1. Startseite
  2. Lokales
  3. Miesbach
  4. Miesbach

„Unberechtigt und ungehörig“: Tourismus-Vorstand und Landrat weisen harte Kritik zurück

Erstellt:

Von: Sebastian Grauvogl

Kommentare

Olaf von Löwis, ATS-Vorstand Harald Gmeiner, ATS-Geschäftsleiter Thorsten Schär
Vom eingeschlagenen Weg überzeugt: Landrat Olaf von Löwis (r.) und ATS-Vorstand Harald Gmeiner (M.) nehmen den zu Unrecht kritisierten ATS-Geschäftsleiter Thorsten Schär in Schutz. © Thomas Plettenberg

Die Sprachlosigkeit ist Empörung gewichen. Nach der harschen Kritik an der ATS bringen nun auch deren Vorstand und der Landrat ihren Unmut über die Aussagen zum Ausdruck.

Landkreis – In der Sitzung wirkte Harald Gmeiner überrumpelt. Kein Wunder, wurde doch einer seiner wichtigsten Mitarbeiter im Tourismus-Kommunalunternehmen Alpenregion Tegernsee-Schliersee (ATS), Geschäftsleiter Thorsten Schär, im Kreistag öffentlich angegriffen. Gmeiner kannte den von Georg von Preysing (CSU) kritisierten Sachverhalt nicht, Schär selbst war nicht anwesend und konnte sich damit nicht zu den Vorwürfen des früheren Gmunder Bürgermeisters äußern. Drei Tage später liegen die Fakten nun auf dem Tisch – und die weisen laut Gmeiner in eine ganz eindeutige Richtung.

„Herr von Preysings Kritik war unberechtigt“, stellt der ATS-Vorstand klar. „In der Sache und in der Person.“ Tatsache sei, dass die von Preysing gescholtene Beschilderung vor circa vier Jahren von einem der damaligen Produktentwickler Wandern der ATS vorgenommen worden sei. „Herr Schär war nicht involviert in den Vorgang“, betont Gmeiner. Und es kommt noch dicker: „Herr von Preysing hatte mit Thorsten Schär operativ noch nie zu tun.“

Auch die Aktion selbst sei anders abgelaufen als vom früheren Gmunder Bürgermeister dargestellt. Die Beschilderung sei sehr wohl mit dem Rathaus abgeklärt gewesen. Lediglich die betroffenen Grundstückseigentümer habe die ATS nicht von sich aus informiert. Dies sei aber grundsätzlich Aufgabe der Gemeinde. Als sich dann herausgestellt habe, dass der Grundeigentümer die Schilder nicht dulden werde, habe man sie wieder abmontiert. Und das, obwohl die Duldung eigentlich laut Bayerischer Naturschutzverordnung hinzunehmen sei.

Lesen Sie auch: Aufklärungskampagne: AVO und ATS wollen für richtiges Verhalten auf Almen sensibilisieren

Was Gmeiner besonders ärgert, ist die Art und Weise, wie Preysing seine Kritik äußerte. Es sei „unverständlich und ungehörig“, ohne vorherige Rücksprache und Klärung der Faktenlage in öffentlicher Sitzung einen Mitarbeiter – wohlgemerkt unberechtigt – zu diskreditieren.

Gar als „Tiefpunkt“ des zunehmenden Streits um den Freizeit- und Erholungsdruck im Landkreis bezeichnet Landrat Olaf von Löwis (CSU) in einem Schreiben an ale Kreisräte und Bürgermeister Preysings scharfe Kritik. „Solche Schuldzuweisungen bringen uns nicht weiter!“, macht Löwis klar. Abgesehen davon, dass sich inzwischen herausgestellt habe, dass es sich bei dem genannten Mitarbeiter um eine Verwechslung gehandelt habe, erachte er es als nicht sinnvoll, das Thema Freizeitlenkung an einzelnen Personen aufzuhängen.

Die ATS habe seit Jahren „sehr wertvolle Vorarbeiten zur Tourismuslenkung“ geleistet, betont der Landrat. Darauf könne man nun gemeinsam aufbauen, beispielsweise am bereits einberufenen Runden Tisch Mountainbike. Es sei selbstverständlich, dass dieser von der ATS moderiert werde, da man so landkreis-eigene Expertise nutzen könne. „Ich als Landrat“, macht Löwis nochmals mit Nachdruck klar, „stehe hinter der Arbeit unserer Tochtergesellschaft und ihrer Mitarbeiter.“

Angesichts der Komplexität des Themas sei es aber unmöglich, tatsächlich praktikable Lösungen von einem Tag auf den anderen umzusetzen, so Löwis. An der hiesigen Natur hingen Dutzende Interessen und jede davon habe ihre Berechtigung. „Unsere Aufgabe ist es, Nutzungskonflikte zu verringern“, schreibt der Landrat.

„Ich rufe alle Beteiligten dazu auf, zu einer sachlichen und konstruktiven Zusammenarbeit zurückzukehren und persönliche Angriffe zu unterlassen!“, appelliert Löwis. Bei allem Verständnis, dass die Emotionen hochkochen und nach den Corona-Einschränkungen die Nerven blank liegen würden, erwarte er dennoch, so Löwis, „dass jeder sich lösungsorientiert einbringt.“

sg

Auch interessant

Kommentare