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Umstrittene Verkehrsführung: Um den Bereich zwischen Maibaum und Eisdiele autofrei zu machen, wurde die Zufahrt zum Marktplatz auf die Westseite verlegt. Trotz der Pfeile am Boden sei das irreführend, sagen Kritiker.

Evaluation für Unteren Markt

So hart kritisiert die Regierung den neuen Marktplatz von Miesbach

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Ist der neue Marktplatz gelungen oder gibt es Verbesserungsbedarf? Geht es nach der Regierung von Oberbayern, gibt es nur eine Lösung: Die Umgestaltung des Marktplatzes gehört aufgehoben.

Es ist der wohl härteste Schlag, den der Arbeitskreis (AK) Marktplatz für sein Konzept des Unteren Markts bislang einstecken musste – weil das, was da in der Sitzungsvorlage der Verwaltung stand, aus berufenem Munde kommt und am Donnerstagabend in der Sitzung des Stadtrats so völlig unerwartet serviert wurde: Die Städtebauförderung an der Regierung von Oberbayern ist bereit, eine Umgestaltung des Marktplatzes zu fördern – so wenig sei man vom vorliegenden Ergebnis überzeugt.

So hart kritisiert die Regierung den neuen Marktplatz

Gefallen ist diese Äußerung im Zuge der Jahrestagung der Städtebauförderung, die im Mai in Miesbach stattgefunden hat. Der Rundgang durch die Stadt führte die Gäste auch über den Marktplatz. Auf telefonische Nachfrage, so berichtete Bauamtsleiter Lutz Breitwieser nun in der Sitzung, habe die zuständige Baudirektorin ihre Auffassung wiederholt: So sei die Verkehrsführung unglücklich und unübersichtlich, und der Platzcharakter sei durch die Zonierung der Verkehrsflächen zerstört. Kurzum: Der derzeitige Zustand könne keine Lösung sein – die Regierung würde daher unter Umständen sogar eine Evaluation fördern, wenn dies zu zeitnaher Abhilfe führen würde.

„Mehr Belebung als mit Parkplätzen“

Aussagen, die die Arbeit des AK mit Astrid Güldner (Grüne), Markus Seemüller (FW), Dirk Thelemann (CSU) und Zweitem Bürgermeister Paul Fertl (SPD) ziemlich runtermachte. „Wir haben jetzt jedenfalls bessere Belebung als nur mit Parkplätzen“, gab Güldner zurück, und Seemüller wünschte, die Baudirektorin möge ihre Auffassung doch schriftlich mitteilen.

Lesen Sie auch den Kommentar des Autors zur geplanten Evaluation

Dabei ist die Zuspitzung auf gut oder schlecht, Autos oder keine Autos genau das, was CSU-Sprecher Franz Mayer nicht will: „Der Marktplatz soll Miesbach nicht spalten.“ Deshalb wäre es im Nachhinein gut gewesen, das österreichische Büro Nonconform mit der Konzeptentwicklung zu beauftragen.

Das wiederum überzeugte Seemüller nicht: „Es wurde Jahrzehnte lang geredet, passiert ist nix. Und egal, was man dort macht, wird es immer so sein: 25 Prozent sind dafür, 25 Prozent sind dagegen, und 50 Prozent ist es egal.“

„Eine Lösung muss funktionieren - die hier funktioniert nicht“

So wie Markus Baumgartner (CSU). Der Einzelhändler erklärte: „Egal, welche Lösung man nimmt: Sie muss funktionieren, und das tut sie nicht.“ Weniger Umsätze und Kundenfrequenz zeigten, dass es so nicht gehe. „Versuch ist Versuch. Ich habe auch schon viel Mist gemacht, aber man muss bereit sein zurückzugehen.“ Zudem wehrte er sich gegen die herrschende „Verklärung“ bei der Aufenthaltsqualität: „Wir haben 300 Tage Winter – das ist keine südländische Piazza.“ Statt immer wieder neue Pläne anzugehen, wäre es sinnvoll, auf alte Planungen zurückzugreifen, wie die Westseite analog zur umgebauten Ostseite nachziehen kann. „Wir haben alles schon gemacht, aber das interessiert heute niemanden mehr.“

Die Evaluation sieht nun so aus, dass in einem ersten Schritt die Gestaltung von Städteplaner, Verkehrsplaner, dem kompletten AK, Bürgermeisterin Ingrid Pongratz (CSU) sowie je einem Vertreter aus Verwaltung, Initiative Marktplatz und dem Gewerbeverband GWM zu begutachten ist. Die Ergebnisse, die Fertl mit einer Anfrage bei verschiedenen Institutionen bekommen hat, sollen einbezogen werden. Zudem soll geklärt werden, wie die Bürger einbezogen werden können. Denn ein belastbares Meinungsbild aus der Bevölkerung könne keiner der Stadträte geben, gab Erhard Pohl (CSU) zu: Jeder redet mit dem Stadtrat, der der eigenen Meinung am nächsten kommt.“

ddy


Blick ins Online-Archiv - lesen Sie auch, wie es zum neuen Marktplatz kam:

Das plante der AK Marktplatz

So reagierte der Stadtrat

So reagierten die Geschäftsleute

So kam es zum Dauerstreit

Stadtrat lehnt Verkürzung der Parkdauer ab

Das sagt der Stadtplaner

Das sagt die GWM aktuell in ihrer Umfrage

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