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Wegen Untreue müssen sich die ehemaligen Leiter der Miesbacher Sparkasse vor dem BGH verantworten.

Veruntreuung von Sparkassen-Geldern

Entenessen für mehrere tausend Euro: Miesbacher Sponsoring-Affäre vor dem BGH - „Wie in Dietl-Film“

  • Raffael Scherer
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Die ehemaligen Leiter der Miesbacher Sparkasse müssen sich wegen Untreue in Form von Geschenken und teuren Restaurantbesuchen nun vor dem BGH verantworten. Der will erst in zwei Wochen entscheiden.

Miesbach/Karlsruhe - Hoch mit den Spendierhosen hieß es im April 2019, als sich die damaligen Verantwortlichen der Kreissparkasse Miesbach Tegernsee vor dem Müncener Landgericht II verantworten mussten. Ex-Chef Georg Bromme wurde damals zu anderthalb Jahren auf Bewährung verurteilt. Zusammen mit dem früheren CSU-Landrat und Verwaltungsratsvorsitzenden Jakob Kreidl, der elf Monate auf Bewährung bekam.

Sparkassenskandal in Miesbach: Ehemalige Leiter müssen sich vor BGH verantworten

Da Staatsanwaltschaft und Bromme damals Revision einlegten, liegt der Fall nun am Dienstag (4. Mai) vor dem Bundesgerichtshof. Beim Durchgehen der Unterlagen rund um die Miesbacher Sparkassen-Affäre warfen die Richter des ersten Strafsenats einen Blick auf all die Veruntreuungen. Die Bank hatte über mehrere Jahre Reisen in Fünf-Sterne-Hotels und Einladungen mitfinanziert. Außerdem waren Geschenke für Kommunalpolitiker, Kollegen, Verwaltungsräte oder auch der Tiroler Landesjagdschutzverein dabei.

Nicht nur das entlockte den Richtern in Karlsruhe Lacher. Sie fragten sich auch, wie teuer der Wein bei einem Entenessen mit Restaurantkosten von mehreren Tausend Euro sein muss. Am Nachmittag wollten sie verkünden, ob sie zu einem Urteil in dem Revisionsverfahren um Ex-Sparkassenchef Georg Bromme und den früheren CSU-Landrat und Verwaltungsratsvorsitzenden Jakob Kreidl gekommen sind oder noch eine Weile darüber nachdenken müssen. Letztlich verschoben sie die Urteilsverkündung auf den 18. Mai. Der Vorsitzende Richter Rolf Raum sagte angesichts des komplexen Falls, dass der Senat mehr Zeit brauche.

Miesbach: Sparkassenskandal vor dem BGH in Karlsruhe - Anklagebehörde fordert höhere Strafe

Während die Anklagebehörde höhere Strafen und die Rücknahme von Teil-Freisprüchen fordert, möchte Bromme eine geringere Strafe. In dem Fall geht es darum, dass die Kreissparkasse über Jahre hinweg teure Reisen in Fünf-Sterne-Hotels, Einladungen und Geschenke für Politiker und Kollegen mitfinanziert hat. Kreidls Anwalt Klaus Leipold sprach vor dem BGH von einem „bayerisch-barocken, üblichen, gewohnheitsmäßigem Handeln“. Entenessen wie in Miesbach auf Kosten der Sparkasse habe es auch andernorts gegeben. „Das hieß nur anders.“

Sein Kollege Ali Norouzi sagte, der Fall spiele zu einer Zeitenwende, als Compliance erst Einzug bei Unternehmen erhielt - also die Einhaltung von Regeln sowie Maßnahmen, um diese nicht zu brechen. „Es hat etwas länger gedauert, bis es sich in Oberbayern durchgesetzt hat“, sagte er. Man komme sich vor „wie in einem Helmut-Dietl-Film“.

Ein detaillierten Überblick über alle Geschehnisse in der Sponsoring-Affäre finden Sie hier.

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