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Da schauen andere in die Röhre: Sepp Heid ist stolzer Besitzer des stärksten Saug-Lkw der Welt.

Firma Heid stellt neuen Spezial-Lkw auf Messe vor

Miesbacher besitzt den stärksten Sauger der Welt

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Miesbach - Der aktuell stärkste mobile Sauger der Welt steht in Miesbach. Als erster Unternehmer überhaupt hat sich Sepp Heid den Spezial-Lkw bei einer holländischen Firma gekauft. Und der hat so einiges drauf.

Das Inferno startet auf Knopfdruck. „Saugen Start“ steht unter der grünen Taste im Schaltkasten des „Vacu-Press“. Eigentlich wie beim Staubsauger zuhause. Doch wenn das Drehkolbengebläse in Sepp Heids neuem „Orkan Supersauger“ zu voller Kraft aufläuft, schießen die Schmutzpartikel wie Maschinengewehrkugeln in den Rüssel. Kieselsteine fliegen mit Überschallgeschwindigkeit durch den 12,5 Zentimeter breiten Schlund. Würde man einen starken Industriestaubsauger mit einem neugeborenen Baby-Elefanten vergleichen, dann wäre der „Vacu-Press“ der Firma Naaktgeboren wohl das größte Mammut aller Zeiten.

Tatsächlich ist Heid aktuell stolzer Besitzer des stärksten Saug-Lkw der Welt. Bei der Fachmesse IFAT, die am Montag in München-Riem beginnt, wird der Chef des gleichnamigen Miesbacher Spezialdienst-Unternehmens den fabrikneuen, schwarzen MAN mit Tank und Pumpe am Stand des Herstellers präsentieren. Eine halbe Million Euro hat Heid in seinen mittlerweile fünften Sauglaster samt Begleitfahrzeug für Schläuche, Ventile und Düsen investiert.

Als ihn Naaktgeboren das Rekord-Gebläse angeboten hatte, war er zuerst skeptisch. „Ich muss nicht überall der Erste sein“, erzählt Heid. Doch ein Besuch auf dem Werksgelände in Rotterdam überzeugte ihn. Er musste nur einmal seine Hand weniger als einen halben Meter vor das Rohr halten. „Da hätte es mich fast hineingezogen“, sagt Heid mit glänzenden Augen. Genau das Richtige für ihn – und seine Kunden.

Denn wer bei Heid anruft, hat ein größeres Problem als einen verstopften Abfluss. Ein viel größeres. Verdreckte Wasserfilter in der Olympia-Schwimmhalle in München, zähflüssige Traubenmaische in den Maschinen einer Weinkelterei in Südtirol, ein alter Bergwerksstollen, der verfüllt werden muss: Das sind Aufträge nach Heids Geschmack. „Wo die anderen mit ihren Spielzeugsaugern aufhören, fange ich an“, sagt der Unternehmer trocken.

Sein neuer „Orkan“ ist noch mal um 20 Prozent stärker als der Rest der Flotte. Und schon die saugt und bläst feste und flüssige Stoffe in bis zu 30 Metern Tiefe, 50 Metern Höhe und sogar 150 Metern Entfernung. Vor allem in großen Industrieanlagen ein Vorteil. „Die sind ja meistens total verbaut“, sagt Heid.

Die Kraft des Luftstroms entfesselt ein unscheinbarer Kasten in der rechten Flanke des Lkw. Dort sitzt die Pumpe, die die 480 PS des MAN bei Bedarf über zehn Keilriemen komplett abgreifen kann. Im Inneren der „Vacu-Press“ steckt das Drehkolbengebläse. Einfach ausgedrückt zwei Ventilatoren, die ineinander greifen. Auf diese Weise entsteht ein 99-prozentiges Vakuum – und damit ein gigantischer Unterdruck. Hat der sich aufgebaut, zieht er eine Million Liter Luft pro Stunde in den Schlauch – und damit Wasser, Kies und sogar Bauschutt in den 140 000 Liter großen Tank.

Bei Bedarf bläst er es auch wieder zurück. Dafür muss Heid nur einen Kippschalter umlegen. „Das Vakuum zieht in beide Richtungen“, erklärt er. Meistens ist das auch der übliche Einsatz des „Orkan“. Erst saugen, dann blasen. Insofern ist der erste Auftrag, den der schwarze Rekordhalter nur drei Tage nach seinem Messeauftritt bewältigen muss, gleich ein Klassiker: das Reinigen des Kies-Flachdachs einer Filiale des österrischen Aldi-Pendants Hofer.

Am Schaltkasten wird Maschinist David Tschamperl stehen. Er lenkt seit 14 Jahren Heids Lkw – trotzdem hat er für sein neues Einsatzfahrzeug noch mal eine Schulung bekommen. „Wegen der Arbeitssicherheit“, erklärt sein Chef. Drei Kollegen werden Tschamperl und sein Saug-Ungetüm nach Österreich begleiten. Das Mammut und sein fast alles verschlingender Rüssel wollen schließlich erst mal gezähmt werden.

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