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Ein bisschen aufgeweicht: So lockert Miesbach seine Vorschriften zu Photovoltaik- und Solaranlagen

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Von: Dieter Dorby

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Weiterhin untersagt ist in Miesbach das Aufständern quer zur Firstrichtung.
Weiterhin untersagt ist in Miesbach das Aufständern quer zur Firstrichtung. © MM

Der Bauausschuss der Stadt Miesbach hat die Regelungen, die in der Ortsgestaltungssatzung das Anbringen von Photovoltaikanlagen (PV) definieren, etwas gelockert.

Miesbach – Das überarbeitete Regelwerk wurde einstimmig angenommen. Eine radikale Freigabe ist es nicht geworden, wohl aber ein wohlwollendes Lockern. „Wir haben alles aufgeweicht“, befand Bürgermeister Gerhard Braunmiller (CSU).

Betroffen sind insbesondere drei Bereiche, die überarbeitet wurden. So soll das Aufständern von Photovoltaik- und Solaranlagen, das bislang untersagt war, weiterhin nach Möglichkeit unterlassen werden, jedoch gibt es ein sogenanntes Ausnahmeverbot. Heißt: Ist das Aufständern technisch wirklich geboten, kann eine Ausnahme erteilt werden.

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Kein Konfliktpotenzial: Optische Todsünden bleiben tabu

Allerdings bleiben die optischen Todsünden – das Überragen des Firsts, ein Aufständern quer zur Firstrichtung und das Aufständern mit ungleicher Neigung – weiterhin untersagt. Was in der Praxis aber kein großes Konfliktpotenzial haben dürfte, denn laut Breitwieser seien dazu bislang keine Anträge eingegangen.

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Aufgeweicht wurde dagegen die Bestimmung, die die zusammenhängende Belegung und das Einbinden von Dachfenstern und Kaminen in die Panelfläche zwingend vorsah und das Bilden treppenartiger Abschlüsse unterband. Sie wurde zur Soll-Vorschrift degradiert.

Auch Balkone und Fassaden wurden geregelt

Die bisherige strenge Linie beibehalten hat der Bauausschuss bei Photovoltaik- und Solaranlagen an Balkonen, Fassaden und Freiflächen. Hier wurde lediglich ein Ausnahmevorbehalt eingebaut. Damit wird eine solche Maßnahme bei überzeugender Einbindung möglich.

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Photovoltaik in Miesbach: Gebäudereferent setzt sich ein

Eine weitere Lockerung regte Manfred Burger (Grüne) erfolgreich an. Der Gebäudereferent schlug vor, Ausnahmen von der zwingend vorgeschriebenen Dachfarben Rot oder Rotbraun zuzulassen, wenn Dachziegel als Photovoltaikanlagen tauglich sind. Lediglich auf exponierten Dächern muss sich die Anlage der bestehenden Farbgebung der Umgebung anpassen.

Dabei blieben die Ausschussmitglieder hinter den Möglichkeiten, die die Verwaltung vorbereitet hatte. So sollte das Anbringen von Photovoltaikplatten an Balkonen zulässig sein, aber unter der Voraussetzung, dass sie „mit dem Gebäude harmonieren“ – ein Anspruch, den der jeweilige Planer zu prüfen gehabt hätte. Dies wäre laut Breitwieser die weitestgehende Variante. Doch der Ausschuss bevorzugte es, sein Mitspracherecht zu behalten. (ddy)

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