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Pro Marseillan hat sich nicht nur die Miesbacher Delegation – (v.l.) Mitarbeiter Alexander Keck, die Stadträte Gerhard Braunmiller und Claus Fahrer sowie Bürgermeisterin Ingrid Pongratz – ausgesprochen, sondern auch die Mehrheit im Stadtrat.

Bürgermeisterin Ingrid Pongratz wird Patin

Miesbach sagt „Oui“ zu Marseillan: Stadtrat stimmt für Partnerschaft

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Miesbach wird international. Der Stadtrat hat nun mit großer Mehrheit einer kommunalen Partnerschaft mit der französischen Stadt Marseillan zugestimmt. 

Miesbach – Wenn einer eine Reise tut, kann er viel erzählen – davon konnten sich nun auch die Mitglieder des Miesbacher Stadtrats überzeugen. Denn mit Gerhard Braunmiller (CSU) und Claus Fahrer (FDP) berichteten zwei Mitglieder lebhaft von dem dreitägigen Trip nach Marseillan im Süden Frankreichs, die sonst nicht gerade als beitragsstärkste Redner auffallen. Vor allem Fahrer schilderte den Besuch als überaus beeindruckend. Man sei sehr herzlich empfangen worden, und die Region habe in jeder Hinsicht etwas zu bieten. „Es stimmt, dass Marseillan nicht ums Eck herum liegt, aber der Weg ist das Ziel.“ Und eine Busfahrt in den rund 1100 Kilometer entfernten Ort könne recht lustig sein. „Ich bin jedenfalls für diese Partnerschaft“ – auch weil Europa gestärkt werden müsse.

Auch Braunmiller machte sich für eine Liaison stark und entkräftete den zweiten Punkt, an dem sich zuletzt Zweifel kristallisiert hatten: die Sprache. „Ich kann kein Französisch und konnte mich trotzdem unterhalten“, erklärte er. Was auch Rathausmitarbeiter Alexander Keck – ebenfalls nicht frankophil – bestätigte.

Braunmiller bekräftigte Fahrers positiven Eindruck: „Das ist ein Zukunftsprojekt für Miesbach und die Jugend.“ Die Tage in Marseillan hätten sich gelohnt – umso mehr sei es schade, dass sich nur eine kleine Gruppe zusammengefunden hätte. „Ich werde das Thema mit Leidenschaft vorantreiben.“

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Dass Marseillan mit Caudete (Spanien), Malmedy (Belgien) und Castleblayney (Irland) drei Partnergemeinden habe, ist für Braunmiller kein Nachteil, sondern ein Pluspunkt: „Da ist ein großer Erfahrungsschatz da, von dem wir profitieren können.“ Was auch Pongratz so sah: „Da kann man das Europäische leben.“ Der Kostenaufwand halte sich gering – man gehe von etwa 6000 Euro pro Jahr aus.

Miesbach sagt „Oui“ zu Marseillan: Stadtrat stimmt für Partnerschaft

Die Resonanz im Stadtrat war wohlwollend. „Wir können von diesen vier Nationen profitieren“, fand Verena Assum (CSU). Und ihr Fraktionskollege Franz Mayer stellte fest: „Jetzt ist es so, dass jemand uns mal gerne hätte.“ Zweiter Bürgermeister Paul Fertl (SPD) begrüßte es, dass Pongratz sich bereit erklärt, die Partnerschaft als Patin zu begleiten – auch über das Ende ihrer Amtszeit im April 2020 hinaus: „Wir sollten das positiv angehen.“

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Dem mochte man bei der Freien Wählergemeinschaft nicht folgen. Florian Ruml war die Entscheidung zu schnell. „Vielleicht sollte man noch mal runterfahren, mit einer größeren Delegation“, schlug er vor. Sein Fraktionskollege Markus Seemüller hätte die Entscheidung gerne dem neuen Stadtrat überlassen. Dritter Bürgermeister Michael Lechner (FWG) sprach sich klar dagegen aus: „Ich sehe als Umweltreferent die Entfernung kritisch.“ Der Radius müsse bei einer Partnerschaft enger gezogen werden. Auch Franz Mader monierte die „erhebliche Anreise“. Besonders heftig formulierte es aber Manfred Burger (Grüne): „Ihr wollt die Jungen dazu bringen, dass sie möglichst weit fahren.“

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Gegen die Stimmen von Burger, Lechner, Mader, Seemüller und Andreas Reischl (FWG) beschloss der Stadtrat die Partnerschaft mit Marseillan. Nun müssen beide Kommunen die Modalitäten klären, um die Liaison endgültig zu vollziehen.

ddy

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