitet, sondern mit dem Programm Padlet, das intuitives Arbeiten auch mit ABC-Schützen ermöglicht. „Da war das System teils nicht mehr erreichbar“, berichtet Rewitzer. „Das müssen wir beobachten.“

Das frühe Üben und Einstellen sei auch für die Eltern wichtig gewesen. „Die meisten sind da eh recht aufgeschlossen.“ Was auch die Ausstattung mit der nötigen Hardware gezeigt habe. Und in schwierigen Fällen sei auch ein Abholen von Unterlagen bei der Schule möglich. Rewitzer: „Wichtig ist, dass wir jetzt mehrere Kanäle zum Ausweichen haben.“

Berufsschule hat im Vorfeld trainiert

Frühzeitig auf den Distanzunterricht eingestellt hat man sich am Beruflichen Schulzentrum (BSZ) in Miesbach. Auch dort lief der erste Tag nach den Weihnachtsferien „in gewohnter Weise sehr gut“, wie Schulleiter Martin Greifenstein mitteilt. Auf das Arbeiten mit MS Teams habe man sich bereits im Mai/Juni ausgerichtet. „Zuerst haben wir bei Hard- und Software die Voraussetzungen geschaffen, und dann wurden Lehrer und Schüler ab September auf das Arbeiten vorbereitet.“ Wer keinen Rechner zu Hause hatte, bekam ein Leihgerät. Landkreis und Kommunen hätten hier wertvolle Unterstützung geleistet. Als der gemeinsame Unterricht im Klassenzimmer noch möglich war, wurden Probe-Tage eingelegt, an denen die Berufsschüler das Distanzlernen testen konnten, um Probleme zu beheben.

Realschule setzt auf „Die Schul-App“

Doch MS Teams ist nicht die einzige Plattform, die die Kommunikation zwischen Schule und Schülern ermöglicht. Die Gunetzrhainer-Realschule in Miesbach setzt auf ihre an der Realschule Poing entwickelte „Schul-App“, die Miesbach bereits 2019/20 eingeführt hat. „Technisch lief alles wunderbar“, berichtet Schulleiter Thomas Kaspar. Die sei „Big Blue Button“-basiert und damit anders als Microsofts Teams datenschutztechnisch unbedenklich. Nur ein Problem gab es: Über Weihnachten seien einige Schüler vom Christkind mit neuen Geräten ausgestattet worden, auf die die App jetzt nach den Ferien erst noch aufgespielt werden musste. „Bis 10 Uhr hatten wir das aber im Griff.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare