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Die Musikschule Schlierach-Leitzachtal in Not: Quasi aus dem letzten Loch pfeift die Bildungseinrichtung. Die Kommunen sollen helfen.

Finanzielle Schieflage: Miesbach hilft

Weil Spender weniger zahlen: 50 Prozent mehr Förderung für Musikschule

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Die Musikschule Schlierach-/Leitzachtal braucht wieder Geld. Grund ist die sinkende Unterstützung durch Staat und Spender. Die Stadt Miesbach verlängerte und erhöhte ihre Unterstützung.

Miesbach - Die Musikschule Schlierach-/Leitzachtal ist finanziell zwar wieder auf die Füße gekommen, das aber nur recht wackelig, wie die jüngste Sitzung des Miesbacher Stadtrats zeigte.

Wie berichtet, hatte die Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee im Jahr 2014 der Musikschule den Zuschuss komplett gestrichen. Allerdings werden ihr die Räume in Hausham weiterhin kostenlos überlassen. Dies gelte jedoch nicht für Heizung, Strom und Wasser, erklärte der neue Schulleiter Markus Eli nun dem Gremium.

Die Musikschule sah sich damals ohne die Sparkasse einem Finanzloch ausgesetzt, das nur mithilfe der Kommunen gestopft werden konnte – und zwar so: Für drei Jahre sollten die Mitgliedsgemeinden des Trägervereins – dazu gehören neben Miesbach und dem Landkreis die Kommunen Bayrischzell, Fischbachau, Hausham, Irschenberg und Schliersee – für jeden ihrer Schüler 100 Euro als jährlichen Zuschuss zahlen. Befristet wurde dies bis 31. Dezember 2017. Doch nun kam der neue Antrag: Die Musikschule braucht die finanzielle Hilfe nicht nur weiterhin, sondern auch mehr davon.

Als Grund nannte Eli, der Nachfolger der im Januar verstorbenen Schulleiterin Elisabeth Oberhorner, das insgesamt rückläufige Spendenaufkommen. Dies gelte es auszugleichen, sonst müssten Lehrer entlassen werden. 2015 habe die Musikschule dank überdurchschnittlich vieler Spenden mit einem Plus von 52 667 Euro abgeschlossen, doch bereits 2016 folgte ein Minus von 10 231 Euro. Für 2017 geht man von 10 000 Euro Überschuss aus.

Dies wirkt sich laut Eli zudem auf den Zuschuss des Freistaats aus. Wie beim Freien Landestheater Bayern sei die Höhe der staatlichen Förderung für die Musikschule davon abhängig, wie viel die Kommunen zuschießen, erklärte Bürgermeisterin Ingrid Pongratz (CSU). Deshalb sprach sie sich dafür aus, dass die Stadt mithelfe und ihre rund 145 der laut Homepage insgesamt über 800 Musikschüler weiterhin bezuschusse. Eine Musikschule sei eine kommunale Soll-Aufgabe. Und die vorhandene Form sei immer noch günstiger als die Variante im Tegernseer Tal: Dort bezahle der Zweckverband je Schüler 600 Euro.

Udo Konrad, der seit 30 Jahren als Kassier fungiert, verwies darauf, dass die Musikschule 2015 noch rund 40 000 Euro vom Freistaat bekommen habe, 2017 seien es nur noch 17 000 Euro. Zudem seien die Lehrer – anders als bei anderen Musikschulen – fest angestellt.

Auf Pongratz’ Frage, wie viel Zuschuss die Schule denn jährlich bräuchte, nannte Konrad 150 Euro pro Schüler. Pongratz befürwortete diese Höhe und schlug vor, diese für weitere drei Jahre zu gewähren. Im Stadtrat gab es dafür Zustimmung. Immerhin komme das Geld ja Miesbacher Kindern zugute, meinte Franz Mayer (CSU).

Kritik gab es lediglich von Markus Seemüller (FW), der daran erinnerte, dass es in Miesbach mit dem Klang–raum eine zweite Musikschule gebe. Eine Förderung der einen Schule bedeute daher eine „starke Wettbewerbsverzerrung“, wobei die Gebühren beider Schulen weitgehend identisch seien. Zudem wollte er wissen, warum man den Zuschuss nicht nur für ein Jahr gewähre und dann neu entscheide.

„Weil wir sonst diese Diskussion jedes Jahr führen“, antworte Pongratz. Die Musikschule sei staatlich anerkannt und gehe sonst kaputt. Zudem habe sie einen anderen Hintergrund als eine private Schule. „Wenn man das beim Klangraum anders sieht, stehe ich da drüber.“

Unterstützung bekam Seemüller vom Dritten Bürgermeister Michael Lechner (FW): „Die Stadt sollte genau überlegen, was sie tut, denn unsere Verschuldung liegt deutlich über dem Landesdurchschnitt. Das Gebot der Sparsamkeit sollte auch hier der Wegweiser sein.“ Dem widersprach Christian Mittermaier (CSU): „An der musikalischen Bildung zu sparen ist der falsche Weg. Ich beantrage sogar, dass wir 200 Euro zahlen.“

Nachdem Zweiter Bürgermeister Paul Fertl (SPD) gemahnt hatte, „keinen Bieterwettbewerb zu machen“, wurde Mittermaiers Antrag mit 7:16 Stimmen abgelehnt. In der zweiten Abstimmung wurden die 150 Euro pro Schüler für drei Jahre mit 16:7 beschlossen.

ddy

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