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Vor Gericht stand der 18-jährige Raser aus Miesbach (Symbolfoto).

„Es war ein einmaliger dummer Fehler, den ich unglaublich bereue. “

Mit 100 Sachen durch Miesbach: Raser (18) vor dem Amtsgericht

Als Rennstrecke missbraucht hat ein 18-Jähriger die Straßen in Miesbach. Mit Tempo 100 jagte er durch die Innenstadt. Jetzt saß er deshalb vor Gericht.

Miesbach – Ein recht ungewöhnlicher Fall wurde jetzt vor dem Amtsgericht Miesbach verhandelt: Ein 18-Jähriger hat auf den Straßen der Miesbacher Innenstadt ein Autorennen veranstaltet, das um ein Haar ein schlimmes Ende genommen hätte.

Laut Anklage war der aus dem Kosovo stammende Miesbacher Mitte Juni gegen 22.45 Uhr mit stark überhöhter Geschwindigkeit von der Bergwerkstraße Richtung Stadtplatz gefahren. Mit quietschenden Reifen und ohne abzubremsen habe er die engen, gewundenen und uneinsehbaren Kurven unmittelbar am Stadtplatz genommen. Anstatt das Tempo zu vermindern, habe der Fahrer noch mehr Gas gegeben, selbst als der Wagen in den engen Straßen ohne Ausweichmöglichkeiten zu driften anfing.

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Ein anderer Fahrer, der ihm entgegenkam, konnte nur durch eine Vollbremsung einen Zusammenstoß verhindern. Dessen „hochwertiges Fahrzeug“, sagte die Staatsanwältin, wurde dabei beschädigt. Der 18-Jährige sei mit über 100 Stundenkilometern auf der Rosenheimer Straße davongebraust. Er habe sich grob verkehrswidrig und rücksichtslos verhalten, warf ihm die Staatsanwältin vor: „Sie haben vorsätzlich die Sicherheit und das Leben anderer gefährdet.“

Mit 100 Sachen durch Miesbach: Raser (18) vor dem Amtsgericht

Der Beschuldigte trug viel zu einer raschen Abwicklung des Verfahrens bei. Er gestand den Vorwurf ohne Umschweife ein: „Es stimmt leider. Es war ein einmaliger dummer Fehler, den ich unglaublich bereue. Ich verspreche, dass so etwas nicht mehr vorkommt.“

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Mit seinem offenen Geständnis sowie seiner Einsichtigkeit und Reue stimmte der Raser das Gericht gnädig. Zwar wurde ihm seine Fahrerlaubnis für eineinhalb Jahre aberkannt. Sein Führerschein wurde bereits unmittelbar nach dem Vorfall eingezogen. Statt der von der Staatsanwaltschaft geforderten 56 Sozialstunden setzte Richter Klaus-Jürgen Schmid lediglich 40 Stunden soziale Arbeit an.

„Der Angeklagte hat einen sehr guten Eindruck gemacht und lebt ein vorbildliches Leben“, lautete die Urteilsbegründung nach Schilderung der Lebensumstände des Beschuldigten durch die Jugendgerichtshilfe. Nach dem Realschulabschluss besucht er derzeit das Gymnasium, um das Abitur zu machen. Zudem geht er einem Nebenjob nach, um Geld zu verdienen. „Dass sie bei ihrem Verstand so etwas machen, wundert mich. Leute gefährden, das geht gar nicht“, mahnte Schmid. Vielleicht liege der Grund in seinem Temperament. Bei aller Milde wies der Richter darauf hin, dass eine Wiederholung eine Gefängnisstrafe nach sich ziehen würde. Der Beklagte nahm das Urteil an.

Von Stefan Gernböck

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