Gebäude soll 2025 stehen

Video zeigt Animation des neuen Plans: Landratsamt-Ersatzbau bildet künftiges Arbeiten ab

  • Stephen Hank
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Die Pläne zum neuen Ersatzbau am Landratsamt haben Form angenommen. Im Kreisausschuss wurde eine erste Vision, wie das Amt der Zukunft aussehen könnte, präsentiert.

Landkreis ‒ Inzwischen geht es nicht mehr nur um einen Neubau. „Es ist ein Zukunftsprogramm, das zeigt, wie wir künftig arbeiten und was der Bürger vom Landratsamt erwarten darf“, sagte Abteilungsleiterin Maria Rode im Kreisausschuss. Der hob in seiner jüngsten Sitzung frühere Beschlüsse auf, um auf Basis eines neuen Raumprogramms eine neue Gebäudeplanung zu ermöglichen.

Fünf Jahre ist es her, dass sich Kreisverwaltung und Kreisräte erstmals mit einem Ersatzbau fürs Landratsamt beschäftigt haben. Es folgten ein Architektenwettbewerb, unzählige Sitzungen und Beschlüsse, diverse Änderungen am Raumprogramm – und dann Corona. Die Krise ließ die Verwaltung neu über die künftigen Erfordernisse nachdenken (wir berichteten). Das Ergebnis der Beratungen der vergangenen Monate präsentierten Architektin Kerstin Littel vom Büro CSMM und Planerin Jessica Lauterbach vom Landratsamt im Kreisausschuss. Das obige Video zeigt eine erste animierte Vision. Die dazugehörige Bauleitplanung wird erst noch in enger Abstimmung mit der Stadt Miesbach entwickelt.

Das Landratsamt der Zukunft: Ein erster Entwurf zeigt, wie der Ersatzbau künftig aussehen könnte. Rechts ist der denkmalgeschützte Bestand zu sehen, im Hintergrund der L-förmige Erweiterungsbau mit Flachdach. Der Neubau links ist optisch ans bisherige Landwirtschaftsamt angelehnt und ein Stockwerk höher als der hintere Gebäudeteil.

Zentrale Botschaft: Eine Verlegung der Riezlerstraße nach Norden, wie sie aus Platzgründen einst vorgesehen war, ist vom Tisch. Die Straße soll auch nicht unterbaut werden. Der Ersatzbau findet, weil vom Volumen her deutlich geschrumpft, auf dem Gelände der früheren Landwirtschaftsschule und des Landwirtschaftsamts Platz. Nördlich der Riezlerstraße entsteht sozialer Wohnungsbau, unterkellert mit einer zweistöckigen Tiefgarage. „Wir arbeiten in zwei Bauabschnitten“, sagte Kreiskämmerer Gerhard de Biasio. „Bis 2025 soll der Ersatzbau stehen, erst anschließend werden Wohnungen und Tiefgarage errichtet.“ Das erleichtere auch den Bauablauf.

Miesbach: Neue Planung vorgestellt ‒ Landratsamt-Ersatzbau bildet künftiges Arbeiten ab

Warum der Ersatzbau mit weniger Platz auskommt, erläuterte Architektin Littel. So habe man weitaus ehrgeiziger als vor der Corona-Krise das Thema Homeoffice berücksichtigt. Im vergangenen Jahr, so wurde an anderer Stelle in der Sitzung bekannt, arbeiteten 126 Mitarbeiter von zu Hause. 2019 waren es gerade mal 29. Die benötigte Fläche des Ersatzbaus ist nun mit rund 5300 Quadratmetern angegeben, vor der Corona-Krise waren es rund 7000.

Bei der Planung haben die Architekten berücksichtigt, was die Verantwortlichen des Landratsamts laut Rode an Erfordernissen erarbeitet haben. So ist vorgesehen, dass Vorsprachen im Landratsamt künftig nur mit Termin möglich sind und die Warte- und Besprechungsbereiche auf die inzwischen gängigen Hygienestandards zugeschnitten sind. Auch der Datenschutz wird großgeschrieben. Bestimmte Bereiche im Landratsamt werden nicht mehr öffentlich zugänglich sein. Im Erdgeschoss dagegen, wo neben den Serviceschaltern auch der rund 200 Quadratmeter große Sitzungssaal Platz findet, wird es eine Cafeteria geben, zu der jeder Zutritt hat.

Landratsamt Miesbach: Neuer Ersatzbau für viel Home-Office geplant

Bei den Kreisräten stieß die neue Planung auf Zustimmung. „Inhaltlich und baulich wird hier was ganz Großes geschaffen“, sagte beinahe euphorisch Vizelandrat Jens Zangenfeind (FWG). Dritter Landrat Josef Bierschneider (CSU) bezeichnete die Pläne als „sehr durchdacht“. Sich planerisch und baulich eine Aufstockung des Gebäudeteils mit dem Flachdach vorzubehalten, regte Martin Beilhack (BP) an. Bei seinen Kollegen stieß er damit durch die Bank auf Zustimmung. „Ich hoffe, dass sich die Prognosen mit dem Homeoffice so bewahrheiten und wir nicht plötzlich doch mehr Platzbedarf haben“, sagte Thomas Tomaschek (Grüne). Auch Christine Negele (SPD) mahnte: „Wir sind ein Landkreis mit großem Bevölkerungszuwachs. Und wir wissen nicht, welche zusätzlichen behördlichen Aufgaben uns künftig übertragen werden.“

Nach dem positiven Beschluss des Kreisausschusses geht es nun in die weitere Planung. Der Kreiskämmerer möchte in enger Abstimmung mit der Stadt zügig eine Bebauungsplanänderung vorantreiben. „Bei der Gebäudegestaltung sind wir den Ansprüchen der Stadt sehr nahe gekommen“, betonte Landrat Olaf von Löwis (CSU). Und so signalisierte Miesbachs Bürgermeister Gerhard Braumiller (CSU) auch Kooperationsbereitschaft. „Der Austausch mit dem Landratsamt funktioniert sehr gut, die Planungen gehen in die richtige Richtung“, sagte er. „Wir werden uns zeitnah abstimmen, um keine Zeit zu verlieren.“

Von Stephen Hank

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