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Bleibt sicherheitshalber noch gesperrt: Der Kletterturm auf dem Spielplatz in Bergham.

Jetzt ist das ganze Ausmaß klar

Schlimmes Zeugnis von Dekra-Prüfer: Alle 19 Spielplätze in dieser Stadt mangelhaft

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Die Zustände sind überhaupt erst durch einen Zufall ans Licht gekommen. Seitdem sind Teile mehrerer Spielplätze gesperrt. Jetzt hat sich ein Prüfer alle angeschaut - mit erschreckendem Ergebnis.

Miesbach – Jeder Gebrauchtwagenbesitzer kennt das Prozedere: Nicht alle Mängel, die der TÜV-Prüfer entdeckt, stellen ein akutes Sicherheitsrisiko dar. Behoben werden müssen sie dennoch – oder aber das Fahrzeug verliert früher oder später seine Betriebserlaubnis. Bei Spielgeräten läuft es nicht viel anders, wie die Stadt Miesbach kürzlich erfahren musste. Wie berichtet, hatte ein Sachverständiger Probleme am Spielplatz in Bergham festgestellt. Im Rathaus reagierte man sofort. Einige Geräte wurden gesperrt, eine Überprüfung sämtlicher 19 Spielplätze im Stadtgebiet inklusive Schulen und Kindergärten in Auftrag gegeben. Das Ergebnis stellte Dekra-Sicherheitsexperte Markus Kainz nun im Bauausschuss vor.

Die meisten Spielgeräte in Miesbach seien rund 30 Jahre alt und damit noch an der DIN-Norm von 1985 ausgerichtet, erklärte Kainz. Die sei bereits mehrfach überarbeitet worden, zuletzt 2017. Einen allumfassenden Bestandsschutz gebe es bei Kletterturm, Schaukel und Co. nicht, so Kainz. „Bei einem Austausch von Teilen sind immer die jeweils aktuellen Normen einzuhalten.“ Das sei in Miesbach in den meisten Fällen nicht erfolgt.

Vor einer übereilten Sanierungsaktion riet der Sachverständige aber ab. Während sich Fallschutzbereiche aus Kies noch verhältnismäßig leicht schaffen ließen, müsse man bei den Spielgeräten selbst sehr vorsichtig vorgehen. So dürfe man etwa verschlissene Reifen bei einer Schwenkwippe nicht einfach durch handelsübliche Autoreifen ersetzen. „Die könnten Schadstoffe enthalten“, sagte Kainz. Grundsätzlich empfahl er, verstärkt auf Stahlspielgeräte zu setzen. Die seien witterungsbeständiger als Bauteile aus Holz. Am besten sei es, die Teile direkt bei einer Fachfirma zu bestellen und gemäß Anleitung aufzubauen. Dies könne dann auch der Bauhof erledigen.

Bürgermeisterin Ingrid Pongratz (CSU) war es unwohl bei dem Gedanken. „Wenn ich das so höre, geben wir ab jetzt alles nur noch in Auftrag“, sagte sie. „Dann sind wir aus der Haftung.“ Pongratz versprach, alle Mängel abzuarbeiten und damit auch die gesperrten Bereiche nach und nach wieder freizugeben. Es sei aber nicht zu schaffen, alle Spielgeräte in nur einem Haushaltsjahr auf den neuesten Stand zu bringen. In diesem Zusammenhang warf die Bürgermeisterin auch die Frage auf, ob man wirklich noch alle 19 Spielplätze in der Stadt brauche. Manfred Burger (Grüne) stieß ins selbe Horn. „Meine Kinder haben früher im Wald gespielt.“

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Dass alle Geräte sicher sein müssen, darüber waren sich alle Ausschussmitglieder einig. Dennoch sorgten die bisweilen strengen und sehr detaillierten Vorschriften für das eine oder andere Kopfschütteln. „Da sind wir schon wahnsinnig Deutsch“, sagte Zweiter Bürgermeister Paul Fertl (SPD). Auch Michael Lechner (FWG) konnte nicht nachvollziehen, warum der „gesunde Menschenverstand“ der Bauhofmitarbeiter plötzlich nicht mehr ausreichend sei. Außerdem verwehrte er sich dem Gedanken, Holz von den Spielplätzen zu verbannen. „Ich will keine Stahlorgie“, sagte Lechner.

Aus dieser Diskussion hielt sich der Experte heraus. Dennoch gab er den Ausschussmitgliedern einen abschließenden Tipp mit auf den Weg: „Nehmen sie in jedem Fall keine risikoreichen Geräte.“

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