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Ohne Abstellmöglichkeiten weniger Radverkehr: Die Grünen setzen sich daher für mehr Stellplätze im Stadtgebiet Miesbach ein.

„Wir müssen anfangen, das Fahrrad mitzudenken“

Miesbach: Grüne wollen Stellplatzsatzung für Fahrräder

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Unnötige Bürokratie oder längst überfällige Maßnahme: Die Grünen fordern für Miesbach eine Stellplatzsatzung für Fahrräder. Am Donnerstag wird der Antrag im Stadtrat diskutiert.

Astrid Güldner, Stadträtin der Grünen undOrtsvorsitzende

Das Thema Radfahren in Miesbach stand vor Kurzem im Mittelpunkt des Treffens des Ortsvereins der Grünen in der Gaststätte Da Leonardo. Zusammen mit Hartmut Romanski, dem Kreisvorsitzenden des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), wurde angeregt diskutiert, wie das Radfahren in der Kreisstadt attraktiver gemacht werden kann. Bislang wurde bereits die Beschilderung verbessert. Eine weitere Möglichkeit ist es, mehr Radlständer zu schaffen. Einen Ständer hat der ADFC bereits gependet. Nun haben die Grünen dazu umgehend einen Antrag an den Stadtrat gerichtet mit dem Ziel, sich für die Schaffung einer Fahrradabstellplatzsatzung stark zu machen. Das Thema wird in der Sitzung am Donnerstag, 1. August, erörtert. Wir fragten Grünen-Ortsvorsitzende Astrid Güldner, was mit dem neuen Regelwerk verbessert werden soll.

-Frau Güldner, was soll eine solche neue Fahrradabstellplatzsatzung bringen außer zusätzliche Arbeit für die Verwaltung?

Der Verwaltung soll diese Satzung gerade Arbeit abnehmen – auf lange Sicht. Es geht darum, einmal die Vorgaben festzulegen, wie bei größeren Bauvorhaben auch der Radverkehr berücksichtigt und unterstützt werden kann. Eine Stellplatzsatzung gibt es ja auch.

Grüne wollen Stellplatzsatzung für Fahrräder in Miesbach

-Sie sprechen von größeren Bauvorhaben. Wie groß?

Es geht um Gewerbe, Mehrfamilienhäuser und Reihenhäuser – also Bauten, die mehrere Menschen betreffen, nicht nur eine einzelne Familie. Für solche Projekte sollen Stellplatzzahl, Größe und auch Überdachung festlegt werden. Einmal definiert, können sich alle Bauwerber daran orientieren. In München, Rosenheim und Weilheim hat sich das bewährt.

Wenig Stellplätze - wenig Bereitschaft, aufs Rad umzusteigen

-Was versprechen Sie sich davon?

Eine Erleichterung, auf das Rad umzusteigen und das Auto stehen zu lassen. Wenn wir die Verkehrswende wollen, müssen wir anfangen, das Fahrrad mitzudenken. Beim Auto ist es ganz klar, dass man dafür Stellplätze berücksichtigen muss.

-Warum halten Sie Abstellplätze für Radl so wichtig?

Weil sie die Entscheidung beeinflussen, ob man das Rad nimmt oder es stehen lässt. Ein gutes Beispiel ist unser Bahnhof, der ja in absehbarer Zeit umgebaut werden soll: Kann ich dort trocken und sicher mein Fahrrad abstellen oder nicht? Wenn die Infrastruktur stimmt, fällt diese Entscheidung leichter.

E-Bikes machen selbst in Miesbach Radfahren möglich

-Aber Miesbach bleibt dennoch steil und hügelig.

Das war früher sicher ein Argument, aber mit den neuen E-Bikes kann man das gut bewältigen. Letztlich geht es darum, dieses Thema bei Öffentlichkeit und Verwaltung ins Bewusstsein zu bringen. Vielleicht steigt ja der eine oder andere Pendler aufs Radl um, wenn er weiß, dass er beispielsweise am Eisstadion trocken und sicher sein Fahrrad abstellen kann. Gerade für den Sommer sollten wir diese Möglichkeiten bieten und fördern.

ddy


Lesen Sie auch: Profis verraten, wie Sie leicht mit dem Rad durch Miesbach kommen

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