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Ein Prosit aufs Debüt: Die Miesbacher Schauspielerin Rosetta Pedone (2.v.r.) stößt nach dem Singspiel mit Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht an.

Rosetta Pedone - wer sie ist und was sie noch vorhat

Miesbacherin (33) als Wagenknecht beim Nockherberg

Sie war die Überraschung im Singspiel auf dem Nockherberg: Als Sahra Wagenknecht hat sich Schauspielerin Rosetta Pedone in die Herzen der Zuschauer katapultiert. Ein Kurzporträt.

Miesbach– Die 33-Jährige, die in Miesbach aufgewachsen ist, kann es ein paar Tage danach selbst noch nicht ganz fassen. „Ich war so aufgeregt. Ich hab mich nicht getraut, in die erste Reihe zu gucken“, erzählt sie am Telefon. „Ich hab mich einfach nur konzentriert, dass ich alles richtig mach. Man hat da ja nur eine einzige Chance und kann nicht sagen: Das machst du morgen besser.“

Dabei stand sie ja nicht das erste Mal auf der Bühne: Die 33-Jährige ist seit mehr als zehn Jahren als Schauspielerin ziemlich erfolgreich. Keine drei Monate nach der Schauspielschule 2005 bekam sie ihr erstes Engagement, beim legendären Steiner’s Theaterstadl. „Den hab ich schon als Kind immer angeschaut“, erinnert sich Pedone. „Ich bin da so naiv rangegangen damals, aber irgendwie hat’s geklappt“, sagt sie und lacht. Sie marschierte einfach nach einer Vorstellung hinter die Bühne, gab ihre Unterlagen ab – und wurde vom Fleck weg engagiert. Zweieinhalb Jahre ging Pedone auf Tour mit dem Theaterstadl, 200 Auftritte im Jahr. „Wenn die Schauspielschule die Lehre war, dann war die Zeit mit Steiner’s Theaterstadl die Meisterschule“, sagt Pedone heute. Die Zeit mit festem Engagement nutzte sie, um sich in Ruhe eine Agentur zu suchen. Während viele junge Schauspieler erst mal arbeitslos sind, ehe sie Fuß in der Branche fassen können, kamen für Pedone zum Theater schnell Film- und Fernsehauftritte hinzu. Zuletzt 2016 etwa in „Sturm der Liebe“, auch schon bei den „Rosenheim Cops“, „SOKO 5113“ und in einer Hauptrolle in „Alles was zählt“. Ihre erste Filmhauptrolle war 2008 in „Freiwild“. Seit 2009 ist Pedone Ensemblemitglied bei Günter Grünwalds „Freitagscomedy“, die immer am ersten Freitag im Monat im Bayerischen Fernsehen ausgestrahlt wird. „Ab April drehen wir wieder.“ Dann scheucht Sternekoch Joe Waschl sie wieder als Lehrling Rosinerl rum.

Ihr komödiantisches und kabarettistisches Talent hat sogar schon zu einem Solo-Kabarettprogramm geführt. Vor zwei Jahren entstand „Lügensau“, für das Pedone eine Nominierung für den Münchner Kleinkunstpreis Kabarett Kaktus bekam. „Ich habe damit leider noch nicht oft auftreten können. Aber heuer will ich das mehr vorantreiben.“ Der Zeitpunkt nach diesem Debüt auf dem Nockherberg könnte sich als günstig erweisen. Denn diesen Auftritt dürften Kabarettfans so schnell nicht vergessen.

Da geht’s Rosetta Pedone nicht anders. „Das war ein schönes Erlebnis, ich bin wirklich begeistert.“ Die Situation ist ja schon einzigartig: Erst als Darstellerin in einer Politsatire auf der Bühne stehen und danach mit den Derbleckten nett mit der Mass anstoßen. Und, wie lief der Smalltalk mit der echten Wagenknecht? „Wir haben gar nicht so viel geplaudert. Ich bin ja schon sehr schüchtern, und Frau Wagenknecht anscheinend auch. Aber sie hat gesagt, dass es ihr gut gefallen hat – nur nicht der AfD-Bezug.“ Da legte Rosetta Pedone eine akrobatische Tanz-Einlage mit ihren beiden Klonen auf die Bretter. „Das war schon eher eine Turneinlage“, sagt sie und lacht. „Ich glaube, ich habe für ein Debüt am Nockherberg wirklich alles abgekriegt.“ Ob’s 2018 ein Wiedersehen gibt, hängt davon ab, ob Wagenknecht dann eine Rolle spielt. Ihr Double würde sich jedenfalls drauf freuen. Die Zusammenarbeit mit dem aus Hausham stammenden Marcus H. Rosenmüller als Regisseur sei toll gewesen. „Er reißt alle mit und gibt einem das Gefühl, dass man wirklich ein Team ist.“ Dass sie hinter den Kulissen so viele Mitwirkende aus dem Landkreis trifft, wie Choreografin Ria Röpfl und Arrangeur Thomas Rebensburg, hatte Pedone übrigens nicht geahnt. „Das war mir vorher überhaupt nicht bewusst. Das war wie ein Heimspiel.“

Am Vormittag drauf ging’s für die Schauspielerin schon nach Frankfurt, zu den letzten Spieltagen der Komödie „Rubbeldiekatz“ mit dem Tourneetheater Thespiskarren, in der Pedone die weibliche Hauptrolle spielte. Am Wochenende ging’s heim zu ihrem Mann nach Köln. Auch wenn sie das Glück habe, dort nun eine zweite Heimat gefunden zu haben: „Miesbach ist einfach meine Heimat, und meine Eltern sind dort“, sagt Pedone. „Da wird nie eine andere Stadt rankommen.“

Katrin Hager

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