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Überraschung: Im ersten Wahlgang lagen Andreas Bukowski und SPD-Amtsinhaberin Gabriele Müller bei der Bürgermeisterwahl in Haar mit 42 Prozent der Stimmen fast gleichauf. Weil die Grünen (13 Prozent) in der Stichwahl Müller unterstützten, glaubte kaum jemand an Bukowski. Doch der schaffte mit 51,5 Prozent das Wunder. 

Andreas Bukowski (41) hat es geschafft

Miesbacher wird für CSU Bürgermeister in Haar – Er beendet 40 Jahre SPD-Ära

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Andreas Bukowski hat das „Wunder von Haar“ vollbracht. Der 41-jährige Miesbacher hat nach 40 Jahren SPD-Regierung das Bürgermeisteramt für die CSU erobert – obwohl er erst seit fünf Jahren in Haar wohnt. 

Miesbach – Andreas Bukowski hat das „Wunder von Haar“ vollbracht. Der 41-Jährige, der den Großteil seiner Jugend in Miesbach verbracht hat, hat nach 40 Jahren SPD-Regierung in der Gemeinde im Osten des Landkreises München das Bürgermeisteramt für die CSU erobert – obwohl er erst seit fünf Jahren dort wohnt. Wir haben mit ihm über seine Wahl und die Gemeinsamkeiten von Haar und der Stadt Miesbach gesprochen.

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Miesbacher wird für CSU Bürgermeister in Haar – Er beendet 40 Jahre SPD-Ära

Herr Bukowski, herzlichen Glückwunsch zum Sieg. Wollten Sie als Jugendlicher Bürgermeister von Miesbach werden?

(lacht) Nein. Ich bin viel rumgekommen. Ich bin in Freising geboren, habe danach in Schwabing gelebt. Nach der Grundschule sind meine Eltern mit mir und meinen Schwestern nach Miesbach gezogen. Dort habe ich das Gymnasium besucht, Fußball gespielt und bis zum Studium gelebt. Meine Eltern leben noch heute dort, ich habe dort viele Freunde. Das ist meine Heimat. Politisch engagiert habe ich mich aber erst in Haar.

Dort wohnen Sie seit fünf Jahren. Wieso haben Sie sich nach so kurzer Zeit als Bürgermeister beworben?

Ich bringe mich gerne ein. Schon mit 18 habe ich die E2-Jugend des FC Miesbach trainiert. Als ich mit meiner Lebensgefährtin nach Haar gezogen bin, um mich hier langfristig niederzulassen, bin ich dem CSU-Ortsverband beigetreten und habe schnell kommunalpolitisches Feuer gefangen. Nach zehn Jahren in der Naturkosmetikbranche war es für mich auch an der Zeit, etwas Neues zu machen. So ist die Idee gewachsen, als Bürgermeister anzutreten. Als dann der CSU-Kandidat der letzten Wahl nicht mehr antreten wollte, habe ich es gemacht.

Dass sie gewonnen haben, verdanken Sie ihrem Häuserwahlkampf: Sie haben 6000 Haushalte besucht.

Richtig. Ich hatte darüber vorher beispielsweise mit Ingrid Pongratz aber auch anderen erfahrenen Bürgermeistern gesprochen. Sie haben alle gesagt: Du bist unbekannt in Haar. Wenn du bekannt werden willst, musst du wissen, was die Menschen interessiert und sie antreibt. Das geht nur im persönlichen Gespräch. Also bin ich los. Dass es am Ende zum Sieg gereicht hat, das ist unglaublich.

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Konnten Sie Lektionen aus Miesbach denn auf Haar übertragen?

Ja. Haar ist zwar nahe an München, aber dennoch immer Haar geblieben. Die Tradition spielt eine wichtige Rolle, die Vereine sind sehr stark. Viele Familien leben seit Generationen hier. Es gibt viele Parallelen zu Miesbach. Das waren die Dinge, die ich an meiner Heimat immer geliebt habe. Deswegen habe ich das, was mir oft als Nachteil vorgeworfen wurde, im Alltag hier nicht vorgefunden.

Gerade die SPD hatte sie stark angegriffen, weil sie erst seit fünf Jahren in Haar leben.

Stimmt. Aber in Haar wurde wegen der Grabenkämpfe zwischen CSU und SPD in den vergangenen Jahren viel Potenzial verschenkt. Vielleicht habe ich deswegen als Außenstehender das Vertrauen bekommen, die Dinge besser zu moderieren.

Sind die Herausforderungen in Haar und Miesbach ähnlich?

Ich denke schon. Das massive Wachstum durch die Nähe zu München, die Verkehrsbelastung, die hohen Immobilienpreise, der Flächenfraß. Wachstum an sich ist ja nichts Schlechtes, aber die Herausforderung ist, es gut zu steuern. Trotz hoher Flächenpreise auch Grünflächen entwickeln, zum Beispiel. Das sind ganz ähnliche Probleme in beiden Regionen.

Was kann Miesbach von Haar lernen?

Während der Schule habe ich das politische Leben in Miesbach nicht verfolgt. Deswegen will ich mir keine Meinung erlauben. Was mich aber sehr freuen würde wäre, wenn eine gute Gestaltung für den Unteren Marktplatz gefunden werden würde. Die jetzige Lösung mit ihrer Verkehrsführung hat mich etwas irritiert.

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