1. Startseite
  2. Lokales
  3. Miesbach
  4. Miesbach

Mit 90 Jahren: Alfred Kinshofer wird Oldtimerfreund Nummer 222

Erstellt:

Von: Dieter Dorby

Kommentare

Diese Liebe verbindet: Zum Termin brachte Oldtimerfreunde-Vorsitzender Erhard Pohl seinen restaurierten Primus PD2L mit. Und Alfred Kinshofer freute sich, dass diese alten Traktoren auch heute noch hoch im Kurs stehen.
Diese Liebe verbindet: Zum Termin brachte Oldtimerfreunde-Vorsitzender Erhard Pohl (r.) seinen restaurierten Primus PD2L mit. Und Alfred Kinshofer freute sich, dass diese alten Traktoren auch heute noch hoch im Kurs stehen.  © Thomas Plettenberg

„Es ist nie zu spät“, sagt Erhard Pohl, wenn es um das neueste Mitglied der Oldtimerfreunde Miesbach geht. Das ist nämlich Alfred Kinshofer, und der hat dieses Jahr im Juli seinen 90. Geburtstag gefeiert.

Nun hat er sich entschlossen, dem Verein beizutreten. Und Vorsitzender Pohl hat für den Ingenieur, Maschinenbauer und Unternehmer eine besondere Mitgliedsnummer parat: Es ist die 222.

Dass die Oldtimerfreunde und Kinshofer zusammengekommen sind, ist letztlich unserer Zeitung geschuldet, wie Pohl berichtet: „Ich habe von Alfred Kinshofers 90. Geburtstag gelesen und dabei erfahren, dass er früher mal bei Primus gearbeitet hat.“ Und das war für Pohl, der bekanntermaßen ein glühender Fan des nicht mehr produzierten Traktors made in Miesbach ist, eine unglaubliche Chance.

Lesen Sie auch: Diese besondere Nummer bekam Bürgermeister Braunmiller bei den Oldtimerfreunden

Auch wenn der letzte Traktor 1958 produziert worden war und Kinshofer erst im Juli 1968 bei Primus angefangen hatte, ist es für Pohl immer noch eine spannende Sache möglichst viel über die Herstellerfirma zu erfahren. Zumal Kinshofer damals den Überrollbügel für Traktoren entwickelt hat. „Damals gab es immer wieder schwere Unfälle, weil Traktoren bei der Arbeit umkippten“, erzählt der Maschinenbauer. Schwere Verletzungen waren die Folge. Mit dem Überrollbügel, der heute zum Standard gehört, konnte in Sachen Sicherheitstechnik ein neuer Maßstab gesetzt werden.

Lesen Sie auch: „Einen Primus lässt man nicht stehen!“

Das Dilemma bei Primus ist laut Pohl, das nur wenig dokumentiert wurde. So ist beispielsweise heute nicht genau nachvollziehbar, wann der letzte Traktor gebaut wurde. „Es muss aber 1958 gewesen, weil sich keine später produzierten Primus-Traktoren auffinden lassen.“ Auch gebe es keine Stückzahlangaben zu den ausgelieferten Modellen.

Lesen Sie auch: So unterstützen die Oldtimerfreunde den geplanten inklusionsabenteuerspielplatz in Miesbach

Dabei legt Pohl auf die Firmenhistorie großen Wert: „Wir wollen das ja aufarbeiten, auch für spätere Generationen.“ Deshalb ist Kinshofer nun eine wertvolle Primus-Quelle. Denn gerade in den 1940er- bis 1960er-Jahren sei die Hochphase der Traktorenbauer gewesen. Über 200 Hersteller habe es gegeben, doch seien zunehmend vom Markt verschwunden.

Die Firma Primus hatte Potenzial

Kinshofer freut es dagegen, dass sich jüngere Generationen noch so für die Traktoren von einst begeistern können. „Primus war eine gute Firma“, sagt er. „Wenn man ein paar Entscheidungen anders getroffen hätte, könnte sie heute vielleicht noch existieren.“ Aber dann wäre er vielleicht auch selbst bei Primus geblieben und hätte nicht seine eigene Firma vorangetrieben.

Die hat dort begonnen, wo Kinshofer heute noch tüftelt und arbeitet: in den großen Garagen hinter dem Haus. Hier feilt der 90-Jährige immer noch an Verbesserungen und lebt damit jenen Techniker- und Erfindergeist, der bei den Oldtimerfreunden so hoch im Kurs steht.

ddy

Auch interessant

Kommentare