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Mitten im Mai grüßt eine Schneefrau von der Terrasse der Tegernseer Hütte am Roß- und Buchstein. Hier herrscht tiefster Winter.

Bergwacht rät, Touren sorgfältig zu planen

Tiefster Winter in den Bergen: Schnee erschwert Start in Wandersaison

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Es ist Mitte Mai – dennoch herrscht in den höheren Berglagen tiefster Winter. Wer jetzt in die Wandersaison startet und eine Tour plant, sollte die Lage nicht unterschätzen, warnt die Bergwacht im Kreis Miesbach.

Miesbach – Es ist der Albtraum jedes Bergsteigers: Anfang der Woche mussten zwei Wanderer am Roß- und Buchstein (Gemeinde Kreuth) einen Notruf absetzen, weil sie sich im kniehohen Schnee verlaufen hatten und vor Erschöpfung nicht mehr weiter konnten. Die Bergwacht Lenggries rückte an und konnte das Paar am Ende sicher ins Tal geleiten. Den beiden Wanderern war schlicht eine Fehleinschätzung zum Verhängnis geworden – ganz offensichtlich hatten sie nicht mit derartig viel Schnee gerechnet.

Florian Lotter (42), hauptamtlicher Geschäftsführer der Regionalvertretung Bergwacht Hochland in Bayrischzell, kennt solche Situationen und weiß um die derzeit schwierige Wetterlage: „Ab 1300 bis 1500 Metern aufwärts haben wir noch eine erhebliche Menge Altschnee“, erklärt der Bergwachtler. Hinzu kommt das frische Weiß, das uns der Wonnemonat Mai beschert hat: Ab 1000 Metern Höhe müssten die Wanderer derzeit mit bis zu 50 Zentimetern Neuschnee rechnen, erklärt Lotter. Weil in den Städten und im Tal häufig schon Frühjahrsstimmung herrscht, wird die Situation gerne unterschätzt. Lotter empfiehlt dringend, die kurzen Wandershorts noch im Schrank zu lassen und stattdessen an Winterausrüstung zu denken. In höhren Lagen, so erklärt er, könnten auch Schneeschuhe nicht schaden.

Und die Touren sollten sorgfältig geplant werden. „Am besten ruft man vorher beim jeweiligen Hüttenbetreiber an und fragt nach, welcher Weg am besten geeignet ist“, rät Lotter. Im Zweifel würde er für den Aufstieg lieber die Forststraßen-Variante wählen als den nordseitigen Steig. „Nicht zu vergessen ist auch die Lawinen-Thematik“, fügt der Bergwachtler hinzu. Gerade bei steigenden Temperaturen besteht das Risiko, dass der Schnee ins Rutschen gerät. „Das sollte man im Kopf haben, wenn man zu Fuß einen Hang schneidet.“

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Viel Schnee bedeutet auch, dass die Orientierung schneller leidet. Die Spuranlage sei teils eine andere als im Sommer, Markierungen könnten verdeckt sein. „Da kommt es immer wieder vor, dass sich Leute versteigen“, berichtet Lotter.

Um seinen Besuchern den richtigen Weg zu weisen, hat Michl Ludwig heuer schon viel Mühen auf sich genommen. Der 57-jährige Wirt der Tegernseer Hütte – alpin gelegen auf dem Grad zwischen Roß- und Buchstein – hat den Zustieg über die Buchsteinhütte in Kreuth höchstpersönlich präpariert. „Man muss nur der gut eingetretenen Spur folgen“, sagt Ludwig, der seine Hütte nach der Winterpause am 11. Mai wieder geöffnet hat. Wer zu ihm vorstößt und die auf 1650 Metern gelegene Hütte erreicht, dem präsentiert sich ein wahres Winteridyll. Doch auch hier seien die Bergfreunde gewarnt: „Nicht jeder Weg, der in der Wanderkarte eingezeichnet ist, ist derzeit auch begehbar“, sagt Ludwig. Der so genannte Altweibersteig zwischen Roßstein-Almen und Tegernseer Hütte zum Beispiel „geht momentan gar nicht“, erklärt der Hüttenwirt. Dort herrscht akute Lawinengefahr, eine riesige Wechte hat sich bereits gelöst. Noch mindestens vier Wochen lang, so schätzt Ludwig, sei dieser Weg keine Option.

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Dass im Mai in den Bergen noch Schnee liegt, ist an sich nichts Ungewöhnliches. Die Schneemengen von heuer seien aber schon eine Ausnahmeerscheinung, meint der erfahrene Hüttenwirt, dem seit der Wiedereröffnung vor einer Woche schon einige Übernachtungsgäste abgesprungen sind. Und zumindest in den höheren Lagen wird sich die Schneesituation auch nicht so schnell ändern, meint Bergwacht-Geschäftsführer Lotter. „In den Nordhängen wird noch bis Juni Schnee zu finden sein“, prophezeit er. Die sommerliche Bergsaison 2019 startet heuer also mit Verspätung.

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