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Schwer im Geschäft: An den Waschplätzen des Miesbacher Betriebs Franz Schmid ist in diesen Tagen richtig viel los. Betriebsleiter Bernhard Kleber ist den Ansturm um diese Jahreszeit aber gewöhnt.

„Auf den Schwamm zuhause sollte man verzichten“

Experte erklärt: So waschen Sie Ihr Auto richtig

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Miesbach - Hochbetrieb herrscht derzeit in den Autowaschanlagen in Miesbach. Wir haben uns mit einem Experten unterhalten, worauf es bei der Lackpflege wirklich ankommt.

Wer ein sauberes Auto will, braucht Geduld in diesen Tagen. Egal ob einfache SB-Anlage oder hochmoderne Waschstraße: Überall stehen stehen die Autobesitzer derzeit Schlange. Auch beim Waschhof des Autohauses Franz Schmid im Miesbacher Gewerbegebiet Ost zischen an den fünf Freiwaschplätzen fast ununterbrochen die Hochdruckreiniger, die Bürsten in der automatischen Anlage drehen sich nahezu ohne Pause. Warum das um diese Jahreszeit nichts besonderes ist und wie die Miesbacher ihre Blechschätzchen am besten pflegen, das verrät Betriebsleiter Bernhard Kleber (55) im Interview.

Herr Kleber, haben Sie so einen Ansturm auf Ihre Waschplätze schon mal erlebt?

Kleber: Klar! Immer zwischen Weihnachten und Heilig-Drei-König ist bei uns der Andrang groß. Das sind die stärksten Wochen im ganzen Jahr. Nur an den beiden Weihnachtsfeiertagen und an Neujahr haben wir geschlossen. Dazu sind wir auch verpflichtet. Dafür ist an Heiligabend sogar am allermeisten los – zumindest bis 17 Uhr.

Woran liegt’s?

Kleber: Da kommen mehrere Faktoren zusammen. Zum einen haben viele Leute an diesen Tagen frei und daher die Zeit, dass sie auch tagsüber zum Autowaschen fahren können. Zum anderen ist da das sonnige und trockene Wetter. Solange es nicht regnet oder schneit, bleiben Schmutz und Salz auf den Straßen. Dementsprechend dreckig sind die Autos.

Das heißt aber auch, dass der Lack nach dem Waschen im Nu wieder grau ist...

Kleber: (lacht) Drum kommen die Leute ja so oft zu uns. Da gibt’s durchaus Autoliebhaber, die jeden zweiten Tag ihren Wagen waschen. Anderen reicht’s dagegen einmal im Monat.

Was ist denn für den Lack am besten?

Kleber: Das spielt mittlerweile eigentlich keine Rolle mehr. Den Mehrschichtlacken kann häufiges Waschen nichts anhaben. Nur auf den Schwamm zuhause sollte man verzichten. Damit reibt man nämlich den Schmutz eher in den Lack, als das man ihn entfernt. Da können dann schon Kratzspuren zurückbleiben. In einer modernen Waschanlage kann das nicht passieren.

Braucht’s dann überhaupt noch Schnickschnack wie Heißwachs und Co.?

Kleber: Auch das kommt wieder auf den Geschmack des Kunden an. Wir bieten mittlerweile bis zu neun verschiedene Programme an. Gerade im Winter können eine Unterbodenwäsche oder unsere Programme mit Konservierungsmitteln wie Shinetec oder Heißwachs nicht schaden. Das schützt den Lack zusätzlich vor Salz und Schmutz. Grundsätzlich ist man aber auch mit dem Standardprogramm mit Schaum- und Felgenwäsche gut bedient. Den meisten Leuten reicht es, wenn sie ihr Auto einfach mal schnell durchschieben.

Und wenn dann doch der Frost zurückkommt?

Kleber: Dann kann man nach wie vor genauso zum Waschen fahren. In unserer automatischen und beheizten Anlage wird das Auto ja ohnehin wieder trocken geblasen. An den Freiwaschplätzen arbeiten wir mit beheiztem und enthärtetem Wasser. Das perlt schneller vom Lack ab. Gefährlicher als der Frost ist aber die direkte Sonneneinstrahlung an heißen Sommertagen. Wenn man da den Schaum nicht gründlich abwäscht, können sich Flecken bilden.

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