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Mit dem Alpenbus quer durch den Landkreis

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Von: Bettina Stuhlweißenburg

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Drehscheibe Miesbach: Am Bahnhof in der Kreisstadt könnten sich die beiden Alpenbuslinien begegnen. Wie unser Foto zeigt, laufen hier schon jetzt viele Busverbindungen der Regionalverkehr Oberbayern (RVO) GmbH und auch der Wendelsteinringlinie zusammen.
Drehscheibe Miesbach: Am Bahnhof in der Kreisstadt könnten sich die beiden Alpenbuslinien begegnen. Wie unser Foto zeigt, laufen hier schon jetzt viele Busverbindungen der Regionalverkehr Oberbayern (RVO) GmbH und auch der Wendelsteinringlinie zusammen. © Archiv Thomas Plettenberg

Am Alpenrand entlang von Rosenheim bis Murnau: Diese Strecke soll der „Alpenbus“ bedienen, wenn er voraussichtlich im Juni 2024 seine Jungfernfahrt aufnimmt. Zwei aufeinander abgestimmte Linien sind vorgesehen – die im Stundentakt fahren.

Landkreis – Wenig Linien, schlechte Taktung: In ländlichen Regionen hat der öffentliche Personennahverkehr Verbesserungspotenzial – da stellt der Landkreis keine Ausnahme dar. Doch voraussichtlich ab Juni 2024 gibt es für Pendler eine bequeme Alternative zum Auto: Den Alpenbus. In der jüngsten Sitzung des Kreisentwicklungsausschusses hat die mit der Planung beauftragte MVV Consulting das Betriebskonzept für die landkreisübergreifende Querverbindung vorgestellt.

Wie berichtet, ist aus logistischen Gründen keine durchgehende Linie möglich. MVV Consulting schlägt deshalb zwei aufeinander abgestimmte Linien vor, die stündlich bedient werden sollen: einen West-Ast Murnau-Bad Tölz und einen Ost-Ast Bad Tölz-Gmund-Miesbach-Rosenheim. Letzteren ergänzt außerdem eine Expressverbindung zwischen Bad Tölz und Miesbach, die wochentags alle zwei Stunden bedient wird. Sie wechselt sich mit Zusatzfahrten zwischen Bad Tölz und Gmund ab, die am Wochenende sogar stündlich angeboten werden sollen.

Die Idee eines „Alpenbusses“ geht auf die Bayerische Staatsregierung zurück. Sie will mit der Schaffung sogenannter landesbedeutsamer Linienverkehre den öffentlichen Nahverkehr verbessern. Die Querverbindung, die der Alpenbus darstellt, soll das sternförmig auf München ausgerichtete Verkehrsnetz aufbrechen. Der Freistaat fördert das Vorhaben finanziell – wenn auch nicht in der ursprünglich angedachten Höhe von 90 Prozent, wie Anastasia Stadler (CSU) kritisierte. Immerhin: Durchschnittlich 60 Prozent des Betriebskostendefizits trägt der Freistaat in den ersten drei Jahren des zunächst auf fünf Jahre angelegten Projekts. Danach schultert er die Hälfte der Betriebskosten – abzüglich der Fahrgeldeinnahmen, die sich noch nicht berechnen lassen. Rund 350 000 Euro jährlich wird der Landkreis für den Alpenbus berappen müssen, schätzt MVV Consulting.

Dafür bedeutet der Alpenbus eine Aufwertung der öffentlichen Verkehrsinfrastruktur im Landkreis: Er soll wochentags von 6 bis 20 Uhr verkehren, samstags von 7 bis 20 Uhr und sonn- und feiertags von 8 bis 20 Uhr. Im Sinne einer Expressverbindung soll er kurze Fahrzeiten bieten und möglichst viele Bahnhöfe ansteuern. Unter anderem bedient er Agatharied, den Oedberglift in Ostin und Waakirchen.

Neun Busse sind laut MVV Consulting dafür erforderlich. Es wird sich dabei um Modelle mit konventionellem Dieselantrieb handeln, wie Felix Fitz von MVV Consulting auf Nachfrage von Olaf Fries (ÖDP) klarstellte. Das sei der Streckenlänge und der Topographie des Oberlands geschuldet. Ein Mitnahme von Fahrrädern ist nicht vorgesehen, da sich der Alpenbus vor allem an Pendler oder auch Berufsschüler richtet – und eben nicht an Tagestouristen. Das Verladen von Fahrrädern dauere zu lange und passe nicht zum Charakter einer Expressverbindung, so Fitz.

Der Kreistag wird dem Konzept in seiner Dezember-Sitzung voraussichtlich zustimmen. Mitte März 2023 könnte das Projekt dann ausgeschrieben werden.

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