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Auch bei Leistungsdruck können Schulsozialarbeiter helfen.

Beratungsangebot stark frequentiert

Wegen hoher Nachfrage: Schulsozialarbeit wird dauerhaftes Angebot

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Von Liebeskummer bis zu Suizidgedanken reichen die Probleme der Jugendlichen, mit denen die Schulsozialarbeiter im Landkreis konfrontiert sind. Jetzt wird das Angebot dauerhaft.

Landkreis– Manchmal braucht es nicht viel, um einen jungen Menschen aus dem Gleichgewicht zu bringen. Die Folgen aber können gravierend sein, informierte Susanne Grimm nun im Jugendhilfeausschuss des Kreistages. „Von Liebeskummer bis Suizidgedanken ist das gesamte Spektrum vertreten“, erklärte die Sozialpädagogin bei ihrer Bilanz der ersten eineinhalb Jahre Schulsozialarbeit an den sieben weiterführenden Schulen im Landkreis Miesbach. Umso wichtiger sei es, dass das Beratungsangebot gut angenommen werde. „Viele Schüler vereinbaren von sich aus Folgetermine“, sagte Grimm. Zahlreiche Problemfälle habe man damit schon im Frühstadium entschärfen und so eine mögliche Eskalation unterbinden können.

Wie berichtet, hatte der Kreisausschuss Ende November 2017 die Einführung des neuen Angebots an den Realschulen, Gymnasien und der Fachoberschule beschlossen – zuerst befristet auf das Schuljahr 2018/2019. Je 20 Stunden pro Woche sind die Schulsozialarbeiter des Vereins für Jugend- und Familienhilfe als Träger an den Schulen vor Ort. Nach einer Verlängerung für das Schuljahr 2019/2020 schlug die Landkreisverwaltung nun die Entfristung vor. Kostenpunkt: 250 000 Euro pro Jahr.

Der Bedarf sei ohne Zweifel gegeben, sagte Landrat Wolfgang Rzehak (Grüne). „Wir sind sehr gut damit gefahren.“ Auch die Schulleiter sähen die Sozialarbeit als Gewinn und hätten sich für eine dauerhafte Fortführung ausgesprochen. Es sei gut, dass man als Landkreis aus dem ewigen „Hin und Her“ mit dem Freistaat über die Frage der Finanzierung ausgestiegen sei und das Geld in die Hand genommen habe. „So etwas sollte man nicht auf dem Rücken der Kinder austragen“, so Rzehak. Da es mit Jahresverträgen immer schwierig sei, genügend qualifiziertes Personal zu finden, sei eine unbefristete Form der einzig gangbare Weg.

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Die Nachfrage jedenfalls ist da, berichtete Grimm. Jede Woche würden zwischen sieben und zehn Beratungsgespräche an den Schulen stattfinden – über alle Jahrgangsstufen hinweg. Brennpunkte in der Kurzberatung mit ein bis zwei Treffen seien schulische Konflikte und Mobbing (29 Prozent), Lernschwierigkeiten und Prüfungsangst (zehn Prozent) sowie Probleme mit Lehrern (neun Prozent). Bei der längerfristigen Einzelfallhilfe stünden psychische/emotionale Probleme (32 Prozent) sowie Schwierigkeiten im Elternhaus (31 Prozent) im Vordergrund. In konfliktträchtigen Klassen würden zudem zwei bis drei Wochenstunden in Projektarbeit fließen, um das Unterrichtsklima zu verbessern. Für mehr Prävention habe man leider keine Kapazität.

Dafür gebe es andere Angebote, betonte Jugendamtsleiter Robert Wein. Vorrangiges Ziel der Schulsozialarbeit sei die Einzelfallhilfe. Und dafür sei jeder Euro gut angelegt, fand Rzehak. Die Jugendhilfeausschussmitglieder auch: Der Beschluss zur Entfristung fiel einstimmig.

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