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Miesbach: Weitere Bäume wegen Asiatischem Laubholzbockkäfer gefällt

„Schlichtweg eine Katastrophe“

Miesbach: Weitere Bäume wegen Asiatischem Laubholzbockkäfer gefällt

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Die LfL hat den Asiatischen Laubholzbockkäfer in einem weiteren Baum in Miesbach gefunden. Außerdem gibt es zwei neue Verdachtsfälle. 33 Gehölze wurden bereits entnommen. 

Miesbach – Rund 300 Holzpaletten vor der Baustelle des Alpengroßmarktes waren es, die vor fünf Jahren bei Michael Weber (Name geändert) die Alarmglocken schrillen ließen. „Eindeutig aus China“ seien sie gewesen, sagt der ehemalige Mitarbeiter der Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) – und aus dem Holz, in dem sich die Larven des Asiatischen Laubholzbockkäfers (ALB) so gerne entwickeln. Für Weber, der in den ALB-Befallszonen um München hunderte Bäume nach dem Käfer durchsucht hatte, war klar: Das wird gefährlich. Gut fünf Käfer könnten aus den 300 Paletten schlüpfen, schätzte er damals.

Alle wichtigen Fragen und Antworten zum ALB in Miesbach gibt es hier: Gefährlicher Schädling bedroht Miesbacher Bäume - Das passiert jetzt

Miesbach: Weitere Bäume wegen Asiatischem Laubholzbockkäfer gefällt

Heute fühlt sich Weber bestätigt. Denn der ALB ist in Miesbach auf dem Vormarsch: Die Mitarbeiter der Lfl haben den Käfer in einem weiteren Baum nachgewiesen – südlich des bisherigen Befalls um das Finanzamt. Das berichtet Frank Nüßer, Leiter der Arbeitsgruppe ALB an der Landesanstalt. Zwei weitere Verdachtsfälle fanden die Experten nördlich des Finanzamts, Richtung Waitzinger Park. Einer ist bereits gefällt und zur Analyse im Labor. Den anderen werden die Baumkletterer der LfL noch untersuchen.

Durch die Fällungen steigt die Zahl der Gehölze, die dem ALB in Miesbach zum Opfer gefallen sind, auf 33. Es werden noch deutlich mehr werden: Wie berichtet, müssen im Umkreis von 100 Metern um befallene Bäume Wirtsgehölze des ALB entnommen werden. Bis die LfL alle Miesbacher Stämme und Äste überprüft hat, ist aber nicht abzusehen, wie viele Opfer der Käfer fordern wird.

Das befeuert Spekulationen. Zuschriften zum ALB erreichen unsere Zeitung derzeit häufiger. Manche Leser vermuten den Ursprung des Befalls bei Arbeiten am Bürgersteig vor dem Finanzamt. Andere glauben, den ALB am AOK-Parkplatz entdeckt zu haben. Dort stehen zwei Bäume mit fahlen Spitzen und aufgeplatzter Rinde – typische Anzeichen des Käfers.

Ingrid Pongratz, Miesbacher Bürgermeisterin

Mehr zum Thema: Asiatischer Laubholzbockkäfer (ALB) in Miesbach: Die Ruhe vor dem Sturm

Fällung am AOK-Parkplatz: Das steckt dahinter

Am Montag wurde auf dem AOK-Parkplatz sogar ein Baum entnommen – allerdings nicht wegen des ALB, sagt Bürgermeisterin Ingrid Pongratz auf Nachfrage. Der Baum sei gefällt worden, um Platz für einen Parkscheinautomaten zu schaffen. Dennoch fragte sich so mancher Miesbacher, ob der Käfer schuld am Tod des Baums sei.

Anstoß zu Spekulationen: Auf dem Miesbacher AOK-Parkplatz wurde ein Baum gefällt.

Das Beispiel zeigt, wie der ALB die Gedanken der Miesbacher beherrscht. Die Bürgermeisterin versteht das. Sie hatte im Urlaub vom Angriff des Käfers erfahren – per Whatsapp. „Das war ein Schock“, sagt sie. „Schlichtweg eine Katastrophe für Miesbach. Es tut mir in der Seele weh.“ Sie sorgt sich um das Stadtbild – und um „die Menschen, die ihre Bäume lieben.“

Pongratz sagt aber auch: „Es bringt nichts, sich die Dinge schön zu reden.“ Es brauche konsequente Gegenmaßnahmen, um den Käfer an der Ausbreitung zu hindern. „Wir müssen zusammenhalten und die Situation sachlich angehen.“ Heißt: keine Spekulationen.

Ohnehin: Woher der ALB in Miesbach kommt, wird auch Nüßer erforschen. Er will mit Bauträgern reden, sich Dokumente zeigen lassen und den Herd des Ausbruchs ermitteln. Eine Erfolgsgarantie kann er aber nicht geben: Weil Firmen pleite gehen, führen manche Spuren ins Nichts.

ALB in Miesbach: So geht es jetzt weiter

Pongratz will derweil den Schaden so gering wie möglich halten. Baustellen hat sie genug: Um die LfL unterstützen zu können, will sie prüfen, wo die Stadt mehr Personal braucht. Weil auf Miesbach durch die Abholzungen Kosten in sechsstelliger Höhe zukommen, wie sie schätzt, will sie Fördermöglichkeiten prüfen. Und da in der Fäll-Zone auch „kulturell wichtige Bäume“ stehen, will sie mit der Landesanstalt verhandeln, ob einige davon gerettet werden können – obwohl sie die Erfolgsaussichten vorsichtig bewertet.

Bevor die Landesanstalt ihre Kontrollen abgeschlossen habe, seien die Überlegungen der Stadt ohnehin gezwungenermaßen vage, sagt Pongratz. Konkreter könnten sie am Donnerstag, 12. September, werden. Dann werden Vertreter der LfL ihre aktuellen Ergebnisse und geplanten Maßnahmen im Miesbacher Stadtrat präsentieren.

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