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Reinhold Krämmel (l.), hier bei einer Sitzung des IHK-Regionalausschusses im März in Benediktbeuern.

IHK im Oberland legt Herbstumfrage vor

Optimismus der Wirtschaft ist verflogen

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Die Stimmung der Wirtschaft im Oberland bleibt verhalten. „Der Optimismus der Unternehmen lässt zusehends nach“, sagt Reinhold Krämmel, Sprecher des IHK-Forums für die Region.

Landkreis Laut Herbstumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) für München und Oberbayern fällt der Konjunkturindex um acht Zähler auf 120 Punkte und liegt damit knapp unter seinem langjährigen Durchschnitt von 121 Punkten. Die Region umfasst die Landkreise Bad Tölz-Wolfratshausen, Miesbach, Garmisch-Partenkirchen und Weilheim-Schongau, und betrachtet man die Zahlen, so ist die Lage hier zumindest noch etwas besser als im bayernweiten Vergleich. Das hat laut einer Pressemitteilung der IHK mit der hohen Bedeutung der Tourismusbranche in der Region zu tun. Fast jedes zweite hier ansässige Unternehmen (47 Prozent) ist mit seiner aktuellen Geschäftslage zufriedener als noch im Frühjahr. Nur sieben Prozent der Unternehmen äußerten sich unzufrieden. Im Frühjahr waren es noch zwölf Prozent. Für die kommenden Monate haben die Unternehmen im Oberland ihre Erwartungen jedoch heruntergesetzt.

15 Prozent der Unternehmen wollen Stellen streichen

Aktuell rechnen nur noch 14 Prozent mit einer Geschäftsbelebung, zuletzt war es noch ein Drittel (33 Prozent) der Unternehmen. Das wirkt sich auf die Personalplanungen aus. Nur noch elf Prozent der Unternehmen möchten zusätzliches Personal einstellen, 15 Prozent wollen hingegen Stellen streichen. Damit läuft der Beschäftigungsaufbau in der Region aus.

Hinsichtlich ihrer Bereitschaft, mehr zu investieren, sinkt die Zahl der dazu bereiten Unternehmen von 32 Prozent im Frühjahr auf jetzt 27 Prozent. Andererseits gibt es auch weniger Unternehmen, die weniger investieren wollen (aktuell sechs Prozent nach zwölf Prozent im Frühjahr). Damit verharrt die Investitionstätigkeit auf gleich bleibendem Niveau.

Bei den Risikobewertungen hat die allgemeine Verunsicherung zugenommen. Am stärksten ist die Sorge vor einer Eintrübung der Inlandsnachfrage gestiegen. Diese ist für fast jedes zweite Unternehmen (46 Prozent) ein Risiko. Im Frühjahr war es das erst für 40 Prozent. Die unsicheren wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen bewertet fast die Hälfte der Unternehmen (49 Prozent) als ein Risiko. Im Frühjahr waren es erst 44 Prozent.

Fachkräftemangel bleibt Wachstumsrisiko

Das (Wachstums-)Risiko Nummer eins bleibt mit 57 Prozent der Fachkräftemangel. „Auch im Oberland ist zu beobachten, dass die Konjunktur nicht mehr rund läuft. Die konjunkturellen Alarmzeichen aus der Industrie greifen immer mehr auf andere Branchen über“, sagt Forums-Sprecher Krämmel. „Unsere Wirtschaft braucht deshalb jetzt dringend Investitionsanreize. Dazu zählen bessere Abschreibungsregelungen, niedrigere Strompreise, und auch die Digitalisierung muss entschiedener vorangetrieben werden.“ Als Sofortmaßnahme dafür empfiehlt Krämmel beispielsweise wesentlich kürzere Abschreibungszeiträume für die Anschaffung von Hard- und Software.

Unternehmen fordern Maßnahmen von der Politik

Um die Standortbedingungen im internationalen Wettbewerb insgesamt zu verbessern, mahnt Krämmel eine niedrigere Besteuerung der Unternehmen an. Deutschland sei ein Höchststeuerland, so der Wolfratshauser Unternehmer. Der Steuersatz für einbehaltene Gewinne müsse daher dringend von derzeit über 30 Prozent auf das international übliche Niveau von 25 Prozent gesenkt werden.

sh


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