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Begibt sich auf hohe See: Jonathan Sichart erkundet mit seinem Segelboot bald die Meere der Welt.

Seine Reise startet schon bald

Ganz allein auf seinem Boot: Miesbacher will jüngster deutscher Weltumsegler werden

Vom Indischen Ozean über den Atlantik bis zum Pazifik und wieder zurück. Mit dem eigenen Boot die weiten Meere erkunden. Ein Kindheitstraum, den sich in Kürze ein Miesbacher erfüllt.

Miesbach – Jonathan Sichart war schon als kleiner Junge segelbegeistert und verbrachte viel Zeit auf dem Wasser. „Früher bin ich sogar Regatten gefahren“, sagt der 21-Jährige. Später hat er sein Hobby dann zum Beruf gemacht und am Bodensee den Beruf des Bootsbauers gelernt. Erst im Februar hat er seine Ausbildung abgeschlossen. Und ist nun bestens gewappnet für sein Abenteuer. „So kann ich auf meiner Reise auch selber Reparaturen vornehmen“, erklärt der Miesbacher.

Auf diese Reise begibt sich Sichart Ende Oktober. Dann fliegt er zunächst nach Australien, wo er kürzlich bereits ein Segelboot, den Bass Voyager, angezahlt hat. Im April oder Mai nächsten Jahres möchte er sich dann auf hohe See begeben, je nachdem wie schnell er wie viel Geld zusammenbekommt und wie die Vorhersagen für das Wetter und mögliche Stürme sind.

Seine Fahrt führt dann von Cairns in Australien über die Kokosinseln im Indischen Ozean, weiter nach Kapstadt in Südafrika über den Atlantik in die Karibik. Von dort aus möchte er über den Panamakanal und Tahiti im Südpazifik wieder zurück nach Australien segeln. „Wenn das klappt, wäre ich der jüngste deutsche Segler, der es geschafft hat allein die Welt zu umsegeln“, sagt der Abenteuerlustige.

Was sich binnen Sekunden liest, dauert in der Realität etwa zwei bis drei Jahre. „Ich will auch was von der Welt sehen und nicht nur auf dem Wasser sein“, erklärt der 21-Jährige. Ganz so einfach ist das jedoch nicht immer. Allein zwischen Kapstadt und Brasilien verbringt Sichart etwa 40 Tage ohne Land.

Die Zeit auf festem Untergrund will der Weltumsegler dann auch nutzen, um sein Abenteuer zu finanzieren. „Ich will immer wieder in Häfen arbeiten“, erzählt der Miesbacher. „Als deutscher Bootsbauer findet man überall einen Job.“ Momentan arbeitet er in der Münchner Staatsoper, um bis zu seinem Abflug so viel Geld wie möglich zu verdienen. In Australien sucht er sich dann eine Stelle, um das Boot zu finanzieren.

Ganz günstig ist das Vorhaben des 21-Jährigen nicht. Alleine 4000 Euro benötigt er noch, um das Segelboot abzubezahlen. Mit dem Verkäufer hat er vereinbart, dies innerhalb von drei Monaten zu erledigen. Hinzu kommen Navigationsgeräte, ein Satellitentelefon und eine Rettungsinsel. Zudem muss er sich mit genügend Lebensmitteln eindecken, um sich für die Tage auf dem Meer zu versorgen.

Auch wenn der 21-Jährige fleißig arbeitet, um so viel Geld wie möglich auf die Seite zu schaffen, ist er derzeit noch auf der Suche nach Sponsoren. „Ich habe schon ein paar Firmen angeschrieben“, erzählt der Bootsbauer. „Ich würde mich wahnsinnig freuen, wenn noch jemand bereit wäre, mich zu sponsern.“

Seine Familie kann sich noch nicht so ganz mit dem Gedanken anfreunden, dass ihr Schützling bald für mehrere Jahre auf Reisen geht. „Mein Vater redet mir schon eher ein schlechtes Gewissen ein“, meint Sichart. Verständnis hat der Bootsbauer dafür aber schon, ganz ungefährlich sei sein Kindheitstraum ja nicht. Außerdem wird er den größten Teil seiner Reise alleine auf seinem Segelboot verbringen. „Vielleicht nehme ich ja mal streckenweise jemanden mit“, meint der Miesbacher. Trotzdem sagt er selbst, noch keine Aufregung zu spüren. Sichart: „Das Ganze ist noch schwierig zu realisieren. Ich glaub das wird dann erst in Australien auf dem Boot passieren.“

Von Tamara Scheid

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