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Verschoben: der Miesbacher Neujahrsempfang, hier ein Archivbild, fiel den Schneemassen zum Opfer.

Bürgermeisterin im Interview

Pongratz: „Wir können nicht feiern, während die anderen schuften“

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Es war eine spontane Entscheidung, den Neujahrsempfang der Stadt Miesbach, der am gestrigen Sonntag im Kulturzentrum Waitzinger Keller hätte stattfinden sollen, abzusagen. Wir fragten Bürgermeisterin Ingrid Pongratz nach den Gründen für diese Entscheidung.

Frau Pongratz, die Entscheidung, den Empfang abzusagen, fiel erst am Samstag. Wie kam es dazu?

Ausschlaggebend waren die Wettermeldungen am Samstagmorgen, die zu dieser kurzfristigen Entscheidung geführt haben. Die Vorhersagen kündigten weitere Schneefälle und schlechte Wetterverhältnisse an. Das hatte dann auch mit unseren Einsatzkräften zu tun: Es kann ja nicht sein, dass die einen feiern und Weißwürste essen, während die anderen schuften. Dazu noch die Straßenverhältnisse. Ich glaube, es war die richtige Entscheidung. Keiner wäre gerne aus dem Haus gegangen. Der neue Termin steht bereits fest: Der Neujahrsempfang wird am Sonntag, 27. Januar, nachgeholt.

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Da konnte der Waitzinger Keller gleich anderweitig genutzt werden.

Richtig. Im Foyer haben wir Rettungskräfte aus Regensburg von Feuerwehr und Rotem Kreuz verköstigt. Es ist ja selbstverständlich, dass wir helfen. Untergebracht sind die Helfer in der Turnhalle unserer Mittelschule, die wieder freigegeben ist. Dort übernachten sie.

Wie sehr hat die kritische Situation das Rathaus belastet? Wie viele Mitarbeiter aus der Verwaltung mussten gestern arbeiten?

Fünf Mitarbeiter waren im Einsatz und haben die entsprechenden Maßnahmen koordiniert. Hinzu kommt noch das Team vom Waitzinger Keller.

Wie hat sich die Schneesituation auf die Kreisstadt ausgewirkt?

Wir mussten beispielsweise die Auffahrt zum Kreuzberg sperren, nachdem dort ein Schneebrett abgegangen ist. Das war eine Frage der Sicherheit, und da wollen wir nichts riskieren. Zudem haben wir im Lauf des Sonntags auch unsere Bauhofmitarbeiter noch zum Dienst heranziehen müssen, als sich gezeigt hat, dass die Temperaturen wärmer werden und der herabfallende Schnee zu Regen wird. Unser Team hat deshalb die Gullys im Stadtgebiet kontrolliert und bei Bedarf von Schnee und Eis freigelegt, damit das Schmelzwasser möglichst ungehindert ablaufen kann. Wir tun, was wir können, aber das Unterfangen ist schwierig, da wir keine Auflistung haben, wo sich überall im Stadtgebiet Gullys befinden.

Können Bürger der Stadt aktuell irgendwie helfen?

Ja. Zum einen wäre es eine große Hilfe für uns, wenn die Bürger mithelfen, Gullys in ihrer Umgebung freizulegen. Außerdem ist es ganz wichtig, dass kein geräumter Schnee auf die Straßen geworfen wird. Einige Hausbesitzer haben nämlich ihre Dächer geräumt und den Schnee auf die Straße geschoben. Das bringt uns nicht weiter, auch wenn ich die Leute verstehen kann. Wir müssen alle Hand in Hand zusammenarbeiten und das Beste aus der Situation machen.

ddy

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