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Kaum freie Garderobenhaken: Die Betreuung im Kindergarten erfreut sich aufgrund der doppelten Berufstätigkeit in den Familien einer großen Nachfrage. Der Freistaat will dies nun unterstützen.

Um nicht den Anschluss zu verlieren

Miesbach erhöht die Kita-Gebühren

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Die Stadt Miesbach erhöht die Gebühren für die Kinderbetreuung im Kindergarten. Dies hat der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen. Der teurere Tarif soll ab dem 1. September gelten.

Anlass dafür ist die zuletzt erfolgte Erhöhung im Jahr 2016. Damals wurde unter anderem festgelegt, dass die Tarifstruktur alle zwei Jahre kontrolliert werden soll, ob die Höhe der Gebühren noch denen der umliegenden Gemeinden entspricht. Der aktuelle, per Stichproben durchgeführte Vergleich ergab, dass der Durchschnitt der Kindergärten im Landkreis in der Basiskategorie – drei bis vier Stunden Betreuung pro Tag – bei 93,64 Euro liegt. Miesbach verlangt aktuell dagegen 88 Euro seit September 2016.

Einfach die Gebühren auf diesen Satz zu erhöhen – das wären 6,41 Prozent –, ist aber nicht so einfach. Denn auch die übrigen Preiskategorien müssen dem Preisgefüge entsprechen, das das Bayerische Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz vorschreibt. Demnach muss laut Verwaltung die nächsthöhere Kategorie (vier bis fünf Stunden) mindestens zehn Prozent teurer sein als die Basiskategorie. Weniger Stunden werden nicht mehr im Kindergarten, sondern ausschließlich in den Kleinkindgruppen (unter drei Jahren) angeboten.

Bürgermeisterin Ingrid Pongratz (CSU) sprach sich im Stadtrat für die Erhöhung aus. „Alles wird teurer“, erklärte sie. „Löhne und Heizkosten sind gestiegen.“ Damit verteuerten sich auch die Betriebskosten der städtischen Einrichtungen. Unterstützung bekam Pongratz vom Dritten Bürgermeister Michael Lechner (FWG): „Es ist richtig, die Gebühren anzuheben, da die Kosten steigen.“ Dies sei eine nachvollziehbare Begründung. Außerdem sei die Erhöhung angemessen, und „die Stadt kann sich mit ihrem Angebot sehen lassen“.

Für die Eltern gibt es jedoch auch gute Nachrichten: Laut Verwaltung plant die Staatsregierung, die Elternbeiträge für die gesamte Kindergartenzeit – also für Kinder ab drei Jahren bis zur Einschulung – mit 100 Euro pro Kind und Monat zu bezuschussen. Die Einführung ist zum 1. April geplant, obwohl laut Aussage des Bayerischen Familienministeriums die Gesetzesänderung erst zum 15. Mai beschlossen wird. Ausgenommen seien die Unter-Dreijährigen. Allerdings soll ab 2020 die Beitragsentlastung auf die Kinder ausgedehnt werden, die das erste Lebensjahr vollendet haben. Für die Miesbacher Kindergärten würde das bedeuten, dass bis zur meistgebuchten Kategorie (vier bis fünf Stunden à 100 Euro) die Eltern keine Beiträge zahlen müssten.

ddy

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