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Miesbach: Habererschupf wird zur Maibaum-Werkstatt und ein Bauwagen zum gemütlichen Wachstüberl

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Von: Dieter Dorby

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Pünktlich angeliefert: Gestern Nachmittag erreichte der neue Miesbacher Maibaum die Kreisstadt. Geschlagen wurde er in einem Wald bei Fentbach.
Pünktlich angeliefert: Gestern Nachmittag erreichte der neue Miesbacher Maibaum die Kreisstadt. Geschlagen wurde er in einem Wald bei Fentbach. © Thomas Plettenberg

Miesbach bekommt heuer einen neuen Maibaum, nachdem der alte 2021 aus Sicherheitsgründen abgebaut werden musste. Bearbeitet wird der neue Maibaum am Habererplatz, in der Schupf der Haberer. Ein Platz wie auf dem Präsentierteller. Aber gerade deshalb sicher vor etwaigen Maibaumdieben.

Miesbach – Mit Maibäumen ist es wie bei den Dinosauriern: Je größer die begehrte Beute ist, desto schwieriger wird es für die Räuber zuzuschlagen. Der Maibaum, den die Stadt Miesbach heuer auf dem Marktplatz aufstellen möchte, ist längenmäßig durchaus eine Herausforderung. 32 Meter lang ist der Stamm, der gestern von seinem früheren Standort in einem Wald bei Fentbach (Gemeinde Weyarn) in die Kreisstadt transportiert wurde.

Anders als gemeinhin üblich wird der Baum nicht möglichst geheim bearbeitet, sondern im Herzen Miesbachs: in der Schupf der Haberer am Habererplatz. Angst vor Maibaumdieben muss man dort aber umso weniger haben, wie Stefan Baumgartner, Ex-Vorsitzender der Trachtler und einer der Maibaumorganisatoren, feststellt: „In der Schupf wird der Stamm bearbeitet. Daneben wird ein Wachstüberl samt Schwartlingsbar aufgebaut.“

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Die Maibaumorganisatoren versprechen sich dadurch während des Wachens und Aufputzens reges Interesse „vieler Miaschbegga/innen“. So könne in der nächsten Zeit der Werdegang bis zum 1. Mai verfolgt werden. Vielleicht erklärt sich laut Baumgartner ja auch der eine oder andere zur Wache bereit – oder zumindest zu einem Dämmerschoppen in gesellig, abendlicher Runde an der Schwartlingsbar.

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Als Wachstüberl dient ein urgemütlicher, beheizbarer Bauwagen, der ebenso wie der Baum gestern angeliefert wurde. Mit ihm soll die Lücke geschlossen werden, durch die der Stamm in die Schupf geschoben wird. Ein Diebstahl ist somit so ziemlich ausgeschlossen.

Denn mit einer Länge von 32 Metern ist das Rangieren und Navigieren anspruchsvoll. Das zeigte sich auch gestern: Der Fichtenstamm wurde rückwärts die Susanna-Waitzinger-Straße neben der Volksfestwiese hinunterbugsiert. Dafür musste sogar die B 472 kurzfristig gesperrt werden.

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In der Schupf wird der Stamm auf etwa 28 Meter gekürzt, geschepst, also entrindet, und bemalt. Gefällt wurde er bei abnehmendem Mond, wie Walter Fraunhofer, Ex-Feuerwehrkommandant und ebenfalls Maibaumorganisator, berichtet – „damit möglichst wenig Feuchtigkeit im Holz ist“. Denn dieser Baum soll gut vier Jahre stehen – anders als sein Vorgänger, der im Herbst 2021 nach nur knapp zweieinhalb Jahren wegen morscher Stellen abgebaut werden musste.

Für die Maibaum-Aktivisten ist es auf jeden Fall eine gute Gelegenheit, dass die Menschen wieder zusammenkommen, wie Baumgartner und Fraunhofer gemeinsam feststellen: „Nach der harten Corona-Zeit ist das für alle ein guter Treff.“

ddy

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