„Da haben wir unsere Hausaufgaben zu machen“

Miesbach will zum MVV: Kreistag gibt grünes Licht für Gespräche

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Der Landkreis Miesbach möchte dem Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) beitreten. Der Kreistag gab grünes Licht für Gespräche. Es gab aber auch mahnende Worte. 

Landkreis – „Es wird wahnsinnig viele Gewinner geben.“ Das prophezeite Ulrike Küster (Grüne) gestern im Kreistag mit Blick auf den geplanten Beitritt des Landkreises zum Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV). Einhellig gab das Gremium grünes Licht für Verhandlungen.

Bereits Mitte Februar hatte MVV-Geschäftsführer Bernd Rosenbusch den Mitgliedern des Kreisausschusses die Rahmenbedingungen erläutert (wir berichteten). Gestern nun stand sein Kollege Markus Haller, Bereichsleiter Konzeption beim MVV, den Kreisräten Rede und Antwort. Er wies darauf hin, dass sich bei einem Beitritt nicht sofort das Angebot ändert. Allerdings profitierten die Nutzer des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) von den teils deutlich günstigeren MVV-Tarifen. Dies bringe mehr Fahrgäste in Bus und Bahn, was letztlich den Druck erhöhe, mehr Kapazitäten und ein besseres Angebot zu schaffen.

Günstiger freilich heißt, die Fahrpreise zu subventionieren. Nach ersten Schätzungen kommen auf den Landkreis Ausgleichskosten von 2,2 bis drei Millionen Euro jährlich zu, abzüglich des Anteils des Freistaats. Um welche Summen es genau geht, ist bis dato noch offen. Die genauen Mindereinnahmen für die betroffenen Bus- und Bahnunternehmen können nur mithilfe präziser Fahrgast- und Umsatzzahlen ermittelt werden. Zum anderen gibt es vom Freistaat bislang lediglich eine Absichtserklärung, den ÖPNV zu stärken. „Er muss sich endlich äußern, wie seine finanzielle Beteiligung aussieht“, forderte SPD-Fraktionssprecher Martin Walch.

Haller rechnet damit, dass bezüglich der Kosten bis Mitte 2020 Klarheit herrscht. Ein Beitritt wäre frühestens Ende 2022 möglich. „Und das ist schon sehr ambitioniert“, sagte Landrat Wolfgang Rzehak (Grüne) in Richtung der Bürgermeister Andreas Hallmannsecker (FWG) aus Valley und Leonhard Wöhr (CSU) aus Weyarn. Diese baten darum, bei den Verhandlungen aufs Gas zu treten, damit, so Wöhr, „der Zug bei der Ausschreibung für die Bahnstrecken im Oberland nicht abgefahren ist“. Die Konzession der Bayerischen Oberlandbahn (BOB) endet 2026. Haller machte in diesem Zusammenhang deutlich, dass es bis zur Neuausschreibung laufend Zwischenverhandlungen geben wird.

Mahnende Worte richtete Paul Fertl (SPD) in die Runde. Der MVV-Beitritt sei eine gute Sache, man dürfe die Augen aber nicht vor den Problemen verschließen. „Der Parkplatzdruck wird sich nach Süden, nach Miesbach und Darching, verschieben“, sagte er. „Da haben wir unsere Hausaufgaben zu machen.“ Die Landeshauptstadt rücke ein Stück näher an den Landkreis, das wirke sich auch auf die Bodenpreise aus. Der Miesbacher Vizebürgermeister: „Wir brauchen eine soziale Bodenpolitik, um das Preisniveau zumindest ein Stück abzufedern.“

Lesen Sie hierzu auch:

Kostenlos Busfahren für Senioren und Schüler: Ab März hätten diese Angebote im gesamten Oberland starten sollen. Daraus wird vorerst nichts. Wegen zwei geplanten MVV-Beitritten.

sh

Rubriklistenbild: © dpa / Amelie Geiger

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