Einer von beiden wird der nächste Bürgermeister: CSU-Kandidat Gerhard Braunmiller (l.) und sein parteiloser Kontrahent Walter Fraunhofer, der für SPD und FWG antritt, treten gegeneinander in der Stichwahl am 29. März an.
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Einer von beiden wird der nächste Bürgermeister: CSU-Kandidat Gerhard Braunmiller (l.) und sein parteiloser Kontrahent Walter Fraunhofer, der für SPD und FWG antritt, treten gegeneinander in der Stichwahl am 29. März an.

Miesbach hat künftig einen Bürgermeister

Braunmiller und Fraunhofer in der Stichwahl

  • Dieter Dorby
    VonDieter Dorby
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Die Kreisstadt muss in die Stichwahl, doch eines steht seit gestern Abend fest: Ein Mann wird die Nachfolge von Ingrid Pongratz (CSU) antreten.

Mit 43,14 Prozent holte Gerhard Braunmiller (CSU) die meisten Stimmen. In zwei Wochen, am Sonntag, 29. März, muss er im direkten Vergleich gegen Walter Fraunhofer antreten. Der parteilose Kandidat von SPD und Freier Wählergemeinschaft holte mit 31,74 Prozent die zweitmeisten Stimmen und schaffte es so in die Stichwahl.

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Die beiden übrigen Kandidaten konnten ihm dabei nicht gefährlich werden: Astrid Güldner (Grüne) landete am Ende bei 17,59 Prozent, Florian Hupfauer (FDP) gar nur bei 7,52 Prozent. 5305 der insgesamt 8958 Wahlberechtigten hatten ihre Stimme abgegeben. Das entspricht einer Wahlbeteiligung von 59,22 Prozent.

20.08 Uhr: Das Ergebnis steht fest

Bis das endgültige Ergebnis um 20.08 Uhr feststand, hieß es Warten im Miesbacher Rathaus. Trotz des Coronavirus hatten es sich die vier Kandidaten nicht nehmen lassen, gemeinsam auf das Ergebnis zu warten. Anders als in den Vorjahren waren die vier Lager nur mit minimalem Gefolge erschienen, sodass im Schnitt etwas über 20 Personen anwesend waren. Das Kuriose: Als Pongratz 2015 ohne Gegenkandidat wiedergewählt wurde, war die Wahl zwar wenig spannend, aber die Stimmung war unbeschwerter. So war der Blick meist auf den Bildschirm gerichtet, auf dem die Wahlleitung immer wieder die neuesten Ergebnisse aus den Wahllokalen veröffentlichte.

Vom Ergebnis zeigte sich Braunmiller erfreut, machte aber keinen Hehl daraus, dass er sich die Stichwahl erwartet hatte. „Ich habe gehofft, dass es über 40 Prozent werden“, sagte der 53-Jährige, „aber ich hatte auch das Gefühl, dass das realistisch ist.“ Dies sei nicht zuletzt seinem „sehr guten Team“ zu verdanken, das einen „sehr guten Wahlkampf“ geführt habe. „Ich hoffe, dass sich das auch bei der Stadtratswahl bemerkbar macht.“ Auf jeden Fall warte nun auf die Miesbacher eine spannende Stichwahl.

„Im Finale ist alles möglich“

Sein Kontrahent Fraunhofer zeigte sich mit seinem Ergebnis ebenfalls zufrieden. „Ich habe für mich so 30 bis 35 Prozent erwartet“, sagte er. „Das passt also.“ Für die Stichwahl erhofft er sich nun Unterstützung von den Wählern der Grünen und der FDP. Dass er Braunmiller trotz des aktuellen Vorsprungs abfangen kann, hält er für möglich: „Im Finale ist alles möglich.“

Enttäuscht war dagegen Astrid Güldner. Die Stadträtin und Ortsvorsitzende der Grünen blieb unter ihren Erwartungen. „Ich hätte mir schon eine 20 vor dem Komma gewünscht“, gab sie zu. „Es ist schade, dass die Miesbacher keine Veränderungen wünschen. Für mich bedeutet dieses Ergebnis: Es soll weitergehen wie bisher.“ Nichtsdestotrotz gratuliere sie den beiden Siegern zum Erreichen der Stichwahl. Dabei darf sich ein Kandidat wohl auf grüne Unterstützung freuen. Güldner: „Ich denke, dass wir wohl eine Wahlempfehlung aussprechen werden.

„Der Wähler ist schwer einzuschätzen“

Ebenfalls enttäuscht zeigte sich Hupfauer. „Zu wenig“, antwortete er auf die Frage, wie er sein Ergebnis bewerte. „Einstellig ist schon schade. Mit dem Ergebnis aus dem ersten Wahlbezirk“ – in der ersten Meldung lag er bei 12,58 Prozent – „hätte ich gut leben können. Das wäre mein Wunsch gewesen.“ Dennoch freue er sich auch über sein Ergebnis. „In Bayern liegt die FDP bei drei Prozent – da liege ich weit über der Landesebene.“ Zumal die FDP nach der Landtagswahl in Thüringen einen spürbar schlechten Stand bei den Wählern in Miesbach gehabt habe. „Das war für uns durchaus zu spüren – auch wenn wir damit nichts zu tun hatten.“ Außerdem – das sprachen auch Güldner und Fraunhofer an – habe man mit dem Wahlkampf-Budget der CSU nicht mithalten können.

Sehr entspannt verfolgte dagegen Amtsinhaberin Ingrid Pongratz die Bekanntgabe der Ergebnisse am Bildschirm. Überrascht sei sie von der Stichwahl-Konstellation nicht, erklärte sie: „Ich habe ebenfalls auf Braunmiller und Fraunhofer getippt, hätte mir aber bei beiden keine prozentuale Verteilung zugetraut.“ Dazu sei der Wähler mittlerweile zu wenig einschätzbar. „Wir haben weniger Stammwähler und auch mehr zugezogene Bürger.“ So gesehen bleibt es auch bei der Stichwahl spannend.

ddy

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