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Bereit für die ersten Reihe: Ferdinand Bergrab feiert am 1. Juli seine Primiz am Miesbacher Marktplatz. „Christus in den herzen“ lautet seine Botschaft.

Junger Pfarrer kommt heim

Miesbacher Ferdinand Bergrab (27) wird Priester - und feiert Primiz am Marktplatz

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Es ist die zweite Primiz in Miesbach binnen eines Jahres. Am 1. Juli feiert Ferdinand Bergrab seine erste Heilige Messe als geweihter Priester. Wie er sich jetzt fühlt.

Miesbach – Wo könnte Kirche näher bei den Menschen sein als auf dem Marktplatz? Ferdinand Bergrab musste nicht lange überlegen, an welchem Ort in Miesbach er seine erste Heilige Messe feiern will. „Der Marktplatz ist das Herz unserer Stadt“, sagt der 27-Jährige, der am 30. Juni im Freisinger Dom zum Priester geweiht wird. Und genau da will Bergrab mit seiner Botschaft hin.

„Christus in cordibus – Christus in den Herzen“, lautet sein Primizspruch. Christus sei der Mittler zu Gott, ihm solle man einen Platz in seinem Leben einräumen. Seine Aufgabe als Priester sei es, die Menschen dabei zu unterstützen, meint Bergrab. Mit den kirchlichen Sakramenten, den Predigten, vor allem aber mit seiner Person. „Man muss authentisch und greifbar sein“, sagt der junge Diakon.

Wie wichtig diese Erfahrung auf dem Weg zum Glauben ist, hat der Miesbacher in seiner Jugend selbst erfahren. Der damalige Stadtpfarrer Axel Meulemann weckte in ihm als Ministrant den Wunsch, sich intensiver mit religiösen Fragen zu beschäftigen. „Immer ohne Druck“, betont Bergrab. Irgendwann habe ihn Meulemann dann gefragt, ob er selbst Priester werden wolle. Ein Saatkorn, das auf fruchtbaren Boden fiel. Nicht nur bei Bergrab, sondern noch bei einem weiteren Mitglied von Meulemanns Berufungskreis: Mathias Klein-Heßling, der bereits im Juli vergangenen Jahres Primiz in Miesbach feierte und jetzt in der Stadtteilkirche am Wasen in Rosenheim in der Seelsorge tätig ist.

Die Stadt feiert mit Mathias Klein-Heßling

Bergrab wird hingegen im Pfarrverband Esting-Olching und damit im Speckgürtel Münchens seine erste Stelle als Kaplan antreten. Durchaus ein Kontrast zu seinen beiden Jahren als Diakon im sehr traditionell geprägten Pfarrverband Partenkirchen-Farchant-Oberau.

Der Abschied fällt dem 27-Jährigen nicht leicht, räumt er ein: „Ich habe hier viele nette Menschen kennengelernt.“ Dennoch freut er sich, endlich selbst in der ersten Reihe zu stehen und Gottesdienste zu leiten. „Jetzt geht es an die Arbeit.“

Dass sich die in den vergangenen Jahren stark verändert hat, ist dem Miesbacher bewusst. Vor allem der Trend zu immer größeren Pfarrverbänden habe er bei seinem Eintritt ins Priesterseminar vor acht Jahren noch nicht auf dem Schirm gehabt. Dennoch will er die neuen Herausforderungen „hoffnungsvoll angehen“. Und es gebe auch durchaus Vorteile. Während früher oft ein einzelner Pfarrer die Seelsorge in der Hand hatte, müsse man heute im Team arbeiten und gemeinsam um die Pastoral „ringen“. So, wie es Jesus Christus einst vorgelebt habe, findet Bergrab. „So gesehen ist die Kirche heute wieder näher am Ursprung.“

Näher zu sich selbst hat der 27-Jährige in seiner langen Vorbereitungszeit gefunden. Er studierte Theologie und Philosophie und bekam ein Stipendium für ein Jahr in einer Benediktinerabtei in Jerusalem. „Da war ich der einzige Priesteramtskandidat“, erzählt Bergrab. Gerade deshalb seien die Gespräche mit den 17 anderen jungen Teilnehmern sehr spannend und bereichernd für ihn gewesen.

Mit all diesen Erfahrungen im Rücken fühlt sich Bergrab nun reif für den nächsten Schritt. Für seine Primiz wünscht er sich – neben gutem Wetter – dass möglichst viele Miesbacher mit ihm feiern. Nicht als „Personenkult“ um seinetwillen, sondern um den Glauben in der Stadt sichtbar und spürbar zu machen. „Das ist der Anspruch“, sagt Bergrab, „den wir als Christen haben sollten.“

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