Doch er kann sich retten

Miesbacher Marihuana-Dealer (20) prellt Käufer

Ein 20-Jähriger Miesbacher verkaufte Marihuana in der Kreisstadt. Dabei war er allerdings nicht besonders ehrlich. Trotzdem kann er einer harten Strafe nochmal entkommen.

Miesbach – Eine Verhandlung gegen einen 20-jährigen Miesbacher am Amtsgericht in der Kreisstadt könnte man auch als Schnellverfahren bezeichnen. Alle vier Zeugen wurden nach nur rund einminütiger Vernehmung des Angeklagten wieder entlassen. Denn der junge Mann gestand seine Taten.

Von Januar bis Mai 2017 hatte er sich Folgendes zu schulden kommen lassen: vier Marihuana-Verkäufe, bestehend aus jeweils einer Konsumeinheit. Zudem soll er eine Käuferin geprellt haben und ihr nur 1,5 statt der bezahlten zwei Gramm übergeben haben. Das war noch nicht alles, denn der 20-Jährige bewahrte zu Hause 1,2 Gramm Haschisch sowie 3,5 Gramm Marihuana auf.

„Selbst habe ich aber fast nichts konsumiert“, erklärte der Miesbacher vor Gericht. Vor einiger Zeit habe er einen Entzug gemacht. Jetzt sei er vollständig clean.

Da er aber schon vier Vorstrafen auf dem Kerbholz hatte, forderte die Staatsanwaltschaft einen Freizeitarrest plus Drogen-Screenings. „Sie stehen noch nicht ganz mit beiden Beinen im Leben“, erklärte die Staatsanwältin. „Sie haben ja auch schon ein einjähriges Kind.“ Letzteres offenbarte der Miesbacher während seiner Anhörung. Der „Schuss vor den Bug“ sei laut der Staatsanwältin auch nötig, „da Sie sich hier nicht sonderlich beeindruckt von der Verhandlung zeigen“.

Amtsgerichtsdirektor Klaus-Jürgen Schmid zeigte sich gnädig und beließ es bei 32 Sozialstunden inklusive Drogen-Screenings. „Es gibt diesmal keinen Arrest, da Sie geständig waren“, erklärte Schmid und warnte den jungen Miesbacher: „Ich hoffe aber, dass wir uns vor Gericht nicht nochmal sehen.“

hph

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa / Boris Roessler

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