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„Eine faszinierende Stadt“: JU-Kreisvorsitzende Verena Assum (vorne l.) vor der Basilius-Kathedrale am Roten Platz in Moskau.

Zwischen Putin und Flaschenpfand

Miesbachs JU-Chefin auf Russlandreise: So erlebt sie das Land

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Krim, Syrien und Menschenrechte – Deutschlands Verhältnis zu Russland gespannt. JU-Kreisvorsitzende Verena Assum lernt bei ihrem Besuch in Moskau eine ganz andere Seite kennen.

Miesbach/Moskau – Die viertägige Reise nach Moskau, die die Hanns-Seidel-Stiftung in Russlands Hauptstadt unternommen hat, stand unter dem Motto Dialog. Und dieser hat in mehrfacher Weise stattgefunden, wie Verena Assum, Kreisvorsitzende der Jungen Union (JU), berichtet. Mit regierungsnahen Gruppen fand ebenso ein Austausch statt wie mit Oppositionellen. Insgesamt eine spannende Mischung, wie die 30-Jährige berichtet: „Es gibt auch ein Russland jenseits jener Themen, die wir hier über die Nachrichten wahrnehmen. Denn die Russen haben ebenso mit Alltagsproblemen zu kämpfen wie wir.“

Nur eben auf einem anderen Niveau. Dies wurde bei einem Treffen mit einem Vertreter der Regierungspartei „Einiges Russland“ deutlich, der auch Präsident Wladimir Putin angehört. Auf einmal war Umweltpolitik das Thema. „Ein Schwerpunkt war dabei die Abfallwirtschaft und die negativen Auswirkungen auf Umwelt und Anwohner“, beschreibt die Politologin. „Unser Gesprächspartner zeigte sich dabei wirklich interessiert an unseren Erfahrungen und Meinungen.“ Das machte auch den zehn Teilnehmern aus Deutschland noch mal bewusst, „wie wichtig Themen wie Mülltrennung, Müllvermeidung oder auch ein Pfandsystem sind. Dinge, die für uns alle Selbstverständlichkeiten sind, die sich aber auch alle nach und nach erst entwickeln mussten.“

Passenderweise, so verrät Assum, stand bei diesem Gespräch Mineralwasser in Plastikflaschen auf dem Tisch. Ein guter Aufhänger darauf hinzuweisen, dass man schon mit Müllvermeidung Entsorgungsprobleme minimieren kann. Ob es an diesem Hinweis lag oder ob einfach nur Zufall im Spiel war: Beim nächsten Termin standen Glasflaschen auf dem Tisch.

Um eine positive Präsentation der russischen Politik ging es beim Treffen mit Vertretern der Jugendorganisation der Partei „Einiges Russland“. Gewissermaßen eine Gelegenheit zur Propaganda. „Dabei überlegt man zweimal, was und wie man es sagt“, erklärt Assum. Offener war das Gespräch mit jungen Vertretern aus Oppositionskreisen. Diese berichteten über große Einschnitte bei Meinungsäußerung und politischer Arbeit. „Ich fand es erschreckend, dass selbst Jugendliche schon von Einschränkungen an ihren Schulen oder Beeinflussungen ihrer möglichen späteren Berufswahl berichteten“, sagt Assum.

Moskau selbst hat der Miesbacherin gut gefallen. Besonders beeindruckt hat sie der Besuch einer Dach-Bar, von der aus man die Stadt überblicken konnte: „Das war gigantisch.“ Als Fazit bringt sie mit: „Man muss weiterhin miteinander reden und sich zuhören.“ Nur so kann Annäherung gelingen.

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