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Steht der Basis Rede und Antwort: Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (r.) hörte sich auf Einladung des CSU-Kreisvorsitzenden Alexander Radwan in der Miesbacher Oberlandhalle die Wünsche und Sorgen der Landwirte an – und berichtete von seiner Arbeit.

Dialog mit Landwirten in Miesbach

Minister Brunner: Bauern dürfen nicht Zeche für Wolf zahlen

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Ohne Umwege konnten die Landwirte am Freitag in Miesbach ihre Sorgen und Wünsche an den Minister bringen: Helmut Brunner war zum Dialog in die Oberlandhalle gekommen. Dabei ging‘s auch um den Wolf.

Miesbach – Die Wege von der Weide bis ins Ministerium sind bisweilen weit. Das ist nicht nur den Landwirten, sondern auch Helmut Brunner bewusst. „Im eigenen Interesse“ lege er Wert darauf, mit der Basis zu kommunizieren, schickte der bayerische Landwirtschaftsminister seinem Vortrag am Freitag in der Miesbacher Oberlandhalle voraus.

Dazu eingeladen hatte CSU-Bundestagsabgeordneter und Kreisvorsitzender Alexander Radwan zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft Landwirtschaft (AGL) des CSU-Kreisverbands Miesbach. Obwohl der Termin am Spätnachmittag für Milchbauern alles andere als günstig gewählt sei, wie Radwan schmunzelnd einräumte, hatten sich auch Landwirte aus dem Nachbarlandkreis Bad Tölz-Wolfratshausen die Zeit genommen, mit dem Minister ins Gespräch zu kommen.

Der eröffnete den Dialog, in dem er die aus seiner Sicht größten Herausforderungen für die Landwirtschaft kurz umriss. Neben einer Vorbereitung auf die auch künftig auftretenden Schwankungen des Milchpreises und einem notwendigen Abbau von Bürokratie forderte Brunner vor allem den Dialog mit der Gesellschaft ein. Noch würden viele Landwirte eine Einmischung der Gesellschaft als Kritik empfinden. Dabei dürfe man sich bei Diskussionen um Tierwohl oder Wasserqualität „nicht in den Schmollwinkel zurückziehen“, sondern müsse jede Gelegenheit für eine realistische Darstellung der Landwirtschaft in der Öffentlichkeit nutzen. Radwan schlug in die selbe Kerbe. Die Nahrungsmittelerzeugung durch die Bauern vor Ort sei ein hohes Gut. Das gelte es der Gesellschaft zu vermitteln – auch in der Diskussion um den Wolf.

Ein Stichwort, das die Landwirte dankbar aufnahmen. „Es gibt Betriebe, die sich nicht gegen den Wolf schützen können“, sagte Brigitta Regauer, Wolfsbeauftragte des Almwirtschaftlichen Vereins Oberbayern (AVO). „Es ist wichtig, dass das Landwirtschaftsministerium in dieser Sache hart bleibt“, forderte sie. So dürfe es etwa keine Kürzungen der Weideprämie geben, wenn ein Bauer sein Vieh wegen der Wolfsgefahr früher in den Stall hole.

Auf konkrete Zusagen ließ sich der Minister nicht festnageln. Er versprach aber, die Kompetenzen seines Hauses in die Gespräche mit dem Umweltministerium einzubringen. Es sei durchaus damit zu rechnen, dass im kommenden Jahr einige Wolfsrudel durch Bayern streifen. Das, meinte Brunner, sei offenbar von der Gesellschaft so gewollt. „Aber dann dürfen nicht die Landwirte dafür die Zeche zahlen.“

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