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Viel Platz für Lebensmittel: (v.l.) Tafel-Helfer Karl-Heinz Schwarz, Claudia Hübner, Lidl-Filialleiterin in Hausham, Elfie von Khreninger, stellvertretende Vorsitzende des BRK-Kreisverbands, Bürgermeisterin Ingrid Pongratz , Petra Reindl, Vertreterin des BRK-Vorstands für den Bereich Wohlfahrts- und Sozialarbeit, und BRK-Kreisgeschäftsführer Robert Kießling freuen sich über die neue Ausstattung der Räume der Miesbacher Tafel.

Rotes Kreuz freut sich über Lidl-Spende

Miesbacher Tafel: Mit Flaschenpfand zur neuen Ausstattung

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Richtige Regale, zwei Kühlschränke und eine neue Küche: Das BRK hat die Miesbacher Tafel neu ausgestattet. Dank einer Flaschenpfand-Spende der Lidl-Märkte.

Miesbach – Wie Kunden in einem richtigen Laden sollen sich die Besucher der Miesbacher Tafel fühlen. Statt in Resten nach Essbarem zu wühlen, dürfen sie sich ihre Lebensmittel aus Kisten in den Regalen der neuen Räume des BRK-Kreisverbands an der Wendelsteinstraße aussuchen. Selbstbedienung gibt es ganz bewusst nicht, erklärt die stellvertretende Kreisgeschäftsführerin Isolde Besel. Weil die Ware begrenzt ist, kümmern sich die ehrenamtlichen Mitarbeiter um eine möglichst gerechte Verteilung. Trotzdem versuchen sie, den Bedürftigen möglichst viele Wünsche zu erfüllen. „Wenn jemand Äpfel statt Tomaten will, ist das natürlich okay“, sagt Besel. Sofern es das Angebot hergibt.

Vor gut einem Jahr ist die Miesbacher Tafel von den ehemaligen BRK-Räumen in der Bergwerkstraße ins Gewerbegebiet Ost umgezogen (wir berichteten). Dank einer Spende des Discounters Lidl in Höhe von 4800 Euro konnte das Rote Kreuz nun nicht nur Regale, sondern auch zwei Kühlschränke und eine neue Küche anschaffen. Das Geld stammt aus den Pfandspenden in Lidl-Märkten in ganz Deutschland. „Bei der Flaschenrückgabe können sich die Kunden entscheiden, ob sie das Pfand an den Bundesverband der Tafeln spenden wollen“, erklärt Besel. Es sei schön, dass nun auch die Miesbacher Ausgabe in den Genuss einer Zuwendung gekommen sei. „Da sehen die Leute, dass ihr Geld vor Ort ankommt.“

Bei einer kleinen Feierstunde hat das BRK nun die neue Tafel-Ausstattung eingeweiht. Kreisgeschäftsführer Robert Kießling nutzte die Gelegenheit, um sich nicht nur bei den Spendern und Gönnern der Tafel, sondern auch bei den vielen ehrenamtlichen Helfern für ihr unermüdliches Engagement zu bedanken. „Ohne euch würde es hier nicht gehen“, sagte Kießling. Genauso wichtig sei die Wertschätzung der Tafel in der Gesellschaft.

An die Anfänge der Miesbacher Tafel erinnerte Bürgermeisterin Ingrid Pongratz. Schon zu Beginn ihrer ersten Amtszeit im Jahr 2003 habe sie sich über die Menschen Gedanken gemacht, „die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen“. Gemeinsam mit Eva Maier sei sie dann auf Besel zugegangen, um mit ihr über die Gründung einer Tafel zu sprechen. Als sie selbst bei der Ausgabe geholfen habe, habe sie einen „Stich im Herz“ verspürt, so Pongratz. „Da sind Leute gekommen, von denen ich nie vermutet hätte, dass sie darauf angewiesen sind.“ Umso dankbarer zeigte sich die Bürgermeisterin über die vielen, teils langjährigen Spender aus der regionalen Geschäftswelt.

Zwei Tafel-Helfer fahren ihre feste Tour von Miesbach bis nach Schliersee ab, um die Lebensmittel einzusammeln. Vier weitere Ehrenamtliche bereiten sie dann für die Ausgabe am Samstag um 15 Uhr vor. Insgesamt 25 Helfer stehen Besel für die Tafel zur Verfügung. Sind alle Bedürftigen versorgt, spülen sie die leeren Kisten in der Küche ab. Was übrig bleibt, packen sie in die Kühlschränke. „So müssen wir nichts wegwerfen“, sagt Besel. Bei Bedarf könne damit auch die Haushamer Tafel versorgt werden.

In Hausham ist auch Petra Reindl erstmals mit der Einrichtung in Kontakt gekommen. „Ich habe da Leute gesehen, die ihr Leben lang gearbeitet haben“, erzählt die Geschäftsführerin der Sixtus-Werke. Da sei ihr klar geworden, dass sie hier mit ihren Kontakten als Unternehmerin einiges bewegen könne. Zusammen mit Rechtsanwältin Birgit Baudisch, Martina Eck von der Allianz-Generalvertretung in Schliersee und Ilse Krause als Vertreterin der Tafel ist Reindl gerade dabei, eine Stiftung zu gründen. Ziel sei ein fester Spendenstamm für die Tafel, erklärt Reindl. „Damit man bei Bedarf Lebensmittel zukaufen kann.“

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