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Fordern ein Umdenken: Die Teilnehmer sahen beim Umweltschutz auch die Verbraucher in der Pflicht. Landwirte könnten die Last nicht alleine tragen.

„Der Wolf gefährdet das Vieh.“

Miesbach: Rekordbeteiligung bei Almbegehung des Bauernverbands

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140 Teilnehmer waren der Einladung des BBV-Kreisverbands Miesbach zur traditionellen Almbegehung gefolgt. Die Bauern nutzten die Gelegenheit, um Probleme anzusprechen.

Landkreis – Die Almbauern haben bei der Almbegehung des Kreisverbandes Miesbach des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) den Vertretern von Politik und Verbänden ihre wichtigsten Forderungen ins Gedächtnis gerufen. Sie berichteten über die Schwierigkeiten bei der Düngeverordnung, den Neuregelungen infolge des Volksbegehrens „Rettet die Bienen“ sowie der Trennung von Alm und Weide. Auch der Dauerbrenner kam erneut zur Sprache: der Wolf.

Miesbach: Rekordbeteiligung bei Almbegehung des Bauernverbands

Die Begehung führte in diesem Jahr von der Weißen Valepp Alm zur Neualm und hinauf zur Kogeltalalm, dann hinüber zur Schlagalm und abschließend zur Ochsenalm. Von dort aus war das Forsthaus Valepp und somit auch der Ausgangspunkt der Almbegehung fußläufig erreichbar. Während sich die Wanderer auf den Almen mit einer Brotzeit stärken konnten, erzählten die Almbesitzer über die Bewirtschaftung ihrer Alm.

Hier bot sich auch die Gelegenheit, Probleme mit den anwesenden Politikern und Ehrengästen zu besprechen. Den Bauern lag einiges auf dem Herzen: Nicht alleine der Landwirt sei bei Bienen-, Umwelt- und Naturschutz in die Pflicht zu nehmen, betonten sie. Besonders der Verbraucher müsse umdenken, beispielsweise im Umgang mit Nahrungsmitteln. Zu viel werde billig eingekauft und achtlos weggeworfen.

Als weitere Gefahr gerade für die Almwirtschaft sprach Georg Mair den Wolf an. „Der Wolf gefährdet das Vieh und damit auch die Existenzen der Landwirte“, sagte er. Es müsse die Möglichkeit geben, wolfsfreie Gebiete festzulegen und ohne den Wolf wirtschaften zu können.

Auch Positives kam zur Sprache: Erfreulich sei, dass auf keiner der besuchten Almen größere Probleme auftreten. Besonders beim Thema Wasser waren sich alle Bewirtschafter einig, viel Glück mit der Lage ihrer Almen zu haben. Trotz andauernder Trockenheit im Sommer hatten sie immer genug Tränkewasser für das Vieh.

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Almbegehung: Politiker betonen Vorzüge der Landwirtschaft

Die Politiker zeigten sich offen für die Anliegen der Landwirte. In ihren Grußworten betonten der Bundestagsabgeordnete Alexander Radwan, Landrat Wolfgang Rzehak sowie der Vorsitzende des Almwirtschaftlichen Vereins Oberbayern, Georg Mair, die Bedeutung der Landwirtschaft für Region und Umweltschutz. Gerade im Landkreis und auf den Almen leisteten die Bauern einen enormen Beitrag zur Gesellschaft, sagten sie. Die Profiteure seien Konsumenten, Gäste und Nachbarn.

Die Bedeutung der Almwirtschaft zeigte auch die Besucherliste der Almbegehung: Neben Radwan, Rzehak und Mair machten sich auf den Weg durch die Berge auch der Zweite Bürgermeister von Rottach-Egern, Josef Lang, Bad Wiessees Bürgermeister Peter Höß, der Gmunder Bürgermeister Alfons Besel, der Leiter des Forstbetriebs Schliersee Jörg Meyer und der Behördenleiter des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Holzkirchen, Rolf Oehler. Ebenso begleiteten viele Ortsbäuerinnen und Ortsobmänner Kreisbäuerin Marlene Hupfauer, ihre Stellvertreterin Andrea Rieder und Kreisobmann Johann Hacklinger bei der Tour. Landtagspräsidentin Ilse Aigner musste kurzfristig absagen. Ausgesucht und organisiert hatte die Route Johann Huber, ehemaliges Mitglied des BBV Kreisvorstands.

An der letzten Station des Rundgangs, der Ochsenalm, kehrte die Gruppe auf Kaffee und Kuchen ein und ließ den Tag bei Diskussionen über Politik und Landwirtschaft oder einem geselligen Ratsch unter Berufskollegen ausklingen.

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