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Mal forsch, mal verführerisch: Als Magd muss die Rumplhanni – gespielt von Ursula Lippkau – schauen, wie sie zu einem besseren Leben kommt. Der junge Bauer Simmerl (Sepp Brugger) könnte eine gute Partie für sie sein.

Volkstheater bereitet große Inszenierung zu Stadtjubiläum vor

Die Miesbacher Rumplhanni 

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Das Volkstheater des Miesbacher Trachtenvereins plant zum Jubiläum 100 Jahre Stadterhebung einen besonderen Beitrag. Unter Regie von Walter Kohlhauf plant das Laienensemble für Sommer „Die Rumplhanni“ von Lena Christ. Ein Stück vom Volk fürs Volk - das noch Unterstützer sucht.

Miesbach – Wenn man Walter Kohlhauf nach dem Stück „Die Rumplhanni“ fragt, gerät er ins Schwärmen. „Das ist ein tolles Stück“, sagt der 71-Jährige. „Es passt genau zu der Zeit um 1918. Gewissermaßen perfekt zu unserem Stadtjubiläum.“

Dafür legt sich das Volkstheater – so nennt sich das Laienensemble des Miesbacher Trachtenvereins – auch gehörig ins Zeug. Gespielt wird auf der Freilichtbühne neben dem Kulturzentrum Waitzinger Keller, zwischen der Trachtenhütte und dem Waitzinger Park. Platz für rund 300 Besucher bietet das Areal. Sieben Aufführungen sind im Juli und August geplant.

Lange hat Kohlhauf, den die Trachtler für die Regie des Jubiläumsbühnenstücks gewonnen haben, nach einem geeigneten Stoff gesucht. Leicht war es nicht. „Es sollte etwa Niveauvolles sein, aber auch etwas Bodenständiges“, fasst er zusammen. Und das Ende sollte nicht allzu tragisch sein. Auch ein Schenkelklopfer-Schwank kam nicht infrage.

Auf die bayerische Schriftstellerin Lena Christ ist Kohlhauf dann per Zufall gestoßen – bei einer Aufführung von Christs „Madame Bäurin“ in Rohrdorf. „Da dachte ich mir: Damit könnte es klappen“, sagt Kohlhauf. Wenn auch mit einem anderen Stück der 1920 in München im Alter von nur 38 Jahren verstorbenen Autorin – eben der Rumplhanni.

Das Reizvolle an dem Stoff ist der Einblick in die Zeit von damals, als Miesbach zur Stadt erhoben wurde. Und dazu die authentische Sprache. „Das Leben als Dienstbote war nicht leicht“, sagt Kohlhauf. Aufstiegschancen gab es kaum, und die wenigen, die es für eine Magd gab, wollte die Johanna Rumpl nutzen – für ein besseres Leben. Und das war gewinnbringend heiraten. Ihr Lebensziel ist bescheiden und doch unverschämt hoch aus damaliger Sicht: „A Haus und a Kuah und a Millisupperl in der Fruah.“ Dabei setzt die junge Frau ihren Kopf und ihren Körper ein und gelangt so vom Land in die Stadt.

Die Rumplhanni ist nicht das erste Stück, das der ehemalige Volksschullehrer Kohlhauf inszeniert. Mit „Der wilde Jager von Gmund“ von Georg Stöger-Ostin und dem „Goggolori“ von Michael Ende hat Kohlhauf bereits zwei große Produktionen mit dem Volkstheater auf die Bühne gebracht – für ersteres wurde er mit dem Kulturpreis der Stadt ausgezeichnet.

Zweieinhalb Stunden wird das Stück dauern, aufgeteilt in zwei Teile: erst Land, dann Stadt. Das stellt große Ansprüche an das Bühnenbild, durch das das Gelände der Trachtler zur großen Bühne wird. 30 Sprechrollen gibt es.

Hinzu kommen 20 Statisten. Denn Kohlhauf will das Gelände nutzen mit vielen Randszenen und Komparsen, die beim Zuschauer das Gefühl entstehen lassen, mittendrin im Geschehen zu sein. „Das Bühnenbild ist eine große Herausforderung“, sagt Kohlhauf.

Deshalb brauche man für Bau und Aufbau noch Unterstützung: Gesucht werden noch an die sechs handwerklich begabte junge Leute, die sich zuverlässig einbringen. Sie können zudem auch als Statisten mitwirken, denn zwölf Komparsen werden ebenfalls gesucht – bevorzugt Männer im wehrfähigen Alter und dazu passend junge Frauen. Immerhin spielt das Stück zur Zeit des Ersten Weltkriegs.

Für Kohlhauf ist es ein spannendes Projekt. Dass es den Geschmack des Publikums treffen wird, davon ist er überzeugt. Immerhin bringen die Miesbacher eine Reise zurück in die Zeit der Stadterhebung auf die Bühne, die das Jubiläum zu einem greifbaren Ereignis machen soll.

Crowdfunding, mitmachen, Tickets sichern

Das Stück „Die Rumplhanni“ ist nicht nur kulturell ein besonderes Bühnenstück für Miesbach, sondern auch in wirtschaftlicher Hinsicht. 40 000 Euro kostet die Inszenierung laut Walter Kohlhauf. Dabei entfällt ein großer Teil des Geldes auf das aufwendige Bühnenbild. Kosten für die Technik und Tantiemen für die Nutzung der Theateradaption fallen ebenfalls an. Die Hälfte soll durch das Eintrittsgeld gedeckt werden.

Um das Gesamtbudget der Stadt für das Jubiläum möglichst zu entlasten, setzen die Beteiligten auf eine neue Form der Finanzierung: Crowdfunding. So geht’s: Bei der Raiffeisenbank im Oberland wurde ein Spendenkonto auf derneuen regionalen Crowdfunding-Plattform eingerichtet. Schafft es „Die Rumplhanni“, bis 24. April, 5000 Euro zu bekommen, legt die Raiffeisenbank 2500 Euro drauf. Ansonsten geht das Geld zurück an die Spender. Weitere Infos zum Projekt gibt es auf der Online-Plattform.

Wer mitmachen möchte als freiwilliger Helfer oder Komparse meldet sich beim Kulturzentrum Waitzinger Keller unter 0 80 25 / 7 00 00 oder per E-Mail an info@waitzinger-keller.de. 

Dort läuft auch schon der Kartenvorverkauf. Tickets gibt‘s zudem über München Ticket.

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