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Grenzerfahrung: Ein privater Sicherheitsdienst sorgt seit 2015 im Haus D des Landratsamtes für Ordnung.

Ausschreitungen in Ausländerbehörde

Nach Angriff von Asylbewerber auf Mitarbeiterin - so schützt sich Landratsamt schon lange

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In der Ausländerbehörde griff vor drei Jahren ein Asylbewerber eine Mitarbeiterin an. Seitdem muss ein Sicherheitsdienst für Ruhe sorgen. Das funktioniert.

Miesbach – Das Landratsamt Erding hat dieser Tage für Aufsehen gesorgt. Wegen immer wieder auftretender „bedrohliche Szenarien“ in der Asyl- und Ausländerbehörde engagierte Landrat Martin Bayerstorfer einen Sicherheitsdienst – auf Drängen des Personalrats. Das Landratsamt Miesbach zeigt seit drei Jahren, dass dies ein wirksamer Weg sein kann.

Es war ein Dienstag, der am hiesigen Landratsamt viel veränderte. Am 24. Februar 2015 gegen 9.40 Uhr will ein Nigerianer im Asyl- und Ausländeramt an der Münchner Straße neue Ausweispapiere beantragen. Weil er früher zwar in einer Asylbewerberunterkunft im Landkreis lebte, nach seiner Anerkennung aber in Duisburg gemeldet war, erklärt ihm die Mitarbeiterin, nicht mehr für ihn zuständig zu sein.

Der Mann wird laut und aggressiv. Die 33-Jährige schafft es zwar noch, ihn des Raumes zu verweisen und sich von innen gegen die Tür zu stemmen. Doch der 40-Jährige stößt die Tür von außen wieder auf. Die Mitarbeiterin stürzt gegen die Theke, erleidet Prellungen und einen Schock. Die Theke fällt um, reißt einen Drucker mit.

Bei den Mitarbeitern des Landratsamtes saß der Schock tief. Viele fühlten sich in ihrer Sicherheit beeinträchtigt, wussten nicht, wie sie sich in ähnlichen Situationen schützen sollten, denn sie erhalten keine Ausbildung zu Konfliktbewältigung oder Selbstverteidigung. Landrat Wolfgang Rzehak reagierte sofort, engagierte einen privaten Sicherheitsdienst für das Haus D, in dem der Fachbereich 21 für Ausländer- und Asylangelegenheiten untergebracht ist.

Seit dem stehen zwei Wachmänner während der Öffnungszeiten ständig im Eingang des Gebäudes. Sie mustern die Besucher, sprechen Unschlüssige an, fragen nach dem Anliegen. Dadurch sollen Konflikte unterbunden werden, bevor sie entstehen, wie Behördensprecher Birger Nemitz erklärt: „Die Wachen agieren vor allem präventiv. Dadurch eskalieren Konflikte gar nicht erst, sie werden frühzeitig erkannt und unterbunden.“ Alleine die Anwesenheit wirke abschreckend. Davon profitierten auch die anderen Gäste im Haus D, in dem unter anderem auch der Fachbereich Arbeit und Soziales liegt.

Kommt es dennoch zum Konflikt, verhindern die Wachmänner das Schlimmste – so wie im Februar 2017. Damals rastete ein Somalier aus, schlug auf seine Frau und das gemeinsame Kind ein. Dass Verletzungen ausblieben, lag auch an der Anwesenheit des Sicherheitsdienstes. Die Wachmänner führten den Aggressor nach draußen, verhinderten, dass er andere Geflüchtete angriff. Ohne die Wachmänner wäre die Situation wohl schlimmer verlaufen.

Lesen Sie mehr: Integrationsbeauftragter im Interview: „Jetzt fängt die Arbeit erst richtig an“

Billig ist der Sicherheitsdienst nicht. 70.000 Euro überweist das Landratsamt jährlich an die Firma Bewachungsservice Rosenheim GmbH, die die Aufgabe seit dem 1. Januar 2017 übernimmt. Für Nemitz eine sinnvolle Investition: „Die Sicherheit der Mitarbeiter hat oberste Priorität.“

In schweren Fällen kommt weiterhin die Polizei zum Einsatz. Als Mitarbeiter eines Privatdienstes dürfen die Wachleute keinen unmittelbaren physischen Zwang ausüben, also beispielsweise niemanden verhaften. Das ist staatlichen Einrichtungen wie der Polizei vorbehalten.

Das Landratsamt findet diese Lösung gut, wie Nemitz erklärt: „Wir wollen den Sicherheitsdienst auch weiter beschäftigen. Die Lösung hat sich bewährt.“

mas

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