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Kreis-SPD hat neuen Chef. Er ist erst 21 Jahre alt.

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Neu formiert: Die Führung des SPD-Unterbezirks mit (v.l.) Michael Falkenhahn, Angelika Falkenhahn, Bruno Petroons, Robert Kühn und Tim Siebeneicher. Online zugeschaltet Johann Schmid, Andy Kempf, Barbara von Miller und Christine Negele.
Neu formiert: Die Führung des SPD-Unterbezirks mit (v.l.) Michael Falkenhahn, Angelika Falkenhahn, Bruno Petroons, Robert Kühn und Tim Siebeneicher. Online zugeschaltet Johann Schmid, Andy Kempf, Barbara von Miller und Christine Negele. © privat

Miesbach – Aufbruchstimmung bei der SPD im Landkreis Miesbach. Bei der Jahreshauptversammlung vollzieht sich ein Generationenwechsel in der Führungsriege: Anstelle von Hannes Gräbner rückt der 21-jährige Bruno Peetroons auf. Und der junge Holzkirchner strebt nach mehr.

Die Stimmung bei den Landkreisgenossen bei der Hybridsitzung, die am Samstag teils online und teils in Präsenz im Wiesseer Rathauses stattfand, war bestens. „Die SPD wird den neuen Kanzler stellen und in der Regierungsverantwortung sein. Auch im Oberland wird nicht mehr alles so schwarz gesehen. Die CSU ist geschwächt. Das nehmen wir mit und starten durch“, begrüßte Wiessees Bürgermeister Robert Kühn die 31 Teilnehmer überschwänglich. Doch bevor der neue Vorstand gewählt wurde, galt es, den bisherigen Kreis-Chef Hannes Gräbner zu verabschieden.

Scheidender Vorsitzender Hannes Gräbner: „Das tiefe Tal ist durchschritten“

Der 54-Jährige ließ das zurückliegende Geschäftsjahr, aber besonders auch seinen Bundestagswahlkampf Revue passieren. Hier stellte der Media Content Manager die Aktionen heraus, die über Social Media-Kanäle und pandemiebedingt unter freien Himmel stattfanden, und bei denen stets auch Spitzenkandidaten der Partei zugegen waren. Gräbner danke seinem Team für die Unterstützung, befand aber, dass es nun, da „das tiefe Tal durchschritten“ ist und es mit der SPD „wieder aufwärts“ gehe, für ihn der richtige Zeitpunkt sei, um sich aus dem Vorstand zurückzuziehen. Er zog damit auch die Konsequenz daraus, dass sich der Zuspruch, den die SPD auf Bundes-, Bayern- und Oberbayern-Ebene erzielte, nicht im Unterbezirk Miesbach niederschlug – trotz der enormen Bemühungen. „Es ist wichtig, dass wir uns einig sind und eine Miteinanderpolitik gestalten“, betonte Gräbner.

Neuer Kreisvorsitzender strebt nach mehr: der Landtag soll‘s sein

Nach dem Bericht von Kassier Johann Schmid und der Aussprache stellte sich mit einer flammenden und rhetorisch ausgefeilten Rede der 21-jährige Bruno Peetroons aus Holzkirchen zu Wahl: „Ich möchte die Veränderung in den Landkreis Miesbach tragen. Dieser Landkreis braucht Veränderung.“ Ohne mit Kritik hinter dem Berg zu halten oder anzuzweifeln, dass man sich bei der SPD auch streiten dürfe, forderte er den Zusammenhalt der Genossen. Peetroons machte deutlich, dass seine Ambitionen, die Genossen anzuführen, für die nächsten Jahre gelte und die Landtagswahl fest im Blick habe.

Auch Pressesprecher möchte ins Landesparlament

Auf Nachfrage von Robert Kühn zu seiner Haltung der Koalitionsverhandlungen auf Bundesebene betonte Peetroon: „Wir als SPD müssen die Regierung anführen. Wir haben den Wählerauftrag.“ Es gelte, mit den Grünen und der FDP Kompromisse zu finden, um als wirkliche Zukunftskoalition das Land zu gestalten. Hinsichtlich einer Vereinigung der SPDler aus dem Landkreis-Norden und dem Süden sowie der ländlich beziehungsweise städtisch geprägten Interessen, wolle er als Bürger des Landkreises engagieren, betonte Peetroons. Mit 21 von insgesamt 24 Stimmen wurde er schließlich zum Kreisvorsitzenden gewählt. Ebenso wie der 20-jährige Tim Siebeneichler, der sich mit einer nicht minder engagierten Rede („Der Geist der Sozialdemokratie lebt“) auf das Amt des Pressesprechers bewarb – ebenfalls mit Blick auf das Bayerische Landesparlament.

Zu Stellvertretern des Vorsitzenden wurden Gisela Falkenhahn und Robert Kühn gewählt. Kassier Schmid wurde im Amt bestätigt, Andy Kempf, Barbara von Miller, Michael Falkenhahn und Christine Negele sind. Außerdem wurden die Mitglieder der Schiedskommission, die Ortsvereinsvertreter und Delegierte gewählt.

Bürgermeister Falkenhahn: Verjüngung „wichtig und richtig“

Die Bad Wiesseer Gemeinderätin Klaudia Martini, die sich zwischenzeitlich für den Landesverband und dessen konträrer Haltung zum Programm von Olaf Scholz geschämt habe, freute sich über das „junge Blut“ und bat Peetroons, entsprechend „munitioniert“ aufzutreten. Und auch Michael Falkenhahn, SPD-Bürgermeister in Otterfing fand einen Generationenwechsel „wichtig und richtig“.

Bruno Peetroons bedankte sich für das Vertrauen: „Wir kriegen es hin, die SPD zu stärken und den Unterbezirk auf die kommenden Jahre vorbereiten. Daran glaube ich fest.“

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