Der Landrat und der „Hoptimist“: Den Smiley hat Löwis von seinem „Herzkammer-Wahlteam“ zur Wahl geschenkt bekommen. „Mir vermittelt er stets gute Laune und Freude – vor allem, wenn ich ihm auf den Kopf haue“, erzählt der Landrat. „Er steht auf meinem Schreibtisch und hat an allen wichtigen Online-Sitzungen teilgenommen.“
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Der Landrat und der „Hoptimist“: Den Smiley hat Löwis von seinem „Herzkammer-Wahlteam“ zur Wahl geschenkt bekommen. „Mir vermittelt er stets gute Laune und Freude – vor allem, wenn ich ihm auf den Kopf haue“, erzählt der Landrat. „Er steht auf meinem Schreibtisch und hat an allen wichtigen Online-Sitzungen teilgenommen.“

Erstes Jahr im neuen Amt

„Es dreht sich sehr viel um Krisenmanagement“ ‒ Landrat Olaf von Löwis über große Herausforderungen

  • Stephen Hank
    vonStephen Hank
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Olaf von Löwis ist seit einem Jahr im Amt. Der Miesbacher Landrat zieht Bilanz und spricht über das Krisenmanagement in der Pandemie.

Landkreis – Sitzungen mit Abstand oder nur online, so gut wie keine persönlichen Begegnungen mit Bürgern, Projekte in der Warteschleife: Die Amtsgeschäfte von Landrat und Bürgermeistern haben sich seit Beginn der Corona-Pandemie stark verändert. Auch Landrat Olaf von Löwis (66, CSU) ist seit Dienstantritt im Mai 2020 nie wirklich aus dem Krisenmodus herausgekommen.

Herr von Löwis, was war Ihr schönster Termin in diesem ungewöhnlichen ersten Jahr als Landrat?

Jeder, bei dem es nicht um Corona ging (lacht). Nein, tatsächlich ist mir die Klausur mit den Abteilungs- und Fachbereichsleitern im Juni 2020 am meisten in Erinnerung geblieben. Hier war es möglich, allen ein offenes Ohr zu schenken und Grundlegendes zu besprechen. Es dreht sich sehr viel um Krisenmanagement seit einem Jahr, aber die kleinen positiven Momente überwiegen.

Wie viel Prozent Ihrer Arbeitszeit dreht sich um die Corona-Pandemie und ihre Auswirkungen?

Da das Thema in nahezu jeden Bereich reinspielt, würde ich sagen mindestens zwei Drittel. Was ausschließlich die Pandemie-Bekämpfung betrifft, vielleicht 40 Prozent.

Wie lange hat es gedauert, bis Sie sich im Landratsamt eingelebt hatten?

Das ging relativ schnell, zumal ich hier in einem super Team aufgenommen wurde. Bereits nach einem Monat hatte ich das Gefühl, die Arbeit schon ein Jahr zu machen. Ich habe sicher auch von meiner vorangegangenen Tätigkeit als Bürgermeister profitiert. Aber viele Abläufe sind doch auch anders und manchmal überraschend. Bei der Doppelfunktion des Landratsamts als Staatsbehörde und Kreisverwaltung fällt es manchmal schwer, die Staatssicht einzunehmen. Ich bin gerne etwas freier in meinen Entscheidungen und möchte etwas für die Menschen bewegen. Wir wollen ja keine Verhinderungsbehörde sein.

Was hat Sie in Ihrer bisherigen Amtszeit am meisten überrascht?

Ich habe es mir im Wahlkampf nicht vorstellen können, dass es so ein Thema wie Corona geben könnte, das einen derart fordert. Ich bin ja ein immer positiv denkender Mensch und möchte das auch weitergeben, aber es kostet zur Zeit schon viel Kraft, diesen Hoffnungsschimmer immer wieder zu vermitteln. Wirklich überrascht hat mich kurz nach Amtsantritt die Sache mit dem Seniorenzentrum in Schliersee. Das Thema hat ziemlich scharf eingeschlagen und nimmt mich fast noch mehr mit als Corona. Wir suchen hier immer noch nach einem guten Ausweg. Schließlich haben wir hier eine große Verantwortung für die älteren Menschen.

Welches Einzelprojekt haben Sie am meisten vorangebracht?

Den Neubau des Landratsamts. Hier habe ich mit maßgeblicher Unterstützung der zuständigen Abteilungsleiterin Maria Rode, dem Kämmerer und dem Personalrat die Neubetrachtung des Neubaus angehen können. Die Erfahrungen aus dem verstärkten Homeoffice anlässlich Corona zeigten, dass wir noch wesentlich digitaler und mutiger planen können. Es soll ein Landratsamt für übermorgen entstehen, das an den Bürgern ausgerichtet ist und attraktive Arbeitsplätze bietet. Das Ziel sind zufriedene Bürger und Mitarbeiter. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir das gemeinsam hinbekommen.

Wie bewerten Sie momentan die kommunalpolitische Stimmung auf Kreisebene?

Insbesondere die erste Zeit war sehr positiv und harmonisch. Inzwischen spürt man, dass verstärkt Emotionen aufkommen und die Leute sensibel reagieren oder anfangen, unwillig zu werden. Es ist vielleicht auch der allgemeinen Lage und den anstehenden Wahlen geschuldet, ich nehme das nicht persönlich.

Das Gespräch führte Stephen Hank.

Zu dieser Serie

Ein Jahr sind die sieben neugewählten Bürgermeister und der Landrat im Landkreis Miesbach nun im Amt. In unserer Interviewserie berichten sie, wie sie ihren Start während der Corona-Krise erlebt haben. Seit einem Jahr sitzt Robert Kühn (SPD) nun auf dem Stuhl des Wiesseer Bürgermeisters. Der 38-Jährige war damals der Überraschungssieger der Wahl. Johannes Lohwasser (FWG) spricht über sein erstes Jahr im Amt als Bürgermeister von Fischbachau und erzählt von schönen Terminen, Überraschungen und die Corona-Pandemie.

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