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Enorm belastend: der Verkehr im Oberland. 

Reichhart hat keine Zeit

Schon wieder: Minister erteilt Oberland-Initiative eine Abfuhr

Der Minister will nicht reden - oder hat zumindest keine Zeit. Die Oberland-Initiative, die gegen den überbordenden Verkehr kämpft, hat sich einen Korb geholt.

Miesbach – Aus dem von der Oberland-Initiative für Ökologie und Verkehr angepeilten Verkehrsgipfel mit Minister Hans Reichhart (wir berichteten) wird es wohl nichts. Gestern hätte das Gespräch mit den Landräten dreier Oberland-Landkreise stattfinden sollen, allein der Minister zeigte wenig Interesse. Wie Lars Hülsmann von der Bürgerbewegung „Entlastung für die B 472“ mitteilt, hat Reichhart aus terminlichen Gründen eine Teilnahme abgelehnt. Die allerdings schon im Oktober. Aus dem Wortlaut der Absage liest Hülsmann heraus, dass der Minister ein Treffen generell ablehnt. In der Tat verweist Reichhart in seinem Schreiben auf die Landkreisverwaltungen als Ansprechpartner für die Oberland-Initiative und schreibt auch nichts von einem Interesse an einem späteren Treffen. Nach der Kommunalwahl wird er womöglich ohnehin nicht mehr Minister sein. Wie berichtet, bewirbt er sich um den Landratsposten in Günzburg.

Bei dem Verkehrsgipfel hätte aus zehn Organisationen bestehende Initiative mit Landräten und Ministerium gerne erörtert, wie das vom Verkehr geplagte Oberland entlastet werden kann. „Die wiederholte Weigerung, nicht einmal ein Gespräch führen zu wollen, ist somit ein Schlag ins Gesicht nicht nur der Bemühungen seitens der Oberland-Initiative, sondern auch der Landrätin/der Landräte, die sich um für eine bessere Verkehrssituation einsetzen“, schreibt Hülsmann. Mit einer Gesprächsanfrage war die Initiative bereits Anfang des Jahres gescheitert – damals noch ohne Landräte.

Entmutigen lässt sich Hülsmann nicht. Er schreibt: „Die Oberland-Initiative wird die Absage zum Anlass nehmen, auf diesen Um- beziehungsweise Missstand auch Herrn Ministerpräsident Söder hinzuweisen.“

Zu dem Zusammenschluss, bei dem Hülsmann als Sprecher fungiert, gehören neben der Waakirchner auch vier Holzkirchner und eine Gmunder Initiative, die sich mit dem Thema Verkehr befassen.

Der Miesbacher Landrat Wolfgang Rzehak (Grüne) möchte die Absage des Ministers nicht bewerten, durchaus aber die bayerische Verkehrspolitik. Diese sei über Jahrzehnte zu sehr auf das Auto fixiert gewesen. Von der Umsetzung des Nahverkehrsplan, der im Dezember im Kreistag vorgelegt wird, erhofft er sich eine „eine viel bessere Vernetzung des öffentlichen Verkehrs“ im Kreis Miesbach.

Mit der Oberland-Initiative stehe er in gutem Austausch. „Bürgerliches Engagement ist immer zu loben. Es ist wünschenswert, wenn die Teilnehmer der Initiative sich fundierte Gedanken machen über alternative Konzepte zu Umgehungsstraßen.“  

Lesen Sie auch: Verkehrsentlastung von Waakirchen: Klare Empfehlung, keine Entscheidung 

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