Es ist ein Wolf: Das Video wurde geprüft. Screenshot: mm
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Es ist ein Wolf: Das Video wurde geprüft.

Aufforderung im Stadtrat

Miesbach soll die Anti-Wolf-Kampagne unterstützen

  • Dieter Dorby
    vonDieter Dorby
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Miesbach – Der Wolf, der im Landkreis kürzlich gesichtet wurde und seitdem als Video in den Sozialen Netzwerken geteilt wird, war auch Thema im Miesbacher Stadtrat. Markus Seemüller (FWG), der selbst eine Landwirtschaft betreibt, hat die aufgefordert, auf andere kommunen zuzugehen.

Miesbach soll sich der Allianz gegen den Wolf anschließen. „Wir haben Angst um unsere Viecher“, stellte das Mitglied der Freien Wähler fest. Der Wolf breite sich enorm aus, die Landwirte seien in größter Sorge. Deshalb solle sich Miesbach einbringen und den Prozess moderieren.

Dabei stellte er klar, dass der Wolf vor Ort keinen Platz habe: „Wir leben nicht in einer Naturlandschaft, sondern in einer Kulturlandschaft.“ Und in dieser habe der Wolf keine Chance.

Dabei gehe es nicht nur umgerissene Tiere, sondern auch um solche Weidetiere, die auf der Flucht vor dem Beutegreifer abstürzen und verenden, wofür die Landwirte mangels Bissspuren aber keine Entschädigungen bezahlt bekommen. „Es ist nicht fünf vor zwölf“, warnte Seemüller, „es ist bereits zwölf.“

Manfred Burger (Grüne), seines Zeichens auch Kreisvorsitzender des Bund Naturschutz, hielt es dagegen nicht für richtig, dass Miesbach zur Speerspitze im Kampf gegen den Wolf werden soll: „Wir werden das immer wieder erleben, dass hier Wölfe durchwandern.“ Der derzeit vorherrschende Aktionismus grenze schon an Populismus. 2011 habe es einen Wolf im Landkreis gegeben, ein paar Jahre später habe es wohl noch einen gegeben. „Wenn das jetzt den Weltuntergang bedeutet, dann gute Nacht.“

Burgers Standpunkt war für Seemüller weniger interessant. Er wollte von Bürgermeister Gerhard Braunmiller (CSU), wie er dazu stehe. Der stellte trocken fest: „Ich mache mich kundig. Das ist nicht mein Fachgebiet.“

ddy

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