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Eine Bedrohung für den Waitzinger Park in Miesbach ist der Asiatische Laubholzbockkäfer.

Behördendialog in Miesbach

Hoffnung für Waitzinger Park: Chance auf Ausnahmeregelung vorhanden

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Beim Behördendialog am Montag in Miesbach hat das zuständige Landesamt für Landwirtschaft (LfL) Bereitschaft signalisiert, eine Ausnahmeregelung für den Waitzinger Park ins Auge zu fassen.

Miteinander reden hilft – davon ist Michael Lechner (Freie Wähler), Miesbachs Dritter Bürgermeister und Anlagenreferent, überzeugt und sieht sich damit im Fall des Asiatischen Laubholzbockkäfers (ALB) auch bestätigt.

Erfolgreicher Dialog mit LfL in Miesbach

„Wir haben die Situation mit der LfL besprochen, und es zeichnen sich nun Möglichkeiten ab, um zumindest die Linden und Eschen im Waitzinger Park erhalten zu können“, berichtet Lechner von dem Gespräch, an dem die LfL mit Präsident Jakob Opperer und ALB-Arbeitsgruppenleiter Frank Nüsser sowie Bürgermeisterin Ingrid Pongratz, die Sprecher der Stadtratsfraktionen und Vertreter des Landwirtschaftsamts und des Landratsamts als Untere Naturschutzbehörde teilgenommen haben.

Bedeutung des Waitzinger Parks dargestellt

Im Raum stehe der Status als geschützter Landschaftsbestandteil oder als Naturdenkmal, ergänzt Lechner, der gleichzeitig die Mitarbeit der Rathausverwaltung lobend hervorhebt: „Wir konnten bei diesem Treffen die Bedeutung des Parks sowohl früher als auch heute durch die historische Entstehung und die aktuellen Veranstaltungen dort belegen und damit verdeutlichen. Wir brauchen diesen Status, dass der Park besonders schützenswert ist, als Grundlage für eine Ausnahmeregelung.“

Wie berichtet, war beim Kulturzentrum Waitzinger Keller der ALB nachgewiesen worden. Gemäß der zugrunde liegenden EU-Verordnung müssen deshalb alle bekannten Wirtsgehölze des ALB im Umkreis von 100 Metern um infizierte Bäume gefällt werden, um die Verbreitung zu verhindern. Die Konsequenz: Ein Großteil des Waitinger Parks wäre betroffen.

Konzentration auf die Big Five

Deshalb hat Lechner im Stadtrat erfolgreich den Antrag gestellt, beim LfL eine Ausnahme vom EU-Durchführungsbeschluss zu erwirken. Dieser basiert darauf, sich lediglich auf die fünf Hauptwirtsbäume Ahorn, Kastanie, Birke, Pappel und Weide zu konzentrieren – die sogenannten Big Five. Die fachliche Grundlage dazu hatte Martina Lewald-Brudi vom Landratsamt kürzlich im Stadtrat vorgestellt.

Für den Ansatz, sich auf die Big Five zu reduzieren, sei „ein Einsehen“ da, sagt Lechner: „Es gibt eine gemeinsame Diskussionsgrundlage.“ Opperer habe sich zudem ein Bild vom Park vor Ort gemacht und könne das Ansinnen seitens der Stadt verstehen. „Wenn wir den Waitzinger Park so weit wie möglich retten wollen, müssen wir der LfL eine Brücke bauen, über die sie gehen kann“, erklärt Lechner. Er habe nun ein gutes Gefühl. Allerdings: Die Ausnahmeregelung gilt generell nicht für betroffene Privateigentümer.

ddy

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