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Emotionales Thema: Der neugestaltete Marktplatz in Miesbach spaltet die Parteien.

Diskussionen vor der Eröffnung

Die Miesbacher und ihr Stadtrat diskutieren das neue Marktplatz-Design - Das sind die Meinungen

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Wir haben das Stimmungsbild zum neuen Marktplatz auf unserer Facebook-Seite abgefragt. Das Ergebnis ist das gleiche wie im Stadtrat: Es wird viel diskutiert.

Miesbach– Die Umgestaltung des Marktplatzes stand in der jüngsten Sitzung zwar nicht auf der Agenda des Stadtrates, entwickelt sich aber dennoch zum heftig debattierten Thema. Eigentlich fing alles ganz harmlos an: Markus Seemüller (FW) hatte vorgeschlagen, sich in einer der nächsten Sitzungen mit einem Fahrradkonzept zu beschäftigen. Andere Städte seien da schon weiter, hätten beispielsweise gestrichelte Linien für Fahrradspuren eingeführt. Die Idee erhielt Zustimmung, Bürgermeisterin Ingrid Pongratz (CSU) versprach, den Vorschlag auf die Tagesordnung zu nehmen.

Verena Assum (CSU) kritisierte die Idee scharf. „Wir sollten vorsichtig sein, bevor wir wieder Striche auf den Boden malen.“ Sie höre über die Umgestaltung des Marktplatzes nur Kritik. Das Geld der Stadt sei bei Spielplätzen besser angelegt, „bevor wir es wieder rausschmeißen“.

Lesen Sie mehr: Der Stadtrat diskutierte sogar schon über einen Fallschutz für die Kuhstatuen auf dem Markt

Das wollten die anderen Stadträte nicht auf sich sitzen lassen. Michael Lechner (FW) tadelte Assums Wortwahl. Es gebe sehr wohl positive Stimmen zum neuen Marktplatz. Wegen einiger Schwierigkeiten solle man nicht gleich raus geworfenes Geld unterstellen.

Auch Pongratz gestand, noch nicht 100-prozentig hinter der Umgestaltung zu stehen. Über die Skulpturen könne man streiten, auch die Telefonzelle stehe „ein bissl schief“. Da müsse noch an den Stellschrauben gedreht werden. Dennoch sei eine Evaluation des Umbaus erst in einem Jahr möglich, wenn man wisse, wie sich die Miesbacher an ihren neuen Marktplatz gewöhnen.

Lesen Sie mehr: So lief die Umgestaltung

Das ist Seemüller zu spät. In Sachen Verkehrsführung könne schon vorher nachgebessert werden – etwa durch zusätzliche Pfeile auf dem Boden. Auch Manfred Burger (Grüne) wies darauf hin, dass dringende Maßnahmen schon vor einer tiefgreifenden Evaluation durchgeführt werden könnten. Dirk Thelemann (CSU) fand es gut, dass „Dinge im Fluss sind“. Die Menschen würden sich an das meiste gewöhnen, den Rest könne man ändern.

Dieser Meinung schloss sich auch Bürgermeisterin Pongratz an: „Wenn etwas klemmt, passen wir es an. Und in einem Jahr schauen wir, wie sich die Dinge entwickelt haben.“

Das sagen unsere Facebook-User

Unter den Miesbacher Bürgern ist der neue Marktplatz ein heißes Diskussionsthema. Auf unsere nicht repräsentative Meinungsumfrage auf Facebook erreichten uns innerhalb von 50 Minuten bereits 20 Statements – eine ungewöhnliche starke Reaktion für ein Lokalthema. 

Bei Redaktionsschluss waren darunter nur zwei positive Meinungen. „Ist doch nett“, schrieb Tanja R.. „Nicht so gefährlich für die Kinder, die von der Eisdiele zum Brunnen hin und her laufen“, meinte Claudia L.. Die anderen Diskussionsteilnehmer kritisierten vor allem die Kosten des Projekts und die Verkehrsführung. „Für das Geld hätte man etliche Meter Straßen teeren können“, meinte Martin D..

Ein anderer Nutzer sprach von Geldverschwendung und einer Notlösung, Florian F. von einem Billig-Projekt. Sabrina P. fand, für Auto sei zu wenig Platz, das mache den Platz für Fußgänger gefährlich. „Und weil die Ausfahrt verlegt wurde, geben Autofahrer mehr Gas.“ Alex W. sagt: „Hab’ letztens am Brunnen gesessen. Circa 60 Prozent der Leute sind über den grünen Fußweg gefahren, wie früher, weil scheinbar kein Mensch schaut, dass die Verkehrsführung neu ist.“ 

Auch die Farbgebung sagt nicht allen zu. Bernhard R. schreibt: „Die Farbe gefällt mir nicht. Ein nicht zu grelles Rot oder nicht zu aufdringliches Grün wäre schöner gewesen.“

Auch Stadträtin Verena Assum (CSU) teilte den Post und kommentierte ihn ausführlich. 

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