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Ziemlich eng und unübersichtlich snd die Bushaltestellen an der Schlierseer Straße. Gerade das mache sie sicher, sagen Verkehrsplaner. Die Ausschussmitglieder wollen dennoch versuchen, die Situation zu verbessern.

Verkehrsberuhigung

Keine Chance auf Zone 30 in der Innenstadt

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Miesbach - Die Idee, die Miesbacher Innenstadt zur Zone 30 zu machen, hat sich schnell erledigt. Zu groß sind die baulichen Anforderungen, wie der Bauausschuss feststellen musste. Nun fällt das Bremsmanöver kleiner aus: Für die gesamte Schlierseer Straße gilt künftig Tempo 30.

„Wo sind denn in der Innenstadt überhaupt noch 50 km/h möglich?“ Mit dieser Frage hatte Stefan Griesbeck (CSU) Ende Januar im Bauausschuss den Anstoß gegeben, um die Verwaltung prüfen zu lassen, ob die Miesbacher Innenstadt zu einer Zone 30 umgewandelt werden kann. Nun liegt die Antwort vor, und die lautet: nein.

Generell, so erklärte der neue Verkehrssachbearbeiter Peter Kadel, sei eine Umwandlung durchaus möglich, aber dazu müsste eine Vielzahl an Voraussetzungen geschaffen erfüllt werden, die § 45 Straßenverkehrsordnung vorgibt.

Hauptschwierigkeit ist die Anforderung niveaugleicher, gleichberechtigter Straßen, was rechts vor links und das Beseitigen der Bordsteine zur Folge hätte. Zudem müssten auch Leitmarkierungen entfernt werden. Busse sollten dort daher nicht fahren.

Auch die Polizei befürwortet eine Ausweitung von 30 Kilometern pro Stunde in einer Zone nicht. Die gesamte Innenstadt müsste dazu überplant werden, obwohl man meist eh nicht schneller als 30 fahren könne. Ähnlich beurteilte das der ADAC.

Die Ausschussmitglieder bedauerten diese Umstände, denn eine Geschwindigkeitsreduzierung erachteten sie als vorteilhaft, wie Verkehrsreferent Florian Ruml (FW) erklärte: „Tempo 30 bringt kürzere Bremswege, weniger und leichtere Unfälle, eine bessere Wahrnehmung und mehr Lärmschutz. Viele Bürger würden das befürworten.“

Angesichts der Sachlage schlug er allerdings vor, den Zustand so zu lassen, wie er ist, und bei einzelnen Straßen zu prüfen, ob Tempo 30 – das sich im Unterschied zur Zone 30 nicht auf einen Bereich, sondern nur auf eine einzige Straße beschränkt – sinnvoll ist. Dem schloss sich das gesamte Gremium an.

Damit kam das kleine Tempo 30 in der Schlierseer Straße von der Bayrischzeller Straße bis zum Stadtplatz zum Tragen. Wie berichtet, hatte sich der Bauausschuss bereits im Januar dafür ausgesprochen, dort Tempo 30 in beide Richtungen auszuweiten, um Fußgänger wie Senioren, Schüler und Asylbewerber zu schützen. Der Ausschuss stimmte dem nun, da eine 30er-Zone nicht machbar ist, einhellig zu.

Einigkeit herrschte auch darüber, dass die Bushaltestelle beim Edeka unbefriedigend gelöst ist. Ruml sprach sich für eine Bucht oder eine Verlegung der Haltestelle aus. Griesbeck nannte den Zustand „vogelwild“ und wunderte sich, wie Verkehrsplaner dies als sicherer bewerten können als eine Haltebucht.

Manfred Burger (Grüne) verwies auf Unfallstatistiken, was Bauamtsleiter Lutz Breitwieser untermauerte: „Busbuchten werden nicht mehr gebaut.“ Grund seien die strengen Vorschriften, wenn der Bus auf der Straße stehen bleibt: Dann dürfe dieser nur mit Schrittgeschwindigkeit überholt werden. „Steht er in der Bucht, rauscht der Verkehr vorbei.“ Um sich einen Eindruck zu verschaffen, regte Zweiter Bürgermeister Paul Fertl (SPD) als Sitzungsleiter an, die Situation vor Ort zu besichtigen.

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