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Produkte der Oberland-Werkstätten ließ sich die neue VdK-Präsidentin Verena Bentele (M.) bei ihrem Besuch in Miesbach von Thomas Thaler erklären. Begleitet wurde die blinde Ex-Profisportlerin von einer SPD-Delegation aus dem Landkreis.

Inklusion am Arbeitsplatz

So kämpft eine Paralympics-Siegerin für Behinderte im Landkreis

Verena Bentele ist blind. Die Paralympics gewann sie trotzdem zwölfmal. Jetzt kämpft sie für Behinderte im Landkreis. Besonders ein Punkt ist ihr wichtig.

Landkreis Menschen mit Behinderung die Möglichkeit zu geben, ins Arbeitsleben einzutreten, ist ein wertvolles Ziel. Dieser Aufgabe widmen sich die Oberland-Werkstätten in Miesbach seit mittlerweile 20 Jahren. Am Mittwoch hatte die Einrichtung hohen Besuch: Die ehemalige Behindertenbeauftragte der Bundesregierung und jetzige Präsidentin des Sozialverbandes VdK, Verena Bentele, besichtigte die Einrichtung.

Die ehemalige Profisportlerin ist der lebende Beweis dafür, dass sich körperliche Einschränkung und beruflicher Erfolg nicht ausschließen müssen. Obwohl von Geburt an blind, errang Bentele zwölf Siege bei den Paralympics und ist vierfache Weltmeisterin in den Sparten Skilanglauf und Biathlon. Seit Beendigung ihrer Karriere als Sportlerin setzt sie sich für die Belange von Menschen mit Handicap ein.

Der Besuch im Landkreis war von der SPD-Landtagskandidatin Verena Schmidt-Völlmecke und dem Bezirkstagskandidaten Tim Roll initiiert worden. Etliche SPD-Mandatsträger sowie Vertreter der Arbeiterwohlfahrt begleiteten Bentele auf ihrer Tour. „Uns ist es wichtig, Grenzen zu überwinden“, erklärte Schmidt-Völlmecke. In diesem Sinne war der erste Programmpunkt ein Besuch der einzelnen Montagegruppen der Werkstatt, wo Bentele die Gelegenheit nutzte, mit den Angestellten ins Gespräch zu kommen.

„Insgesamt werden hier 158 Menschen mit Behinderung von 26 Angestellten betreut“, erklärte Franz Pazier, Betriebsleitungsassistent für den Bereich Rehabilitation. Zusätzlich zu den Gruppen für Menschen mit körperlichem Handicap gebe es seit Kurzem auch eine Gruppe für psychisch Eingeschränkte, die ins Gewerbegebiet ausgelagert wurde.

In einer anschließenden Gesprächsrunde betonte Bentele, dass ihr besonders das Bundesteilhabegesetz am Herzen liegt. „Dieses Gesetz soll die Eingliederung körperlich oder seelisch behinderter Menschen in den Arbeitsmarkt fördern“, sagte sie. Doch der Übertritt aus einer Fördereinrichtung in eine Arbeitsstelle ist in der Praxis nicht immer ganz einfach, wie Pazier immer wieder feststellen muss: „Einen Praktikumsplatz zu finden, ist nicht allzu schwer. Aber eine feste Stelle mit Bezahlung zu finden, gestaltet sich umso schwieriger.“

Nach dem Besuch der Oberland-Werkstätten in Miesbach ging es weiter nach Kreuth, wo sich die VdK-Präsidentin mit der dortigen Behindertenbeauftragten und Sozialpreisträgerin Christine Göttfried traf. Die zentralen Themen waren hier vor allem die Barrierefreiheit und die Mobilität im ländlichen Raum. Bentele und Göttfried waren sich einig, dass hier noch viel Nachholbedarf herrsche. Zugleich entstand eine dauerhafte Verbindung zum Landkreis, denn die VdK-Präsidentin trat dem gerade von Göttfried gegründeten Verein „Freunde der Inklusion“ bei und versprach, im kommenden Winter am Göttfried-Inklusions-Cup teilzunehmen.

von Stefan Gernböck

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